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DVD-Besprechung - Bee Season

Story:
Die 11-jährige Eliza Naumann (Flora Cross) hat ein außerordentliches Talent fürs Buchstabieren. Sie gewinnt einen Ausscheidungs-Wettbewerb nach dem anderen und kommt dem nationalen Wettbewerb immer näher. Doch umso näher sie diesem Finale kommt, umso weiter scheint Familie Naumann in sich zusammenzubrechen. Längst überwunden geglaubte Probleme drängen an die Oberfläche und das fragile Konstrukt des Zusammenseins droht immer weiter in sich zu zerfallen.

Meinung zum Film:
"Bee Season" vom Regie-Duo Scott McGehee und David Siegel, die beide schon gemeinsam "Trügerische Stille" drehten, ist ganz schwere und kaum verdauliche Kost. Basierend auf dem Roman von Myla Goldberg filmten sie nach dem Drehbuch von Naomi Foner ("Liebe, die tötet") einen Film über das sensible Gerüst des Familienlebens, das nach außen hin oftmals stark und intakt erscheint, durch die kleinsten Schwankungen und Unregelmäßigkeiten aber recht leicht zum Einsturz gebracht werden kann. Im Falle der Familie Naumann ist es eigentlich ein freudiges Ereignis, das letzten Endes zu diesem Zusammensturz führt, denn nicht alles was freudig beginnt, endet auch immer so.

Doch den meisten dürften die Zusammenhänge des familiären Friedens und die Probleme, die sich mit der Zeit nach und nach herauskristallisieren, nicht sonderlich reizen. Die Geschichte springt von Symbolik zu religiösen Themen und der Kommunikation mit Gott, lässt dabei aber mal abgesehen vom Buchstabierwettbewerb jeden roten Faden, an den man sich halten könnte, vermissen. Nur allzu gerne würde man als Zuschauer einem der Charaktere, und auch der Familie an sich ein wenig moralische Unterstützung entgegenbringen, doch die Geschehnisse nimmt man wie durch eine dicke Glaswand wahr, bei der es sich nicht um die Bildschirmscheibe bei Röhren-Fernsehern handelt, was das Publikum ständig auf Distanz zu den Protagonisten hält. Der Großteil der Story plätschert sehr seicht, langatmig nur recht kühl vor sich hin.

An den Darstellern wird dies sicherlich nicht unbedingt liegen, da Richard Gere ("Chicago") als Vater, der seine ganze Zeit der Förderung des Talents seiner Tochter widmet, eine ordentliche Leistung bringt und auch Juliette Binoche ("Jet Lag oder Wo die Liebe hinfliegt") weiß als mit steigender Laufzeit immer labilere Mutter einen guten Eindruck zu hinterlassen. Die junge Flora Cross wirkt in ihrem Filmdebüt recht blass, was aber durchaus auch von den Regisseuren in dieser Form gewünscht sein könnte, da es sich nahtlos in den Film einfügt. "Bee Season" dürfte sicherlich nur für die Dramatik-Freunde etwas sein, die am liebsten das Verhalten der Nachbarn aus weiter Distanz durch ein Fernglas beobachten und sich ansonsten der Stille um sie herum erfreuen. Für ein tiefgreifendes Drama bieten sich zahlreiche Gelegenheiten im Plot auf, die aber allesamt nicht genutzt und somit die Chance auf einen interessanten und bewegenden Film komplett vertan wurden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz gut gelungen, allerdings ohne nennenswerten Glanzpunkte. Einen kleinen Kritikpunkt bieten die etwas kraftlosen Farben. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich vorhanden, spielt sich aber lediglich in der Front ab.

Als Extra gibt es zwei verschiedene Kommentarspuren mit einem Kommentar der beiden Regisseure und einer weiteren mit dem Kommentar des Produzenten und der Drehbuchautorin. Allerdings sind diese ohne Untertitel und nur in englischer Sprache vorhanden. Gehaltvoller fallen die Deleted Scenes aus, die allerdings auch nichts nennenswertes zur Handlung beitragen können. Es folgen noch ein paar Schnipsel aus dem Schneideraum, die kaum erwähnenswert sind. Das Making Of stellt sich als rund 5-minütiger Werbebeitrag heraus, der nicht viel Informationen beinhaltet. Etwas Hintergründiges gibt es in "Der Kerngedanke von Bee Season", wo über den Hintergedanken des Films gesprochen wird, von dem man im Film aber nicht sonderlich viel wiederfindet. Des Weiteren gibt es noch eine Fotogalerie und den Trailer.

Fazit:
"Bee Season" leidet unter seiner wenig ansprechenden und kaum mit durchgehendem Inhalt gefüllten Handlung und der Distanziertheit seiner Protagonisten. Die Idee der Geschichte ist gut, die Umsetzung allerdings mangelhaft.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
100:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Dave Siegel und Scott McGehee
  • Audiokommentar mit Produzent Albert Berger und Drehbuchautorin Naomi Foner
  • Deleted Scenes (wahlweise mit Audiokommentar von David Siegel und Scott McGehee)
  • Making Of
  • Der Kerngedanke von "Bee Season"
  • Im Schnittraum
  • Fotogalerie
  • Trailer
Bee Season - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Bee Season
Bee Season

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Film mit so viel charakterlicher Tiefe wie ein Buchstabierwettbewerb actionreich ist


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Scott McGehee, David Siegel
Drehbuch:
Naomi Foner (nach dem Roman von Myla Goldberg)
Darsteller:
Richard Gere, Juliette Binoche, Flora Cross, Max Minghella, Kate Bosworth, Joan Mankin, Piers Mackenzie, Lorri Holt

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
22.09.2006