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DVD-Besprechung - The Card Player - Tödliche Pokerspiele
Story:
Ein Unbekannter fordert die Polizei via Internet zu einer Partie Video-Poker heraus. Der Einsatz des Spiels ist das Leben einer jungen Frau. Als der unbekannte Spieler die Partie gewinnt, tötet er die in seiner Gewalt befindliche Frau. Die Polizistin Anna Mari (Stefania Rocca) macht sich gemeinsam mit ihrem Kollegen John Brennan (Liam Cunningham) auf die Suche nach dem Killer, der eine weitere Frau in seine Gewalt bringt. Um eine Chance auf einen Sieg zu haben, sichern sich Anna und John die Dienste des Spielers Remo (Silvio Muccino), der wie kaum ein zweiter das Video-Poker-Spiel beherrscht. Doch die Situation verläuft nicht wie geplant und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen.
Meinung zum Film:
Dario Argento hat 1970 mit seinem "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe", dem durch Mario Bava erschaffenen Giallo-Kino zu seiner Salonfähigkeit verholfen und durch seinen finanziellen Achtungserfolg eine wahre Welle an italienischen Groschen-Krimis losgetreten. 34 Jahre später, nach einer Schaffenszeit, die Klassiker wie "Suspiria" oder "Deep Red" hervorbrachte, aber auch Gurken wie den unsäglichen Versuch einer eigenen Interpretation zu dem "Phantom der Oper", versuchte sich der Maestro des italienischen Kinos mit "The Card Player" an einer Neuauslegung des Giallo, den man am ehesten wohl als Cyber-Giallo bezeichnen kann. Denn anstatt eines seine Mordgelüste in düsteren Ecken auslebenden und eine Motivation aus sexuellen Beweggründen zu habenden Täters sind es nun das Internet und die Spielsucht, die den Rahmen für die Wer-ist-der-Täter-Suche setzen.
Die Musik steuert Claudio Simonetti bei, der zusammen mit seiner Band "Goblin" unter anderem die meisterhafte Musik zu dem Argento-Film "Tenebre" und der europäischen Version von "Zombie - Dawn of the Dead" schuf. Neben einigen sehr stimmungsvollen Stücken bietet er beim Kartenspieler auch eine wilde Mischung aus "Kraftwerk" und wildem Rave an, der die Befürchtung aufkommen lässt, dass Meister Argento nach seiner dämlichen Hardrock-Phase nun den wilden Synthi-Klängen verfällt, und seine Filme dadurch reichlich in ihrem Gesamtbild stört. Ähnlich störend fallen auch die Leistungen der meisten Darsteller aus. Mal abgesehen von Hauptdarstellerin Stefania Rocca ("Der talentierte Mr. Ripley") erreicht kaum einer der Akteure ein durchschnittliches Niveau. Liam Cunningham ("Schiffbrüchig") wirkt wie eine lustlos aufspielende Billigversion von Jean Reno, während Silvio Muccino ("So wie du ist keine") als jugendlicher Video-Poker-Spieler vollkommen talentfrei daherkommt. Die deutsche Synchronisation ist vergleichbar mit der Qualität der Darstellungskunst, und selbst wenn man von Gialli ohnehin keine große Darstellungs- oder Synchronkunst erwartet, fällt der Film in diesem Bezug höchst negativ auf.
Inhaltlich waren die Filme Dario Argentos eher selten Glanzstücke und sein neuestes Werk führt diese alte Tradition fort, setzt zeitweise sogar neue Glanzpunkte. Ein Arien singender und Ballett tanzender Gerichtsmediziner und eine vollkommen haltlose Taktik beim Zurückverfolgen der Internetverbindung des Täters sind albern und billig, fallen aber nicht so gravierend ins Gewicht wie der Versuch, dem Publikum weis machen zu wollen, dass beim Videopoker die gleiche psychologische Taktik und das gleiche Geschick wie beim Pokerspiel am runden Tisch zum Tragen kommt. Doch "The Card Player" ist keineswegs nur schlecht. Er hat durchaus seine spannenden Momente, kann die meiste Zeit über ordentlich unterhalten und siedelt sich im Vergleich zu anderen Genre-Vertretern im Mittelfeld an. Doch von Dario Argento, der den Giallo maßgeblich mit definierte, darf man schon mehr erwarten und der Film, der zudem ohne jeden nennenswerten optischen Höhepunkt daherkommt, ist für seine Verhältnisse eher schlecht. Große Langeweile kommt sicherlich nicht auf und wer einen durchschnittlichen Giallo erwartet, dürfte auch ordentlich unterhalten werden. Wer allerdings einen Argento-Film mit den üblichen optischen Highlights zu sehen hofft, wird zwangsläufig enttäuscht werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck und bietet keinerlei Grund zum Klagen. Details sind sehr gut auszumachen, die dunkleren Flächen schlucken keine Informationen und die Farben erstrahlen in gelungenen Tönen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts macht einen vergleichbar guten Eindruck und sorgt zusätzlich für ein schönes Räumlichkeitsgefühl.
Bei den Extras gibt es kleinere Beiträge wie die Filmografien zu 5 Künstlern, eine Bildergalerie sowie den Trailer in Deutsch und Englisch. Den ersten größeren Beitrag stellt das rund 8-minütige Promo zum Film dar, bei dem zu der träumerisch-schönen Musik zu "Suspiria" Bilder vom Dreh gezeigt werden. Es folgt ein knapp 12-minütiger Beitrag mit einer Mischung aus Behind-the-Scenes-Material, das einen Großteil der Aufnahmen aus dem Promo beinhaltet und eine längere Szene aus dem Film, und ein paar Worten von Meister Argento und der Hauptdarstellerin, in denen über die Entstehung des Filmes berichtet wird. Der Gehalt an neuen Bildern oder Informationen ist jedoch sehr gering.
Fazit:
"The Card Player" ist ein durchschnittlicher Giallo von Dario Argento, der nur wenig bis gar nichts von der gewohnten Argento-Optik aufzubieten hat. Wenn man nicht mit all zu hohen Erwartungen an den Film herangeht, hat er durchaus seinen Unterhaltungswert. Nur eines sollte man auf gar keinen Fall erwarten - echtes Argento-Feeling.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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99:21 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Deutsch Dolby Surround |
Englisch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Filmografien
- Slideshow
- Originaltrailer
- International Promo
- Behind the Scenes & Interviews
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The Card Player - Tödliche Pokerspiele
Il Cartaio
Der neueste Argento, der im Grunde gar kein Argento ist
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 2004 Regie: Dario Argento Drehbuch: Dario Argento, Franco Ferrini Darsteller: Stefania Rocca, Liam Cunningham, Silvio Muccino, Adalberto Maria Merli, Claudio Santamaria, Fiore Argento, Cosimo Fusco, Mia Benedetta
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 14.10.2005
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