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DVD-Besprechung - Chasing Amy

Story:
Holden McNeil (Ben Affleck) und Banky Edwards (Jason Lee) sind ein erfolgreiches Team. Gemeinsam zeichnen sie den erfolgreichen Independent-Comic "Bluntman & Chronic" und sie wären wahrscheinlich auch noch zu größerem Ruhm aufgestiegen, wären sie nicht auf Alyssa Jones (Joey Lauren Adams) gestoßen. Denn kaum hat Holden sie gesehen, verliebt er sich Hals über Kopf in die bezaubernde Frau. Doch dem großen Glück steht ein großes Hindernisse im Weg, das unüberbrückbar zu sein scheint - Alyssa ist lesbisch. Doch McNeil lässt nicht locker und setzt alles daran, eine gemeinsame Zukunft mit der schlagfertigen Miss Jones zu haben.

Meinung zum Film:
Kevin Smith ist schon seit langer Zeit kein Unbekannter mehr im Filmgeschäft. Aber wer hätte gedacht, dass der einstige Comic-Geek, der einen Großteil seiner Comicsammlung verkaufte, um seinen Erstlingsfilm "Clerks" produzieren zu könnten, einmal zu den Lieblingen der Massen zählen würde und als Wunderkind des amerikanischen Kinos gilt. Doch Smith hat es durch seine einzigartige Art geschafft, Gespräche zwischen Menschen zu präsentieren, die genauso fesseln können wie aufwendige Actionszenen in den großen Blockbustern. In diesen Dialogen geht es um Dinge, die auch täglich in Büros, Kneipen oder den heimischen 4 Wänden Thema sind. Es geht um die verschiedene Sicht der Welt durch Männer und Frauen, um Liebe und Sex oder einfach nur um belanglosen Smalltalk. Und wahrscheinlich ist es diese lebensnahe Natürlichkeit, die gerade "Chasing Amy" zu einem der besten Filme seiner Art macht.

Neben den erfrischend natürlichen und witzigen Dialogen, ist es aber auch Joey Lauren Adams ("Big Daddy"), die dem Film einen besonderen Glanz verleiht. Sie strahlt eine Natürlichkeit aus, dass man fast glauben möchte, sie würde ihre eigene Lebensgeschichte präsentieren. Gerade wenn es um sexuelle Themen geht, die durch falsche Darstellung schnell peinlich oder prüde klingen, hat man als Zuschauer das Gefühl, sie würde über die Zubereitung eines amerikanischen Apfelkuchens reden und nicht über die Möglichkeiten des gleichgeschlechtlichen, körperlichen Vergnügens unter Frauen. Aber auch wenn es ernster wird und sie nach einem verbalen Vorstoß Holdens tränenreich, aber dennoch kraftvoll ihre Seite der Medaille präsentiert, ist sie stets lebensnah und man zweifelt es zu keiner Sekunde an, dass sie nicht auch denkt, was sie von sich gibt.

Aber auch in anderen Rollen ist die Besetzung hochwertig. Allen voran ist es Jason Lee ("Dreamcatcher", "Vanilla Sky") in der Rollen des Banky, der ein Garant für spaßige Unterhaltung vom Feinsten ist. Was Joey Lauren Adams durch ihre bodenständige Natürlichkeit schafft, bekommt Lee durch seine Präsentation der abgedrehten Gedankengänge seiner Filmfigur hin, die er trocken wie die Wüste Gobi präsentiert. Ben Affleck ("Pearl Harbor", "Armageddon") füllt den Part des bis über beide Ohren Verliebten ebenfalls sehr gut aus. Bei ihm sind es die Szenen, in denen er leidet, die am ehesten im Gedächtnis hängen bleiben. Abschließend ist man als Zuschauer durch seine Leiden um zwei Erkenntnisse reicher: Zum einen ist es besser, wenn man nicht immer alles weiß, zum anderen sollte man lieber zweimal nachdenken, bevor man peinliche Schlüsse zieht. Wer Ben Affleck nur aus Actionfilmen kennt, sollte sich durch "Chasing Amy" beweisen lassen, dass er durchaus in der Lage ist, Emotionen zu zeigen. Schauspielerisch gehört die Leistung in diesem Film auf jeden Fall zu seinen besten!

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen wirklich guten Eindruck. Die Farben strahlen kräftig, der Kontrast ist optimal eingestellt und lediglich leichtes Rauschen im Bild ist als kleiner Makel zu nennen. Der Ton, der sowohl in Deutsch als auch in Englisch in Dolby Digital 5.1 vorliegt, ist ebenfalls gut gelungen und er wurde sogar für raumfüllenden Klang auf die hinteren Lautsprecher ausgebaut. Wenn sich die Protagonisten in einer Bar befindet, ist man als Zuschauer mittendrin und dabei.

Bonusmaterial ist reichlich auf der DVD zu finden. Neben einem Audiokommentar mit einer bunt gemischten Gruppe, zu der u.a. Kevin Smith und Ben Affleck gehören, der gleichermaßen informativ und unterhaltsam ist, gibt es noch alternative, entfernte und verpatzte Szenen, den Trailer zum Film, Tafeln mit Biografien zu den wichtigsten Personen und eine paar weiteren Tafeln mit Infos zur Jersey-Trilogie von Kevin Smith. Wer Meister Smith kennt, weiß um dessen Schalk im Nacken und so gibt es auch noch eine lustiges Intro mit ihm und eine kurze Abhandlung über die Testbalken, die am Ende von Videokassetten zu sehen sind.

Fazit:
"Chasing Amy" ist ein herausragender Film von einem Regisseur, der es wie kaum ein Zweiter versteht, die Dinge so zu präsentieren, wie sie in der weiten Welt passieren, und damit bestens unterhält. Herausragend ist vor allem die Leistung von Joey Lauren Adams, die diese Mischung aus Liebeskomödie und Beziehungsdrama zu allerbester Unterhaltung macht. Die DVD-Umsetzung ist sehr gut gelungen, weswegen dieses Kevin Smith-Kleinod in keiner Sammlung fehlen sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
108:28 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Kevin Smith, Ben Affleck, Jason Mewes, Scott Mosier, Robert Hawk, Jon Gordon, Vincent Pereira
  • Farbbalken-Special
  • Intro mit Kevin Smith
  • Entfernte und alternative Szenen
  • Verpatzte Szenen
  • Hintergrundinfos zur Jersey-Trilogie
  • Biografien
  • Trailer
Chasing Amy - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Chasing Amy
Chasing Amy

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein Film direkt aus dem Leben, genial unterhaltsam


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1997
Regie:
Kevin Smith
Drehbuch:
Kevin Smith
Darsteller:
Joey Lauren Adams, Ben Affleck, Jason Lee, Dwight Ewell, Jason Mewes, Kevin Smith

Label Deutschland :
Universum Film
Verkaufsstart Deutschland :
06.12.2004