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DVD-Besprechung - Bad Guy
Story:
Auf offener Straße küsst Han-ki (Jo Jae-hyeon) die ihm vollkommen unbekannte Studentin Sun-hwa (Seo Won) und lässt nicht mehr von ihr ab. Die Frau verlangt, dass Han-ki sich bei ihr entschuldigt, was er jedoch nicht willens ist zu tun. Anwesende Soldaten, die den Vorfall mitbekommen haben, knöpfen sich den Mann vor und verprügeln ihn, als er sich weiterhin weigert sich öffentlich zu entschuldigen. Doch für Han-ki ist die Sache damit nicht erledigt. Er lockt Sun-hwa in eine Falle und zwingt sie indirekt zum Verkauf ihrer Seele - zur Prostitution. Aber dies ist erst der Beginn einer Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche.
Meinung zum Film:
Regisseur Kim Ki-Duk dürfte dem deutschen Publikum am ehesten durch "Seom - Die Insel" bekannt sein, in dem er auf ganz ungewöhnliche Art über die menschliche Psyche berichtete. Der Film war nicht immer ganz leicht zu verstehen und in dieser Beziehung macht auch "Bad Guy" keine Ausnahme - inhaltlich ist der Film nicht unbedingt leicht nachvollziehbar. Gerade zu Beginn, wenn der Einstieg Sun-hwas in die Prostitution gezeigt wird, kann man diesen Schritt überhaupt nicht nachvollziehen. Er wirkt sehr konstruiert und übertrieben und kann, wenn überhaupt, nur durch die Mentalität und der Sitten in Süd-Korea verstanden werden, die man hierzulande allerdings in keinster Weise nachvollziehen kann. Wohl kaum jemand, der in einem gesunden sozialen Umfeld lebt, einem geregelten Leben nachgeht und nie mit dem Gesetz in Konflikt geriet, würde für die alleinige Anschuldigung, Geld gestohlen zu haben, seinen Körper von heute auf morgen verkaufen, und jegliche Brücken zum alten Leben abbrechen.
Die nicht nachvollziehbaren Handlungsmotive mal beiseite gelegt, hat der Film einiges an schwer verdaulichen Szenen zu bieten. Das neue Leben von Sun-hwa, in dem sie sich im Grunde jeden Tag aufs neue von Freiern vergewaltigen lässt und Han-ki ihr dabei noch aus einem voyeuristischen Versteck heraus zusieht, ist ohne jede Freude und auch für das Publikum eine Tortur. Die Bilder, die gezeigt werden, sind nur schwer zu verdauen und nehmen den Zuschauer regelrecht mit. Wie schon in "Seom" setzt es Ki-Duk gezielt darauf an, die Nerven seines Publikums nicht zu schonen und zarte Gemüter sollten von daher eher Abstand nehmen, sich den Film anzusehen. Es gibt zwar kaum brutale Gewalt im Bild zu sehen, aber die emotionalen Grausamkeiten sind überdeutlich vorhanden und es gibt keine Chance, sich diesen zu entziehen.
Kim Ki-Duk ist bekannt für seine sehr künstlerischen und nicht immer ganz leicht zu verstehenden Filme. Ein Umstand, den man bei "Bad Guy" zu jeder Sekunde erkennen kann. Er verliert sich teilweise in ewig andauernden Einstellungen, in denen man nicht unbedingt neues erfährt und in denen es bedächtig und ruhig zugeht. Die Entwicklung der Charaktere ist auch nicht unbedingt so aufgebaut, dass man als Betrachter eine Bindung zu den Figuren findet. Sie wirken wie Kunstfiguren ohne richtiges Leben, was das Zusehen nicht gerade erleichtert. Am Ende sitzt man recht sprachlos vor dem Bildschirm und fragt sich, was für eine Botschaft der Regisseur einem vermitteln wollte. Eine Antwort zu finden, fällt allerdings sehr schwer und es wäre nicht verwunderlich, wenn man diese nie finden wird. So sind halt die Filme von Ki-Duk - eine einzige große Metapher, deren Bedeutung zu erkennen nur wenigen gelingt. War das bei "Seom" durch die teilweise schön eingefangenen Bilder und Stimmungen noch annehmbar, wirkt dieser Punkt auf Grund der fehlenden Bild-Poesie bei "Bad Guy" eher störend.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist zwar nicht unbedingt mit besonders kräftigen Farben gesegnet, doch was die Konturen und die Reinheit betrifft, kann es überzeugen. Was allerdings ein Problem darstellt, sind die deutlichen Nachzieheffekte, wie man sie bei asiatischen Produktion leider öfters hinnehmen muss. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, im hinteren Bereich allerdings eher ruhig.
Als Extras gibt es ein Making of, das sich allerdings als unkommentierter und zusammenhangsloser Blick hinter die Kulissen herausstellt. Es folgen eine Reihe an Interviews mit den Darstellern, ein paar Daten in Form von Texttafeln über den Regisseur, zwei Musikvideos zum Film, eine Bildergalerie sowie der Trailer zum Film. Ein weiteres Extra ist ein beiliegendes Faltblatt mit einem Interview mit dem Regisseur.
Fazit:
"Bad Guy" ist ein Film, der ganz sicher nichts für die weitgefasste breite Menge ist. Vor allem die Handlungsmotive sind nicht immer ganz nachvollziehbar und der Film zieht sich teilweise recht zäh in die Länge. Nur wer "Seom - Die Insel" als intellektuelles Kunstkino einstuft und ihn als solchen mag, sollte sich auch an diesen Film heranwagen, sich allerdings auf derbe Kost für die Psyche gefasst machen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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102:37 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Koreanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Videoclip "I Tuoi Fiori" von Etta Scollo
- Videoclip "Blott en dag" von Carola
- Interviews mit den Darstellern
- Textinfos zu dem Regisseur
- Trailer
- Bilderalerie
- Booklet mit einem Interview mit dem Regisseur
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Bad Guy
Nabbeun namja
Düsteres, teils zähes und nicht immer nachvollziehbares Melo-Drama aus Südkorea
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2001 Regie: Kim Ki-Duk Drehbuch: Kim Ki-Duk Darsteller: Jo Jae-hyeon, Seo Won, Kim Yun-tae, Choi Duek-mun, Yoon Yoon-young, Shin Yoo-jin, Kim Jung-young, Nam Gung-Min
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 22.12.2005
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