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DVD-Besprechung - Butterfly Effect (2 Disc Edition)
Story:
Das Leben des Psychologie-Studenten Evan Treborn (Ashton Kutcher) ist nicht immer leicht gewesen. Er leidet seit seiner frühesten Kindheit unter Blackouts. Immer wieder gibt es Momente in seinem Leben, an die er sich gar nicht erinnern kann, nicht einmal wenige Sekunden, nachdem diese passiert sind. Das Leben seiner Freunde verlief allerdings noch weitaus tragischer: Lenny Kagan (Elden Henson) ist durch Kindheitserlebnisse traumatisiert und verbringt die meiste Zeit seines Lebens in seinem elterlichen Kinderzimmer mit Modellflugzeugen, Tommy Miller (William Lee Scott) ist zu einem üblen Gewalttäter geworden und seine große Jugendliebe Kayleigh Miller (Amy Smart) leidet noch heute unter den Misshandlungen, die sie durch ihren Vater George (Eric Stoltz) erleiden musste. Doch dann findet Evan heraus, dass seine Blackouts eine Art Lesezeichen in seinem Leben darstellen, zu denen er in der Zeit zurückreisen und somit Geschehnisse beeinflussen kann, die zu den tragischen Momenten im Leben seiner Freunde führten.
Meinung zum Film:
In der heutigen Zeit wird es immer schwerer, mit wirklich neuen Ideen einen Film zu schaffen, der das Publikum fesselt, ihm dabei aber nicht das Gefühl gibt, das Gesehene schon einmal in vergleichbarer Weise in einem anderen Film erlebt zu haben. Um so erfreulicher ist es folglich, wenn es Filmemachern gelingt, etwas Neues auf Zelluloid zu bannen. Und genau dies gelang den Regisseuren und Drehbuchautoren Eric Bress und J. Mackye Gruber, die zuvor auch schon gemeinsam das Drehbuch zu "Final Destination 2" verfassten auf beeindruckende Weise mit ihrem Schmetterlingseffekt. Ihr Film beginnt mit einer Aussage der Chaos-Theorie, die besagt, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings bei ungünstiger Konstellation auf der anderen Seite des Globus einen Taifun auslösen kann. Analog hierzu lösen leichte, gut gemeinte Manipulationen Evans an der Vergangenheit weitreichende Veränderungen im Hier und Jetzt aus. Dargestellt wird Evan durch "Punk'd"-MTV-Ikone Ashton Kutcher ("Voll Verheiratet"), der durch seine Rolle belegt, dass er durchaus auch ernste Charaktere spielen und einen Film tragen kann. Mit Eric Stoltz ("Killing Zoe"), Amy Smart ("Rat Race"), Elden Henson ("Mighty Ducks") und William Lee Scott ("Identität") ist der Film darüber hinaus durchgehend hervorragend besetzt und bietet nicht einen Ausfall bei den Darstellern auf.
In den ersten rund 30 Minuten galoppiert der Film im beachtlichen Tempo durch die Kindheit seines Protagonisten und lässt an den Stellen der Blackouts eine Menge Fragen offen, die erst im weiteren Verlauf geklärt werden. Dies geschieht dann, wenn Evan wieder in der Zeit zurückreist und in seinem alten Kindeskörper mit dem Wissen der Zukunft agieren kann. Kunstvoll und effektiv umgesetzt sind die Zeitreise-Momente, in denen sich der Psychologiestudent durch Konzentration in die Vergangenheit versetzt. Der Hintergrund beginnt langsam zu verzerren und auf einmal befinden sich der Akteur und die Zuschauer in einer Szene in der Vergangenheit, die in der Einleitung noch offen blieb. An diesen Punkten bietet der Film dann allerdings auch ein paar seiner kleinen Schwachpunkte. Denn wenn Evan als Dreikäsehoch durch ein paar Worte die Gesinnung seines (teils erwachsenen) Gegenübers um 180 Grad drehen kann, klingt das schon ein klein wenig nach zu viel des Guten. Ein weiterer Kritikpunkt ist das Ende. Liefern sich Bress und Mackye selbst eine perfekte Vorlage für einen idealen Schlusspunkt des Films, haben sie dann wohl doch Angst vor der eigenen Courage und entschließen sich zu einem Hollywood-tauglichen Abschluss. Doch insgesamt sind dies nur kleinere Holprigkeiten in einem ansonsten bemerkenswert unterhaltenden Film.
Das große Vergnügen - und gleichzeitig auch die große Spannung - ergibt sich vor allem aus den Gedächtnislücken. Als Zuschauer überlegt man zwangsläufig, was in diesen Momenten geschehen sein mag. Und spätestens, nachdem man das erste mal die Zeitreise miterlebt, wird das Rätselraten noch größer. Nun fragt man sich nicht nur, was passiert ist, jetzt kommt noch die Frage hinzu, wie Evan das Geschehene ändern kann. Und sehr schnell ergibt sich dann noch die letzte Komponente mit der Frage "Was ist diesmal schief gelaufen?". Denn jede Aktion, die auf den ersten Blick Gutes bedeutet, hat auch ihre Schattenseiten. Das Leben besteht aus Schicksalsschlägen, beinhaltet Yin und Yang - aber dies will Evans nicht akzeptieren. Er will die perfekte Welt erschaffen, fügt dadurch jedoch immer wieder einem anderen Menschen großen Schaden zu. Plötzliche und unerwartete Wendungen haben die beiden Filmemacher schon in "Final Destionation 2" treffend und schockierend genutzt und im "Butterfly Effekt" sind diese Wendungen gereift und verhelfen dem Streifen so zu einem Topplatz unter den Mystery-Dramen mit einem extrem großen Unheimlichkeitsfaktor. Vor allem die Gewalt, die von Kindern ausgeht und Kinder und Tiere im Fokus hat, geht eindringlich unter die Haut und erzielt ihre Wirkung beim Zuschauer. Zum Glück wird hierbei auf Effekthascherei verzichtet und sich auf die notwendige Darstellung beschränkt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen. Die Farben erscheinen kräftig, Konturen sind scharf gezeichnet und Bildfehler ein Fremdwort. Lediglich der Kontrast scheint ein wenig zu tief gewählt, wodurch dunklere Szenen stellenweise dazu neigen, Details zu verschlucken. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar und weist an entsprechenden Stellen auch räumliche Effekte aus. Der Soundtrack füllt darüber hinaus ständig den Raum, wodurch die unheimliche Atmosphäre des Films effektvoll unterstützt wird.
Das Bonusmaterial ist auf einer separaten DVD zu finden. Den größten Teil hierbei macht der Director's Cut des Films aus, der mit 114:43 Minuten merklich länger als die Kinofassung ist. Neben einigen zusätzlichen Szenen ist vor allem das alternative Ende, das zwar im wesentlichen deprimierender ausfällt, dafür aber umso passender und harmonischer in den Gesamtkontext passt, der Highlight der Extras. Der DC liegt allerdings lediglich in der englischen Synchronisation mit wahlweise deutschen oder englischen Untertiteln vor, kann aber auf Wunsch mit dem Audiokommentar der Regisseure und Drehbuchautoren Eric Bress und J. Mackye Gruber genossen werden. Des Weiteren bietet die DVD eine wissenschaftliche Abhandlung der Chaostheorie, bei der verschiedene Gelehrte versuchen zu erklären, was genau es mit dieser These auf sich hat. Ähnlich wissenschaftlich wird in einem weiteren Beitrag auf das Thema der Zeitreisen eingegangen. Mit dem filmischen Prozess beschäftigt sich vor allem der Beitrag "Der kreative Prozess", bei dem einige Hintergründe von der ersten Idee bis hin zur Umsetzung des Filmes zu sehen sind. In "Visuelle Effekte" wird auf die einzelnen Umsetzungen wie den Übergängen zwischen den Zeitebenen eingegangen. Abgerundet wird die Bonus-DVD durch den "Fact Track", der während des Filmes interessante Themen rund um die Ereignisse zeigt, eine Storyboard-Galerie, nicht verwendete, bzw. alternative Szenen, sowie dem USA-Kinotrailer.
Fazit:
"Butterfly Effect" bietet extrem unterhaltendes und nicht minder fesselndes Gänsehaut-Kino. Kleinere Holprigkeiten und ein nicht ganz harmonisch wirkendes Ende können problemlos verschmerzt werden, da der Rest des Filmes über die gesamte Länge zu fesseln weiß. Die DVD bietet, wenn auch nur in englischer Originalfassung, wahlweise auch den Director's Cut mit einem passenderen Ausgang. Freunde von übernatürlichen Filmstoffen sollten sich den Film auf gar keinen Fall entgehen lassen!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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108:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Director's Cut des Film mit alternativem Ende
- Die Psychologie und Wissenschaft der Chaostheorie
- Die Geschichte und Faszniation von Zeitreisen
- Fact Track
- Audiokommentar mit den Co-Regisseuren und Co-Drehbuchautoren Eric Bress und J. Mackye Gruber
- Der kreative Prozess
- Visuelle Effekte
- Storyboard Galerie
- Nicht verwendete / Alternative Szenen
- USA-Kinotrailer
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Butterfly Effect
The Butterfly Effect
Ein Mystery-Drama der Extra-Klasse, nun auch auf Wunsch mit dem passenden Ende
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Eric Bress, J. Mackye Gruber Drehbuch: Eric Bress, J. Mackye Gruber Darsteller: Ashton Kutcher, Eric Stoltz, Amy Smart, Elden Henson, William Lee Scott, Logan Lerman, Ethan Suplee, Melora Walters
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 11.02.2005
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