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DVD-Besprechung - Das Blut der Templer

Story:
Eigentlich hätte David (Mirko Lang) schon längst tot sein sollen. Während seiner Taufe drangen die Ritter des Templerordens in die Kirche ein mit dem Auftrag, den Säugling an Ort und Stelle zu ermorden. Doch die Ordensritter hatten Erbarmen mit dem Jungen und brachten ihn in ein nahe gelegenes Kloster, wo er unter der Obhut des Mönches Quentin (Peter Franke) aufwuchs. Doch auf einmal ist es mit dem normalen Leben vorbei, als die abgesplitterte Gruppe Templer, der Prieure de Sion, unter der Führung von Lucrezia de Saintclair (Catherine Flemming) hinter ihm her ist. Diese benötigen ihn, um an den größten aller Schätze zu kommen - den heiligen Gral. Dies wollen die traditionellen Tempelritter unter der Leitung von Robert von Metz (Harald Krassnitzer) um jeden Preis verhindern und so entbrennt ein Kampf der verfeindeten Orden, bei dem David für sich selbst entscheiden muss, wer gut und wer böse darstellt und auf welche Seite er sich letzten Endes schlägt.

Meinung zum Film:
Der große Pro 7-Event-Zweiteiler gehört zu den aufwendigeren Spielfilm-Produktionen im deutschen TV. Mit Beiträgen wie der Verfilmung von "Das Jesus-Video", dem Erfolgsroman Andreas Eschbachs, folgt man der allgemeinen Erfolgsformel, einen Helden wider Willen aus seinem ruhigen Leben, das bis dahin in geordneten Bahnen verlief, fantastische Abenteuer bestehen zu lassen. In "Das Blut der Templer", das nach einem Originaldrehbuch entstand und erst anschließend vom deutschen Fantasy-Guru Wolfgang Hohlbein ("Die Chronik der Unsterblichen") in Buchform gebracht wurde, folgte man ebenfalls diesem Pfad. Für den fantastischen Teil lies man den Orden der Tempelritter wieder aufleben, gab ihm bis in die heutige Zeit eine Bedeutung und lies einen Teil von ihnen zu wilden Outlaws werden, die sich in schwarzem Leder gekleidet wie coole Cyberpunks von den traditionellen Werten abwenden und in einer Splittergruppe auf die Jagd nach dem heiligen Gral aufmachen, um dessen Macht für sich zu nutzen.

Dabei beliess man ihnen allerdings einen Teil der Wurzeln und lässt sie auch heute noch mit Schwertern bewaffnet auftreten. Gleich zu Beginn laufen die originalen Tempelritter wie eine Gruppe aus dem Highlander-Clan des Connor MacLeods über einen Kirchplatz in Avignon und bekämpfen sich mit den Rittern des Prieure de Sion, die cool wie Vampirjäger Blade durch die Gegend laufen und in nicht minder lockerer Art sprechen. Und der unschuldige David befindet sich auf einmal zwischen den Fronten der beiden Gruppen und muss entscheiden, auf wessen Seite er sich schlägt. Die Story bietet dabei allerdings so einige Logikfallen und Plattheiten, die man als Zuschauer bereit sein muss zu verzeihen, um am Film vergnügen zu haben. Das Denkzentrum auf Stand-By zu schalten, ist sicherlich nicht die schlechteste Idee.

Darstellerisch ist der Film ebenfalls keine Offenbarung. Abgesehen von Peter Franke ("Schlafes Bruder") als Bruder Quentin und Ralph Herforth ("Ratten") als einer der obersten Templer, bemerkt man schon deutliche Unterschiede zur Qualität einer großen Kinoproduktion. Fast schon eine Zumutung ist Oliver Masucci in der Rolle des durchgeknallten Ares, der per Definition ein kalter und cooler Killer sein müsste, durch sein Spiel aber nur überzogen und hölzern erscheint. Allerdings ist es insgesamt nicht so dramatisch, dass es sich zu stark auf den Unterhaltungswert niederschlagen würde. "Das Blut der Templer" ist nun mal nur eine aufwendig TV-Produktion aus dem Abenteuer-Genre und sie hat sicherlich nie den Anspruch gestellt, hochtreibende Dialoge oder die Spitze der Darstellungskunst zu präsentieren. Wer das nicht erwartet, sondern einfach nur den Kampf zweier Gruppen mit langjähriger Feindschaft, bei denen sich die eine der Tradition verschrieben hat, während sich die andere wie eine rebellische Gruppe Outlaws aufführt, wird hier fündig. Statt edel dekorierter Dialog-Feinkost gibt es eine große Portion Action-Fast-Food, die dem Zuschauer nicht allzuviel abfordert, bei der man sich entspannt zurücklehnen und die Bilder auf sich einprasseln lassen kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann den Ansprüchen an eine große TV-Produktion der heutigen Zeit weitestgehend gerecht werden. Es ist klar, hat eine natürliche Farbgebung und Störungen sind keine auszumachen. Einziges Problem ist teilweise recht deutliches Rauschen im Bild, das allerdings nicht durchgehend zu sehen ist. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar und störungsfrei und kann in einigen Szenen mit raumfüllenden Effekten aufwarten. Vergeblich gesucht wird die Möglichkeit, deutsche Untertitel einzublenden, was vor allem für Hörgeschädigte bei einer solch aufwendigen Produktion einen klaren Makel darstellt.

Das Bonusmaterial wird auf einer separaten Bonusdisk geliefert. Das Kernstück stellt ein rund 30-minütiges Making Of dar, das einen bunten Mix aus verschiedenen Schöpfungsphasen des Films präsentiert und mit Backstage-Bildern und Interviews daherkommt. Den Special Effects und der Maske wird noch einmal jeweils ein eigener Beitrage gespendet, in denen detailliert auf den jeweiligen Bereiche eingegangen wird. Einen Blick auf das Templer-Rittertum bis in die heutige Zeit wirft ein kurzer Bericht aus "Focus TV". Es folgen noch 6 "Deleted Scenes", rund 8,5 Minuten "Outtakes", sowie Interviews mit Cast & Crew und Infotafeln zu den Beteiligten am Film. Insgesamt eine runde Mischung, die reichlich Informatives bereithält.

Fazit:
"Das Blut der Templer" bietet wilde Schwertkampf-Action mit einfach gehaltener Geschichte. Das Templer-Thema wurde ein wenig vernachlässigt und wich dem Kampf zweier verfeindeter Gruppierungen. Wer nicht zu viel erwartet und die Maßstäbe einer TV-Produktion ansetzt, wird sicherlich ordentlich unterhalten werden. Wer allerdings mehr erwartet, sollte besser weiter suchen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
189:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Die Entstehung der Special Effects
  • Making Of - Maske
  • Beitragt Focus TV
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • Casting-Session
  • Kampf-Session
  • Darsteller & Crew
  • Interviews
  • Trailer
Das Blut der Templer - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Blut der Templer
Das Blut der Templer

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Old-School-Templer gegen coole Outlaws - aber dabei nicht zu viel über den Inhalt nachdenken


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2004
Regie:
Florian Baxmeyer
Drehbuch:
Stefan Barth, Kai-Uwe Hasenheit
Darsteller:
Mirko Lang, Harald Krassnitzer, Catherine Flemming, Oliver Masucci, Alicja Bachleda-Curus, Peter Franke, Ralph Herfrorth, René Ifrah, Mario Holetzeck, Niels Bruno Schmidt

Label Deutschland :
Constantin Film
Verleihstart Deutschland :
17.02.2005
Verkaufsstart Deutschland :
17.02.2005

Vertrieb Schweiz :
Rainbow Home Entertainment AG
Verleihstart Schweiz :
17.02.2005
Verkaufsstart Schweiz :
17.02.2005



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