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DVD-Besprechung - Die Bluthochzeit
Story:
Eigentlich sollte es für die frischvermählten Mark (Arne Lenk) und Sophie Walzer (Lisa Marie Potthoff) der schönste Tag im Leben werden. Doch die Hochzeitsfeier wird schon bei der Vorspeise geschmissen, als sich Bräutigam-Vater Hermann (Armin Rohde) und Restaurant-Besitzer Franz Berger (Uwe Ochsenknecht) über offensichtlich verdorbene Shrimps in die Haare bekommen, was sich aber im Grunde darin erklärt, dass Berger in Finanznöten steckt, aber nicht an Walzer verkaufen möchte. Die Ereignisse spitzen sich immer weiter zu und Waffengewalt und Geiselnahme waren selten geeignete Mittel, um einen Streit zu schlichten, und legen den Grundstein für eine absurde Belagerungssituation.
Meinung zum Film:
Eigentlich sollte man darüber nicht lachen, wenn einem jungen Brautpaar der eigentlich schönste Tag im Leben derartig verdorben wird. Doch was der belgische Regisseur Dominique Deruddere ("Ich bin ein Star!") an bissigen Dialogen, witztreibender Action und unterhaltsamen Verquickungen präsentiert, lässt garantiert niemanden kalt. Solch ein Hochzeitsessen wird sicherlich für immer im Gedächtnis der Heiratenden bleiben, wenn auch in einer Weise, wie sie dies nicht unbedingt gerne sehen. Denn anstelle von Brautstraußwerfen, Strumpfbandversteigerung und Schleiertanz werden eine ganz besondere Form der Brautentführung, ein großer Knall, der von keiner Sektflasche kommt sowie eine private Feier im Keller bei gutem Wein das Thema sein.
Für viel Harmonie ist schon von Beginn an nicht sehr viel Zeit. Schon während der Fahrt zur Feier hält Vater Hermann kurz den Hochzeitstross an, um zwei gerade erspähte Fasane schießen zu können. Und auch die Feier lässt der von sich in jeder Situation überzeugte Malzer nicht ungenutzt, um dem am Rande des Ruins stehenden Besitzer ein Kaufangebot zu machen und ihm seinen Ruin vor Augen zu führen. Wenn Berger dann seinen Gastronomie-Betrieb zu einer Festung macht und ein Teil der Hochzeitsgäste, natürlich unter Führung des Bräutigam-Vaters, sich aufmacht, diesen zu stürmen, legt eine der Parteien immer wieder eine Schüppe nach und selbst Situationen, die eigentlich nicht mehr zu toppen sind, werden ganz leicht an überzogenen Aktionen übertroffen. Zum Ende hin bekommt der Film dann durchaus ernstere Untertöne in spannender Präsentation und man kann sich als Zuschauer nur die Frage stellen, ob es wirklich so weit kommen musste, und ob adrenalingepuschte Männer, manchmal nicht besser einfach auf ihre Frauen hören sollten.
Bei den Darstellern glänzt allen voran Armin Rohde ("Rossini") als arroganter Großkotz, der wirklich keine Gelegenheit auslässt, um die hochnäsige Seite seines Charakters zum Besten zu geben und mit harter Hand den Sturm einer Festung zu führen. Ihm gegenüber steht mit Uwe Ochsenknecht ("Männer") ein gleichwertiger Schauspieler, der nur auf Grund seiner deutlich geringeren Bildschirmzeit nicht so recht zum Zuge kommt. Die restlichen Rollen sind weitestgehend gleichmäßig und gut verteilt und beinhalten solch bewegende Charaktere wie einen Ehebrecher mit ganz großen Problemen, zwei heimlich Verliebte, zwei gehemmten Partynaturen oder auch den leicht debilen Opa mit der falschen Nase für Blindgänger. Für Spaß mit zusätzlicher Spannung ist auf jeden Fall mehr als ausreichend gesorgt. Ein herrlicher Spaß aus deutschen Landen, der auch für Hollywood-verliebte und deutschen Produktion gegenüber ablehnend dastehende Filmfreunde einen Blick wert ist!
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt ein klein wenig zu steil im Kontrast und die Farben könnten ein wenig mehr Kraft vertragen. Insgesamt nicht sonderlich störend, aber wenn man auf dem Cover schon mit "high-def-direct encoding" wirbt, sollte man auch bei diesen Aspekten Bestmögliches erwarten können. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts fällt vergleichbar gut aus, ohne jedoch groß Gebrauch vom hinteren Bereich zu machen. Dies vor allem aber deswegen, da der Film nicht sehr viel Gelegenheit dafür hergibt
Ein gut 20-minütiges Making Of wirft einen Blick auf die Dreharbeiten und liefert einen ordentlichen Blick hinter die Kulissen. Es folgen eine Bildergalerie zum Comic, Darstellerinfos und ein Interview mit den Produzenten Marc Conrad und Norbert Preuss.
Fazit:
"Die Bluthochzeit" ist eine sehr gut gemachte deutsche Komödie, die mit viel witzigen Kommentaren und sich immer weiter zuspitzenden Situationen zu glänzen weiß. Zum Ende hin wird die Handlung zusätzlich noch recht spannend und liefert dem Zuschauer allerbeste Unterhaltungswerte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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87:04 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Auszüge aus dem Comic
- Darstellerinfos
- Interview mit den Produzenten Marc Conrad und Norbert Preuss
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Die Bluthochzeit
Die Bluthochzeit
Wenn bei Männern das Adrenalin das Sagen hat...
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005 Regie: Dominique Deruddere Drehbuch: Dominique Deruddere, Jean Van Hamme (nach dem Comic von Jean Van Hamme und Hermann Huppen) Darsteller: Armin Rohde, Uwe Ochsenknecht, Arne Lenk, Lia Maria Potthoff, Sandra Borgmann, Josef Heynert, Julia Schmidt, Imogen Kogge, Nand Buyl
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 03.11.2005
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