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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Baron Blood

Story:
Viele Jahre nachdem der gefürchtete Baron von Kleist im 16. Jahrhundert Menschen in seinem Schloss zu Tode folterte, besucht sein Nachfahre, der Student Peter von Kleist (Antonio Cantafora) die Gemäuer, um bei dem Verkauf des Anwesens dabei zu sein. Aus einem Spaß heraus beschwört er gemeinsam mit der Studentin Eva Arnold (Elke Sommer) nach einer Erzählung aus einem alten Buch den Geist seines lang verstorbenen Vorfahrens, der fortan wieder für Angst und Schrecken unter der Bevölkerung sorgt. Doch die Gerüchte um die Rückkehr des alten Foltermeisters können den an den Rollstuhl gefesselten Alfred Becker (Joseph Cotton) nicht davon abhalten, das alte Schloss zu kaufen. Ganz im Gegenteil, es scheint fast so, als würde die düstere Vergangenheit seines neuen Besitzes ihn faszinieren.

Meinung zum Film:
Als es fast so schien, dass Mario Bava ("Die Stunde, wenn Dracula kommt") seine Schaffensphase des Gothic-Horrors hinter sich gelassen hat, erfreute er das Publikum 1972 mit "Baron Blood", der dem damaligen Trend folgte und einen klassischen Horror-Stoff in die Gegenwart versetzte. Mit Elke Sommer ("Geliebte Hochstaplerin") und Joseph Cotton ("Wiegenlied für eine Leiche") bekam er zwei zugkräftige Namen für die Hauptrollen gestellt, die dem Film auch international Aufmerksamkeit einbringen sollte. Doch in Amerika fand man das Ergebnis nicht allzu befriedigend und neben einer Kürzung um rund 8 Minuten ersetzte man auch den leicht experimentellen Soundtrack von Stelvio Cipriani ("Im Blutrausch des Satans") durch eine eher klassisch gruseligen Variante von Les Baxter ("Das Pendel des Todes").

Im Vordergrund des Films stehen eindeutig die Aufnahmen des Schlosses mit dem Namen "Korneuberg Museum", in dem "Baron Blood" gedreht wurde. Die Kamera ist stets auf der Suche nach einem geeigneten Blickwinkel auf die Aktionen im Bild. Dabei wechselt sie dann schon einmal aus einer spähenden, voyeuristischen Anhöhe kurze Zeit später in eine Nahaufnahme, um möglichst viele Details aufzunehmen. Immer wieder verfolgt die Kamera flüchtende Mensch auf ihrem Weg. Auch bei den Farben überlässt Maestro Bava nichts dem Zufall und das Publikum kann sich erneut auf eine durchdachte Farbkomposition freuen, die diesmal allerdings etwas dezenter und zurückhaltender ausfällt, als z.B. bei "Der Dämon und die Jungfrau", und wesentlich mehr Bestandteil eines stimmungsvollen Gesamtbildes ist, als sich selbst immer in den Vordergrund zu schieben.

Die Geschichte des Films selbst ist eine klassische Gruselmär. Zwei junge Menschen rufen aus jugendlichem Leichtsinn einen bösen Rachegeist in die Welt, welcher dann wiederum sein bestes tut, um seiner Legende gerecht zu werden. Inhaltlich sicherlich nicht besonderes, teilweise sogar recht albern und bereits Dutzend Male in ähnlicher Weise von anderen Filmemachern erzählt. Wodurch der Film sich allerdings aus der breiten Masse derartiger Werke hervorhebt, ist eindeutig die Art und Weise, wie der Regisseur seine Inhalte an den Mann und die Frau zu bringen weiß. Das ist einzigartig und trotz vieler Kopierversuche wird das hohe optische Level nur sehr selten erreicht. Vielleicht erfüllt e-m-s den Anhängern Mario Bavas auch noch einen weiteren Wunsch, indem sie die folgende Zusammenarbeit des Meisterregisseurs mit Elke Sommer, "Der Teuflische" ("La Casa dell'esorcismo"), am besten sogar in beiden vorhandenen Schnittfassungen ebenfalls veröffentlicht. Wenn man die bisher veröffentlichten Titel der Bava-Edition so ansieht, muss die Hoffnung auf die Erfüllung dieses Traumes nicht unbedingt begraben werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt insgesamt ein wenig verwaschen und verrauscht, was man auf Grund seiner über 30 Jahre allerdings verzeihen kann. Auch leichtere Helligkeitsschwankungen zeigen sich immer wieder. Die Farben wirken kraftvoll und unterstützen den Film in seiner Wirkung. Der deutsche Ton in Dolby Digital 1.0 ist klar zu verstehen, insgesamt aber ein wenig dumpf.

Das Bonusmaterial kann sich durchaus sehen lassen. Den Beginn macht ein gut 30-minütiges Interview mit Elke Sommer, die einiges über die Arbeit mit Mario Bava und das europäische Kino im Vergleich zu Hollywood zu berichten hat. Die Dokumentation "The castle of Horror" zeigt in rund 15 Minuten einiges an Hintergründen zur Entstehung und der künstlerischen Seite des Films. Der Originaltrailer sowie eine Bildergalerie runden die Extras ab. Wie von der "The Films of Mario Bava"- Edition gewohnt, gibt es auch diesmal wieder ein informatives Booklet und einen Schuber mit einem alternativen Covermotiv. Herrlich!

Fazit:
"Baron Blood" ist ein herrlich gruseliges Werk von Mario Bava, das zwar nur eine durchschnittliche Geschichte zu präsentieren weiß, in Sachen Optik und Stimmung aber in einer höherklassigen Liga spielt. Die DVD sollte in keiner Grusel-Sammlung fehlen. Mario-Bava-Fans greifen ohnehin ohne Bedenken zu.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
93:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Italienisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • "Mario's Scream Queen" - Ein Interview mit Elke Sommer
  • The Castle of Horror
  • Originaltrailer
  • Bildergalerie
  • Biografien
  • Mario Bava "All the colors of the dark"
  • Booklet
Baron Blood - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Baron Blood
Gli orrori del castello di Norimberga

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Grusel-Horror mit feinster Optik und gutem Unterhaltungswert


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Italien, 1972
Regie:
Mario Bava
Drehbuch:
Vincent Fotre, Mario Bava
Darsteller:
Elke Sommer, Joseph Cotton, Massimo Girotti, Luciano Pigozzi, Rada Rassimov, Umberto Raho, Dieter Tressler

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
27.10.2005