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DVD-Besprechung - The Blob

Story:
Nach dem Einschlag eines kleinen Stücks Meteoritengestein gerät das Leben in einer beschaulichen Kleinstadt arg ins Wanken. Denn mit dem Gesteinsbrocken wird eine gallertartige, ständig anwachsende Masse auf die Erde gebracht, die alles zu verschlingen droht, was sich ihr in den Weg stellt. Doch es scheint als würden nur der jugendliche Halbstarke Steve (Steve McQueen) und seine Freundin Jane (Aneta Corseaut) an die außerirdische Lebensform glauben. Sie machen es sich zur Aufgabe, die Behörden von der Gefahr zu überzeugen und die Stadt vor dem Untergang zu retten.

Meinung zum Film:
Eines ist klar - der "Blob" ist ein Vertreter der Science-Fiction-Monster-B-Filme aus den späten 50er Jahren. Wo sich die Geister dann allerdings scheiden ist bei der Bewertung seines Unterhaltungsfaktors. Für die Einen handelt es sich bei ihm um eine schwere Zumutung für das Publikum, während er für die Anderen eine kleine Perle seines Genres darstellt, die ganz viel Charme versprüht. Das gleichnamige, 1988 entstandene Remake von Chuck Russell, das allerdings in seiner Auslegung eine ganz andere Richtung einschlug und vordergründig auf glibberige Ekeleffekte setzte, deutet zumindest daraufhin, dass die Idee für die Story nicht ganz so uninteressant ist und Wiederaufführungen im Kino lassen obendrein auf einen gewissen Kultstatus schließen.

Wer garantiert gerne an den Film zurückdenkt, sind die Anhänger des verstorbenen Hollywoodstars Steve McQueen ("Bullit"), der mit dem "Blob" sein großes Kinodebüt ablieferte. Der damals 26-jährige konnte in der Rolle des draufgängerischen, coolen Jugendlichen zeigen, welch harter, liebenswerter Kerl in ihm steckt und den Film als frühes Bewerbungsmaterial für seine spätere Karriere nutzen. Regisseur Irvin S. Yeaworth Jr. ("Mördersaurier"), der sich vorher meist für religiöse Kurzfilme verantwortlich zeigte, schaffte es anschließend nicht mehr, groß auf sich aufmerksam zu machen. Es waren in erster Linie seine Fähigkeiten, welche die Kritiker rund um den Globus anzweifelten. Und ganz so unrecht schienen sie mit dieser Aussage nicht unbedingt zu haben.

Der Film schleppt sich stellenweise recht müde voran und die teilweise doch recht flachen Dialoge von teilweise recht hölzernen Darstellern, sowie so manche Ereignisse hätte man sich selbst bei einem Monster-Science-Fiction-Film sparen können. Es ist zum größten Teil Steve McQueen zu verdanken, dass der Blob letzten Endes nicht über weite Strecken zum Langweiler wird und man auch in den deutlich überwiegenden Momenten ohne Glibbermonster bei der Stange gehalten wird. Das Monster selbst sieht auch nicht gerade sehr furchterregend aus, aber dies darf man bei einem B-Movie auch nicht unbedingt erwarten. Und wenn man genau dies vor Nutzung der Play-Taste weiß, kann man mehr als gut durch den Film unterhalten werden. Denn dann erwartet man keine durchdachten Dialoge, wartet nicht auf perfekt kreierte Monster und ist auch bereit, die ein oder andere dumme Aktion kommentarlos hinzunehmen. Unter diesen Voraussetzungen ist der "Blob" ein charmanter kleiner Monster-Film aus einer Zeit, in der außerirdische Lebensformen gleichermaßen massiv wie auch naiv auf die Erde einschlugen.

Digitale Aufarbeitung:
Für sein Alter macht das Blld einen hervorragenden Eindruck. Vor allem das Fehlen von Verschmutzungen und Defekten, so wie die Kraft der Farben wissen zu überzeugen. Lediglich leichte Nachzieheffekte, die wahrscheinlich durch die Konvertierung von einem NTSC-Master kommen, fallen ein wenig störend ins Gewicht. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 Mono ist zwar gut verständlich, klingt insgesamt jedoch ein dumpf.

Für eine kleine Produktion hat der Film sehr viel an Extras zu bieten. Wenn man der englischen Sprache mächtig ist, erhält man gleich in 2 unterschiedlichen Kommentarspuren ausführliche Hintergründe über die Entstehung, weswegen es sich auf jeden Fall lohnt, einen zweiten Filmdurchlauf zu starten. Die restlichen Extras auf der Scheibe setzen sich aus dem alten VHS-Vorspann, einer Bildergalerie mit Artwork, Bio- und Filmografie zu Steve McQueen, sowie zwei Trailern zusammen. Lobenswert ist in jedem Fall das ausführliche Booklet, das der DVD beiliegt und in dem es neben einigen Plakat- und Fotomotiven ausführliche Informationen zum Blob gibt.

Fazit:
Für Filmfreunde mit Anspruch wird "The Blob" wohl auf ewig der schnarchige, billige Monster-Movie bleiben. Wer allerdings ein Faible für die B-Monsterfilme der 50er- und 60er-Jahre mit sich bringt, wird ihn immer wieder gerne in den Player einlegen, um sich mit charmanter Glibbermaßen bestens zu unterhalten. Das Bonusmaterial ist lobenswert ausführlich, wenn man denn der englischen Sprache mächtig ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,66:1
1,66:1
82:30 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Irwin S. Yeaworth Jr. & Darsteller Robert Fields
  • Audiokommentar mit Produzent Jack H. Harris & Filmhistoriker Bruce Eder
  • Deutsche VHS-Titelsequenz
  • Slideshow
  • Filmo- und Biografien
  • Trailer
  • Booklet
The Blob - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Blob - Schrecken ohne Namen
The Blob

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Für die einen nur langweilig, für die anderen die charmanteste Monster-Versuchung der 50er-Jahre


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1958
Regie:
Irvin S. Yeaworth, Jr.
Drehbuch:
Theodore Simonson, Kate Phillips (nach einer Geschichte von Irving H. Millgate)
Darsteller:
Steve McQueen, Aneta Corseaut, Earl Rowe, Olin Howell, Steve Chase, John Benson

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
27.10.2005