 |
DVD-Besprechung - Bittersweet Life
Story:
Sun-woo (Lee Byung-hun) hat sich durch seine professionelle und zuverlässige Art zum engen Vertrauten des Gangsterbosses Mr. Kang (Kim Yeong-cheol) hochgearbeitet. Als er jedoch den Auftrag erhält Hee-soo (Shin Min-a), die junge Geliebte seines Bosses zu ermorden, die er beim Fremdgehen erwischt, führt er den Auftrag nicht aus. Eine fatale Entscheidung, die seinen Status Quo von Grund auf ändert. Auf einmal befindet er sich auf der anderen Seite der Bande und wird von seinem ehemaligen Kollegen, auf ausdrücklichen Befehl seines ehemaligen Förderers, gnadenlos gehetzt mit dem Ziel, ihn zu töten.
Meinung zum Film:
Harte Männer, die entschlossen und ohne Schwächen zu zeigen durchs Leben ziehen, jeden noch so gewagten Auftrag ohne mit der Wimper zu zucken erfolgreich erledigen, dann aber durch ihr Mitleid für eine Frau aus der Bahn geworfen werden, wurden vor allem in den USA in den 40er- und 50er-Jahren höchst erfolgreich produziert und unter dem Begriff "Film Noir" weltweit populär. "Bittersweet Life" greift diese Art Film auf und zeigt fast schon eine Süd-Koreanische Hommage an dieses Sub-Genre, das seit langem nur noch vereinzelt auf sich aufmerksam macht. Regisseur Kim Ji-woon ("A Tale of Two Sisters") vereint in seinem Film gekonnt die Geschichte eines tragischen Antihelden mit der harten Gangart des asiatischen Action-Films.
Der tragische Antiheld wird dargestellt von Lee Byung-hun ("JSA - Joint Security Area") und man kann sich kaum einen besseren Schauspieler für die Rolle des Sun-woo vorstellen. Er schafft die Balance zwischen knallhartem Profikiller und emotionalem Babyface, ohne das eine der beiden Seiten aufgesetzt oder unnatürlich wirkt. Durch die Tatsache, dass man Sun-woo mittels der Kamera auf Schritt und Tritt verfolgt, fällt es dem Publikum sehr einfach, eine Bindung zu ihm aufzubauen und seinen Charakter relativ schnell zu verstehen, zu akzeptieren und auch zu mögen. Als er die Entscheidung treffen muss, ob er Hee-soo wirklich töten soll, scheint ihm auch klar zu sein, welche Folgen seine Aktion haben wird. Er versucht krampfhaft eine Legitimation zu finden, die junge Frau nicht zu töten, scheint sich im Innern aber bereits darüber klar zu sein, dass seine Entscheidung nichts anderes ist, als eine naive Ausrede, die Mr. Kang sicherlich nicht tolerieren kann. Allerdings rechnet er niemals damit, auf der Abschussliste der Person zu landen, der er jahrelang treu ergeben war.
Viele asiatische Actionfilme erzielen ihren Reiz meist über ihre Action. Bei "Bittersweet Life" kann diese sicherlich auch vollends überzeugen, aber dennoch weist die Geschichte die größere Faszination aus. Es ist offensichtlich, dass die Schießereien, die Messerstechereien und das ganze Blutvergießen nicht zum Selbstzweck geschehen, sondern Bestandteil einer Erzählung sind. Gepaart mit der Detailverliebtheit des Regisseurs, jedes Bild perfekt einzufangen, jede Einstellung zur Erzeugung der richtigen Stimmung zu nutzen und ganz anders als viele seiner asiatischen Kollegen, keine selbstverherrlichenden Gewaltorgie zu zeigen, gehört dieser Film zu den besten von Kim Jee-won. Am Ende kann er es sich dann aber auch nicht verkneifen, ein blei- und bluthaltiges Finale zu zeigen. Doch dies ist nur das logische Ende, das Sun-woo sich über die bis dahin vergangenen rund 105 Minuten verdient hat. Durch die Länge des Showdowns bleibt auch die Hoffnung beim Publikum noch lange erhalten, dass "Bittersweet Life" doch kein echter Film Noir ist und der zur tragischen Figur geratene Killer vielleicht doch noch entkommen kann und am Ende nicht sterben muss.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchweg guten Eindruck. Die Farben sind kräftig, die Konturen definiert zu erkennen und auch der Kontrast lässt in dunkleren Szenen den Durchblick nicht verlieren. Lediglich die Schärfe im Hintergrund lässt kleinere Details oftmals verschwimmen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu verstehen und auch die hinteren Lautsprecher kommen in den entsprechenden Szenen zum Einsatz.
Bei der zum Test vorliegenden Verleih-DVD waren neben einer handvoll Trailer und einem Musikvideo noch jeweils ein rund 6-minütiges Interview mit dem Regisseur, so wie Hauptdarsteller Lee Byung-hun vorhanden. Die Kauffassung soll wesentlich mehr Extras enthalten.
Fazit:
"Bittersweet Life" ist ein für das asiatische Actionkino relativ leicht nachvollziehbar erzählter Film, der zudem seine Faszination nicht über Action und Gewalt erlebt, sondern über das Miterleben einer fesselnden Geschichte. Regisseur Kim Jee-won hat ein absolut sehenswertes Stück Süd-Koreanischen Film Noirs geschaffen, den man sich ansehen sollte.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
113:55 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Koreanisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Trailer
- Musikvideo
- Interview mit Lee Byung-Hun
- Interview mit Kim Ji-Woon
|
|  |
Bittersweet Life
Dalkomhan insaeng
Kim Ji-woons actionreicher Beitrag zum Film Noir
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2005 Regie: Kim Ji-woon Drehbuch: Kim Ji-woon Darsteller: Kim Young-chul, Lee Byung-hun, Shin Min-A, Kim Roi-ha, Hwang Jeong-min, Moon Jung-hyuk
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 25.08.2006
|