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DVD-Besprechung - Barfuss
Story:
Nick Keller (Til Schweiger) ist ein nichtsnutziger Typ, der nie länger als ein paar Tage einen Job behalten kann. Als er nach wenigen Stunden als Reinigungskraft in einer Nerveneilanstalt wieder gehen kann, folgt ihm die Patientin Leila (Johanna Wokalek), die er fortan nicht mehr los wird. Er arrangiert sich mit seiner neuen Begleiterin und zeigt ihr was von der Umgebung, denn die junge Frau hat seit frühester Kindheit nur die Mauern der Anstalt gesehen. Und was am Anfang nur für eine Reise gedacht war, könnte am Ende vielleicht etwas länger dauern.
Meinung zum Film:
Til Schweiger ("Der bewegte Mann") gehört zu den bekanntesten deutschen Schauspielern und zu den wenigen, die auch international zumindest ein wenig Fuß gefasst haben. Doch die Schauspielerei reichte ihm nicht mehr aus und von daher versuchte er sich als Co-Drehbuchautor und verfilmte auch gleich seinen eigenen Stoff als verantwortlicher Regisseur. Dass Herr Schweiger in Sachen Darstellung sein Handwerk beherrscht, hat er schon in unzähligen Filmen unter Beweis stellen können. Wie es mit seinem Talent als Filmemacher ausschaut, muss noch bewiesen werden. Als Basis für diesen Beweis hat Til Schweiger sich eine leichte Liebeskomödie ausgewählt und da er sich selbst in die Rolle des Herzensbrecher gecastet hat, dürften ihm zumindest die Stimmen der Damenwelt sicher sein.
Seine Darstellung eines verantwortungslosen Herzensbrechers, der sich wenig Gedanken um seine Zukunft und noch viel weniger Gedanken um die nächtliche Begleiterin im Bett macht, steht ihm sehr gut. Die psychisch labile Leila wird von Johanna Wokalek ("Aimee & Jaguar") verkörpert, die allerdings nicht besonders überzeugen kann. Sie verkommt trotz ihrer eigentlich tragenden Rolle zum schmückenden Beiwerk und macht es durch ihr teils viel zu leisem Sprechen nicht immer ganz leicht, ihren Worten zu folgen. Doch dank ihrer natürlichen Ausstrahlung, der Auslegung ihrer Rolle und der Naivität ihres Charakters kann sie trotzdem Sympathien sammeln. In weiteren Gastrollen sieht man die in Berlin verliebte Alexandra Neldel ("Flashback") als Ex, Nadja Tiller ("Die Buddenbrooks") als liebevolle Mama, Armin Rohde ("Bluthochzeit") als kaum wiederzuerkennender Landstreicher, Markus-Maria Profitlich ("Mensch Markus") als stoisch ruhiger Gebrauchtwagenhändler, Axel Stein ("Knallharte Jungs") als einweisenden LKW-Fahrer, Mark Keller ("Alarm für Kobra 11") als schmieriger Autohändler, Janine Kunze ("Hausmeister Krause") als lockeres Mädchen, Steffen Wink ("Die Patriarchin") als versnobter Stiefbruder, Michael Mendl ("Im Schatten der Macht") als ebensolcher Stiefvater und einen herrlich schrägen Jürgen Vogel ("Rosenstraße") als Hausmeister mit ganz besonderem Sinn für zarte Brillenränder und sanfte Fußbodenbehandlung. In punkto Schauspielerei ist alles im grünen Bereich.
Inhaltlich sieht dies dann aber etwas anders aus. Der Film erzählt eine banale und teilweise recht alberne Geschichte, die sich die meiste Zeit über ziemlich in die Länge zieht. Dass der Film aber einige gute Momente präsentieren kann, liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass sich Leila wie ein 5-jähriges Kind präsentiert, jedes Wort für bare Münze nimmt und frei nach dem Motto "Kindermund tut Wahrheit kund" diese auch zu jedem unpassenden Moment wiedergibt. Das ganze ist zwar ziemlich vorhersehbar, hat aber zumindest ein wenig Reiz. Am schlimmsten ist jedoch die Tatsache, dass der ganze Film nur in Nuancen von Gelb-Tönen präsentiert wird, was Herr Schweiger wahrscheinlich als kunstvoll angesehen hat, dem Zuschauer aber schon nach wenigen Sekunden auf den Senkel geht. Die große Schar an Gastauftritten und ein paar wirklich gelungene Gags sind ordentlich anzusehen und mit einem guten Unterhaltungswert versehen, ob man sich dafür aber die rund 110 Minuten Odyssee in Gelb antun möchte, muss jeder mit seiner Geduld selbst ausmachen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild sieht alles andere als referenzverdächtig aus. Die Konturen wirken ziemlich verwaschen, recht deutliches Bildrauschen ist immer wieder zu sehen und helle Flächen neigen zum Überstrahlen. Der Gesamteindruck ist für einen kleinen B-Picture vielleicht noch angemessen, für alle anderen ernstzunehmenden Produktionen sicherlich nicht. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 hat ebenfalls Probleme und es ist stellenweise ohne Nachregeln der Lautstärke kaum möglich, den Dialogen zu folgen, da das Nuscheln nicht zu verstehen ist oder von der Musik übertönt wird.
An Extras gibt es eine bunte Mischung auf der DVD. Zuallererst einen Audiokommentar mit Til Schweiger und Co-Produzent Tom Zickler. Es folgt ein sogenanntes Making Of, das aber mehr mit Bildern von der Premiere glänzt als mit Hintergründen zur Entstehung. Eine ganze Menge "Deleted Scenes" können auf Wunsch mit einleitendem Kommentar von Til Schweiger gesehen werden. Es folgen eine ganze Menge witziger Outtakes, das Musikvideo zum titelgebenden Oldie "Barefoot" und ein paar verschiedener Teaser und Trailer.
Fazit:
"Barfuss" glänzt mit einer ganzen Reihe hochkarätiger Gastauftritte und ein paar gut sitzender Gags. Doch der ganzzeitig genutzte Gelbfilter und die etwas langatmige geratene Minimal-Story sind eine harte Probe, die sicherlich einige nicht bestehen werden und diese zum frühzeitigen Abschalten bewegt. Wer durchhält, wird aber durchaus mit einigen guten Szenen belohnt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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110:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Til Schweiger und Tom Zickler
- Making Of
- Deleted Scenes
- Musikvideo "Barefoot" von Ray Collin's Hot Club
- Outtakes und andere Pannen
- Trailer & Teaser
- Trailerentwürfe
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Barfuss
Barfuss
Die Gelbsucht des Herrn Schweiger mit Höhen und Tiefen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005 Regie: Til Schweiger Drehbuch: Til Schweiger, Jann Preuss, Dina Marie Chapman, Nika von Altenstadt, Stephen Zotnowski Darsteller: Til Schweiger, Johanna Wokalek, Nadja Tiller, Michael Mendel, Immogen Kogge, Steffen Wink, Alexandra Neldel, Andrea Paula Paul
Label :
Buena Vista Home Entertainment
Verkaufsstart : 13.10.2005
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