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DVD-Besprechung - Broadcast Killer

Story:
Das Ziel für vier junge Menschen bei der Show "Have a live!" ist es, sich vor laufender Kamera durch eine unbekannte Wildnis zu schlagen. Als der Wagen der Gruppe liegen bleibt, machen sich erste Spannungen breit. Als dann auch noch ein Mitarbeiter des Teams ein Mädchen der Gruppe in seine Gewalt bringt und mit einem Messer bedroht, ist die Panik groß, denn niemand weiß, ob dies ein Teil der Show ist oder ob eine echte Lebensgefahr für ihre Kollegin besteht. Eines ist aber sicher - die Nerven der Showteilnehmer sind zum Reißen gespannt.

Meinung zum Film:
Reality-Shows gibt es wie Sand am Meer und die Themen sind vielfältig. Ob es sich Stars, Sternchen und solche, die es gerne sein wollen am Lagerfeuer bei Mehlwürmern und Känguruhoden bequem machen oder ob sich eine feine Dame aus gutem Hause für ein paar Tage Heim und Familie mit einer wilden Rockerbraut tauscht, es gibt immer weniger, was den Fernsehanstalten peinlich ist. Diesen Trend hat sich auch bei Regisseur und Drehbuchautor Ulrich Meczulat ("Der Teufel von Rudow") bemerkbar gemacht und er hat es zum Anlass genommen, einen filmischen Beitrag zu diesem Thema abzuliefern.

In seiner fiktiven Show "Take a live!" steckt er vier junge Menschen zusammen und lässt es dabei für die Kandidaten und das Publikum offen, ob es wirklich alles echte Kandidaten sind, da jederzeit und überall auch Maulwürfe von den Showmachern eingebracht werden können, die dann ein vorgegebenes Ziel verfolgen. Dies macht dann auch den großen Reiz bei dem Film aus, da man sich unweigerlich die Frage stellt, ob der unheimliche Mädchenentführer Teil der Show ist, oder ob die Kamera tatsächlich Zeuge einer Straftat wird. Allerdings ist die Reaktion auf die Situation recht daneben geraten. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, auf ein solches Ereignis zu reagieren, was aber da passiert, ist ein doch wenig zu albern. Denn ist es ein echter Killer, würde er sich nicht so lange mit dummen Diskussionen aufhalten, ist es ein eingeschleuster Darsteller, ist sein Vorhaben einfach zu schlecht, als dass man ihn wirklich ernst nehmen könnte. Die Diskussionen der restlichen 3 Kandidaten mal ganz außer acht gelassen, da diese so authentisch wirken wie watschelnde Pinguine mitten in der Sahara. Und spätestens wenn die Kandidaten anfangen, vor dem vermeintlichen Killer zu singen, wünscht man sich, dass das Massaker endlich losgehen möge, um der Peinlichkeit endlich ein Ende zu bereiten.

Die darstellerische Leistung schwankt zwischen gut, annehmbar und ein wenig daneben. Das größte Problem ist, dass es ein wenig an dem natürlichen Verhalten vor der Kamera fehlt, das man von einschlägigen Shows gewohnt ist. Das teilweise hölzerne Spiel ist manchmal schon etwas spaßtötend, genauso wie die verwackelte Handkamera, die selbst für eine Reality-Show in freier Wildahn keine passende Atmosphäre einfängt. Die Idee zu dem Film ist wirklich gut, einige Einfälle und Dialoginhalte passen sich der guten Idee an, doch insgesamt wirkt "Broadcast Killer" einfach zu weit weg vom tatsächlichen Leben, als dass man wirklich Spaß daran haben könnte.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist relativ stark verrauscht und wirkt ein wenig verwaschen. Hinzu kommt, dass die Farben sehr ausgebleicht wirken. Grund hierfür dürfte das beim Dreh genutzte Filmmaterial gewesen sein, das aus Kostengründen nicht dem gewohnten Kino-Niveau entspricht und höchstwahrscheinlich aus Videomaterial bestand. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist zeitweise etwas schwer zu verstehen und kleinere Nebengeräusche lassen sich teilweise ebenfalls vernehmen.

Bonus gibt es reichlich auf der DVD zu finden. Neben einem Audiokommentar mit den Produzenten, einem Making Of und Aufnahmen von den Bühnenproben gibt es noch einen Kurzfilm, der sich recht nett ansehen lässt. Ein rund 30-minütiger Beitrag, der sich als nicht gesendete Realiy-Show darstellt, ist ganz nett anzusehen, wenn auch nicht sonderlich interessant. Es folgen noch eine ganze Reihe Interviews, eine Bildergalerie, Teaser und Trailer.

Fazit:
"Broadcast Killer" hat einige gute Ideen und Ansätze, wirkt in der endgültigen Ausführung aber etwas zu weit hergeholt und gekünstelt, als dass er richtig fesseln kann. Bild- und Tonqualität sind nicht besonders gut, dafür kann das Bonusmaterial überzeugen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
66:18 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Kurzfilm "Teen Shocker"
  • "Flirt im Nachtbus" Reality-Show
  • Audiokommentar mit den Produzenten
  • Teaser
  • Trailer
  • Making Of
  • Galerie
  • Figuren-Interviews
  • Schauspieler
  • Bühnenprobe
Broadcast Killer - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Broadcast Killer
Broadcast Killer

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Viel zu weit hergeholt, als dass er wirklich richtig fesseln könnte


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005
Regie:
Ulrich Meczulat
Drehbuch:
Ulrich Meczulat
Darsteller:
Tessa Nadjafian, Sebastian Achilles, Marika Elena David, Gianni Meurer, Nicolai Tegeler

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
17.11.2005