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DVD-Besprechung - Black Christmas (Special Edition)
Story:
Im Haus einer Schwesternschaft an einer Universität geht es zur Weihnachtszeit nicht unbedingt bedächtig zu. Während einer kleinen Feier ruft ein offensichtlich Geistesgestörter an, der mit vulgären Worten die Mädchen verärgert und an dessen Ende eine Morddrohung steht. Kurze Zeit später wird tatsächlich eine der Schwestern umgebracht, allerdings unbemerkt von den anderen. Erst als der Vater seine Tochter abholen möchte, wird das Verschwinden bemerkt. Doch bevor etwas unternommen werden kann, geht das Morden schon weiter.
Meinung zum Film:
"Black Christmas" ist zu einer Zeit in Deutschland erschienen, als es angesagt war, Filme mit möglichst reißerischen, dafür aber auch umso dämlicheren Titeln zu veröffentlichen. So erhielt "Black Christmas" den nicht besonders inhaltstreuen Namen "Jessy - Treppe in den Tod" verpasst, der mit dem Film nur einen Bruchstück zu tun hat und einen teilweise falschen Fokus auf den Inhalt setzt. Dabei ist der Film alles andere als reißerisch aufgemacht. Zu einer Zeit, wo übernatürliche Serienkiller wie Jason Vorhees oder Michael Myers noch nicht für literweises Verschütten von Kunstblut sorgten und das Publikum auf mysteriöse Serientäter noch nicht vorbereitet war, nahm sich der Film von Bob Clark ("Der Harte und der Zarte") in der Gewaltdarstellung noch zurück und versetzte alleine durch eine sehr gute Inszenierung das Publikum in Angst und Schrecken.
Von der Machart ist der Film eine Mischung aus Filmen wie dem originalen "Halloween" von John Carpenter und der Art Suspense, wie sie von Krimi-Altmeister Alfred Hitchcock ("Psycho") beispielhaft in seinen Filmen genutzt wurde. Mal sieht man als Zuschauer durch die Augen des offensichtlich wahnsinnigen Killers, dann streift die Kamera durch ein dunkles Haus, auf der Suche nach dem nächsten Schreckmoment. Ständig rechnet man damit, dass gleich etwas passieren könnte, und immer wieder erwischt man sich dabei, wie man sich erneut vom Regisseur auf eine falsche Fährte locken ließ. Für zusätzliche Gänsehaut sorgt das für damaligen klassischen Psycho-Horror zum Erkennungsmerkmal gewordene Klavierspiel, das die Anspannung in den entsprechenden Momenten drastisch nach oben setzt.
Die Story an sich ist recht simpel gestrickt und gehört maximal zum Durchschnitt im Genre. Einzig die Telefonate des Killers sind etwas besonderes und dürften auch Paten gestanden sein bei der Entstehung des Drehbuches zu "Scream". Einziger Wermutstropfen im Film ist das doch sehr offene Ende, das so ziemlich jede Möglichkeit in Bezug auf die Geschehnisse zulässt. Fast hat es den Anschein, als wussten der Regisseur und Drehbuchautor Roy Moore selbst nicht mehr, wie sie die Story zu einem stimmigen Ende bringen können. Selbst dem Drängen des Studios, einen weniger offenen Ausgang zu zeigen gab Bob Clark nicht nach, und entließ das Publikum mit einem großen Fragezeichen in den Augen und viele auch mit einem faden Beigeschmack. Bis es aber zu dem für einige enttäuschenden Ende kommt, ist Hochspannung allererster Güte angesagt und wer sich gerne mit an den Nerven zehrender Spannung rund 1,5 Stunden vor dem Bildschirm fesseln lässt, sollte sich die schwarzen Weihnachten auf gar keinen Fall entgehen lassen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gemessen an seinem Alter sehr gut gelungen und bietet kaum nennenswerte Verschmutzungen oder Defekte auf. Die Schärfe ist zwar nur durchschnittlich und die Farben erscheinen stellenweise ein klein wenig kraftlos, dafür sorgt ein einwandfreier Kontrast zu jeder Sekunde für den richtigen Durchblick. Der deutsche Ton liegt in einem Dolby-Digital-5.1-Upmix vor, ist zum Glück aber nicht unnötig mit Effekten versehen worden, sondern kommt meist in gut verständlichen Lauten aus der Front.
Bei den Extras gibt es erstaunlich viel zu erleben für einen doch eher kleinen und nicht gerade zu den weitbekannten Gruselfilmen gehörenden Film. Allen voran gibt es zwei Audiokommentare. Bei dem einen kann man Regisseur Bob Clark zuhören, während bei dem anderen die Schauspieler John Saxon und Keir Dullea zu Wort kommen. Dicker Wermutstropfen hierbei ist allerdings, dass die Kommentare nicht mit Untertiteln versehen wurden. Und gerade um den interessanten und aufschlussreichen Worten des Regisseurs folgen zu können, bedarf es schon guter englischer Sprachkenntnisse, da die Aussprache nicht unbedingt einfach zu verstehen ist. Untertitelt wurde dann aber die rund 35-minütige Dokumentation, in der ein Teil der Crew über die Entstehung des Films berichtet und eine ganze Menge an interessanten Fakten zu Tage holen. Abgerundet wird das Bonusmaterial durch eine Menge Trailer und TV-Spots zum Film.
Fazit:
"Black Christmas" ist ein an den Nerven zehrender Gruselthriller, der mit einer Mischung aus Suspense-Thriller und Slasher von Anfang bis Ende zu fesseln weiß. Capelight veröffentlicht den Film in einer guten Bild- und Tonqualität und, besonders wenn man der englischen Sprache mächtig ist, sehr informativen Extras. Es gibt keinen Grund für Freunde des spannenden Films, hier nicht zuzugreifen!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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94:10 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Bob Clark
- Aduiokommentar mit den Darstellern John Saxon und Keir Dullea
- "Black Christmas Revisited" - umfangreiche Dokumentation
- TV Spots und Trailer
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Jessy - Die Treppe in den Tod
Black Christmas
Wenn das Telefon zweimal klingelt...
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 1974 Regie: Bob Clark Drehbuch: Roy Moore Darsteller: Olivia Hussey, Keir Dulleam John Saxon, Margot Kidder, Marian Waldman, Andrea Martin, James Edmond, Doug McGrath
Label :
Capelight
Verkaufsstart : 22.08.2005
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