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DVD-Besprechung - Die Bären sind los

Story:
Der heruntergekommene 5-Sekunden-MLB-Spieler Morris Buttermaker (Billy Bob Thornton) übernimmt den Job als Trainer bei dem Jugendteam "Die Bären". Da er den Job nicht sonderlich ernst nimmt, ist es auch kein Wunder, dass das erste Spiel seiner Mannschaft eine vernichtende und höchst peinliche Niederlage wird. Die Lehre aus dem verlorenen Spiel ist, dass Team und Trainer sich von nun an mehr bemühen werden, um doch noch das Wunder zu schaffen und ins Endspiel einzuziehen. Und Coach Buttermaker hat für dieses Ziel noch ein richtiges Pitcher-Ass mit starkem Wurfarm im Ärmel.

Meinung zum Film:
1976 wurden zum ersten Mal die Bären auf der großen Leinwand losgelassen. Die Rolle des grummeligen Coaches wurde dabei hervorragend durch Walter Matthau verkörpert und Ryan O'Neals Tochter Tatum hatte ihren ersten großen Auftritt nach ihrem bemerkenswerten Debüt in "Paper Moon". Rund 30 Jahre später hat Hollywood den Klassiker wiederentdeckt und für eine neue Generation Kinogänger umgesetzt. Die große Aufgabe an das Team der Kreativen war es dabei, den Charme und den Unterhaltungswert des Originals zu bewahren, dabei allerdings nicht wie eine einfach Kopie der 76er Bären zu wirken.

Den Part von Trainer Buttermaker übernahm Billy Bob Thornton ("Monster's Ball"). War Walter Matthau nur ein reichlich mürrischer Zeitgenosse, ist der neue Morris Buttermaker ein stets alkoholisierter Faulpelz, dem zu Beginn nur sehr schwer Sympathie entgegengebracht werden kann. Da es heutzutage nicht mehr für großes Aufsehen sorgt, wenn ein Mädchen Baseball spielt, haben sich die Drehbuchautoren etwas neues einfallen lassen, um zu zeigen, dass jeder Baseball spielen kann. So haben sie mit Troy Gentile ("Nacho Libre") einen Jungen ins Team platziert, der im Rollstuhl sitzt. Das Kernteam besteht aus den alten Figuren und wurde mit guten Kinderdarstellern besetzt. Ihr Debüt gaben dabei unter anderem Sammi Kane Kraft in der Rolle der Pitcherin Amanda und Jeffrey Davies als Schlagmann Kelly. Bei beiden Rollen wurde sehr viel Wert auf ein natürliches Baseball-Spiel gelegt und waren genauso wichtig wie die Leinwandpräsenz. Mehr ums darstellerische Talent ging es bei der Besetzung von Timmy Deters ("Der Kindergarten Daddy") als stets fluchender Raufbold Tanner Boyle, Brandon Craggs ("Fever Pitch") als übergewichtiger, schnell aufbrausender Engelberg, so wie Tyler Patrick Jones ("Roter Drache") als Schlafmütze Lupus.

Ein Vergleich mit dem Klassiker aus den 70ern wäre sicherlich unfair, da dieser aus verschiedensten Gründen nur sehr schwer zu erreichen ist. Aber selbst, wenn das Remake unabhängig davon betrachtet wird, gibt es einige größere Schwachpunkte, die nicht übersehen werden können. Die Figur des Buttermaker ist vor allem zu Beginn viel zu unsympathisch und ihm würde ganz sicher niemand seine Kinder anvertrauen. Die Rollen der Kids sind ganz gut besetzt und haben auch alle ihre Eigenarten, allerdings fehlt es ein wenig an Hintergrund. Jeder einzelne tritt fast ausschließlich nur durch seine Macke in Erscheinung. Auch ansonsten ist der Film reichlich oberflächlich, manche Figuren gehen völlig unter und hätten besser ganz weggelassen werden sollen. "Die Bären sind los" ist garantiert nicht langweilig und kann durch die Teenager auch gut unterhalten. Wird es so betrachtet, dass beide Bären-Filme ein Spiegelbild ihrer Zeit und der jeweiligen Jugend ist, muss dem Spruch, dass "früher alles besser war" ein hoher Wahrheitsgehalt attestiert werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und lässt keine Wünsche offen. Der deutsche Ton ist klar verständlich abgemischt, hätte in Sachen Räumlichkeit jedoch etwas weitläufiger ausfallen können.

Bonusmaterial gibt es in ausreichendem Maße zu finden. Zuerst gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur Richard Linklater und den Co-Drehbuchautoren Glenn Ficarra und John Requa. Das Making Of "Am Schlag mit den Bears" ist nichts anderes als eine Lobhudelei unter den Beteiligten, wo alle erzählen, wie toll die Arbeit mit den anderen war. Interessanter fällt da schon der Beitrag "Das Drehbuch "Bad News Bears"" aus, in dem von den Änderungen zum Original und den Gründen dafür berichtet wird. Nicht minder ansprechend ist "Die Suche nach den Big Leagues", wo jeder einzelne Spieler aus dem Bären-Team vorgestellt und der Grund für die Wahl auf ihn genannt wird. Bei "Training im Frühling" wird über die Arbeit mit den Jugendlichen an ihren Baseball-Fähigkeiten berichtet und es folgen noch 6 "Entfernte Szenen", ein paar Outtakes und der Trailer zum Film.

Fazit:
"Die Bären sind los" ist nettes Familienkino, das seinen Charme aus den Aktionen der Jugendlichen gewinnt. Die Story ist allerdings reichlich oberflächlich. Für kurzweilige Unterhaltung reicht es aber allemal aus.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,78:1
1,78:1
108:37 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Arabisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Holländisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Richard Linklater und den Co-Drehbuchautoren Glenn Ficarra & John Requa
  • Am Schlag mit den Bears
  • Das Drehbuch "Bad News Bears"
  • Die Suche nach den Big Leagues
  • Training im Frühling
  • Entfernte Szenen
  • Outtakes
  • Trailer
Die Bären sind los - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Bären sind los
Bad News Bears

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Remake vom Schlag "Früher war alles besser"


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Richard Linklater
Drehbuch:
Glenn Ficarra, John Requa (basierend auf dem Drehbuch von Bill Lancaster)
Darsteller:
Billy Bob Thornton, Greg Kinnear, Marcia Gay Harden, Sammi Kane Kraft, Brandon Craggs, Jeffrey Davies, Timmy Deters, Tyler Patrick Jones, Ridge Canipe

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
21.09.2006