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DVD-Besprechung - The Circle - Reinkarnation eines Kannibalen
Story:
Der jüngste Fall von Staatsanwältin Kwang Rim (Woong-in Jeong) macht ihr reichlich zu schaffen. Sie ist davon überzeugt, dass der inhaftierte Oh Hyeon-ju (Soo-yeon Kang) mehrere Frauen vergewaltigt und anschließend teilweise ihr Fleisch gegessen hat. Bei der Verhandlung wird der vermeintliche Kannibale von einem Pflichtverteidiger vertreten, der dem Prozess eine ganz neue Wendung gibt, als er den Richter davon zu überzeugen versucht, dass sein Mandant von der ruhelosen Seele eines 1930 verstorbenen Mannes besessen ist. Irgendwann bekommt auch Rim Zweifel an ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Geschichte und beginnt eigene Untersuchungen anzustellen.
Meinung zum Film:
Auf dem Cover von "The Circle" steht geschrieben, dass der Film in der AsiaDB als "ein großbudgetierter Horrorfilm zwischen Splatter und Fantasy" bezeichnet wird. Wer "The Circle" gesehen hat, wird sich zwangsläufig fragen, wie der Autor dieser Aussage zu dieser Einordnung kommt und ob dieser den Film überhaupt gesehen und wenn ja, ob er ihn denn auch wirklich verstanden hat. Während man das großbudgetiert und auch das Fantasy sicherlich stehen lassen kann, sind die Ausdrücke "Horrorfilm" und "Splatter" so unangebracht, wie diese es auch bei "Mathilde - Eine große Liebe" wären. Mal abgesehen von ein paar eher harmloseren Effekten gibt es in Sachen Gore überhaupt nichts zu sehen und Horror sucht man durchweg vergebens. "The Circle" ist ein lupenreines Mystery-Liebes-Drama, das man vielleicht noch als Thriller durchgehen lassen könnte.
Auch der Vergleich mit "Sieben" ist nicht nur am Hinken, sondern steht vollkommen ohne Fortbewegungs-Möglichkeit dar. Nur weil die Mystik ein großes Thema im Film ist und es ein wenig Blut zu sehen gibt, ist ein Film nicht automatisch mit dem Klassiker vergleichbar. Ein Vergleich mit einem beliebigen Liebes-Drama voller tragischer Momente wäre wesentlich passender gewesen, würde sich aber wahrscheinlich nicht ganz so gut verkaufen. Mit den wenig passenden Zeilen und der daraus resultierenden, reißerischen Vermarktung erreicht man nur eines - das falsche Zielpublikum, das sich durch den Film sicherlich nicht unbedingt zielgerecht unterhalten lässt. Splatterfreunde werden schon recht bald genervt abschalten, Horrorfreunde werden bis zum Ende vergebens auf den Horror warten. Auch die deutsche Synchro ist nur wenig stimmungsvoll und macht einiges der Atmosphäre kaputt. Auch wenn man Verfechter einer deutschen Synchronisation ist, sollte man hier eine Ausnahme machen und zum O-Ton mit deutschen Untertiteln greifen. Da die Effekt- und Musikspur offenbar nicht isoliert vorlag, musste alles komplett neu erstellt werden. Während man die wenigen Hintergrundgeräusche noch teilweise verzeihen kann, fallen bei der Musik schon deutliche Qualitätsunterschiede aus. In der deutschen Variante wurden teils andere Musikstücke verwendet, die den Originalwerken nicht gerecht werden können. Auch die deutschen Sprecher können die Stimmung des Originals nur selten einfangen.
Aber "The Circle" ist definitiv kein schlechter Film. Wer ein tragisches Liebesdrama erwartet, das mit einer gehörigen Portion Mystik daherkommt, der wird bei diesem Film allerbestens bedient. Eine schicksalhafte Liebe in der Vergangenheit, die einen ruhelosen Geist nach sich zieht und die nach Liebe Suchenden in der Gegenwart und ihre fatalen Verstrickungen sind für Freunde von Liebedramen beste Kost, die zu dem noch künstlerisch ansprechend präsentiert wird. Alleine die Sequenzen, in denen Kwang Rim als Augenzeugin die Ereignisse der Vergangenheit miterlebt, sind sehr phantasievoll und ansprechend aufgenommen worden. Auch der Soundtrack, der im Original wesentlich besser zur Stimmung des Filmes beiträgt als in der deutschen Fassung, ist ein wesentlicher Bestandteil dieses wirklich gelungenen Liebesdramas aus Fernost.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für einen Transfer von einem NTSC-Master ganz ordentlich. Da die Abtastung nicht anamorph gemacht werden konnte, fehlt es zwangsläufig an Details. Teilweise kommt es auch zu leichtem Kantenflimmern und die Farben wirken ein wenig matt. Doch man hat schon weitaus schlimmere asiatische VÖ in Deutschland erlebt und man kann das Ergebnis durchaus als ordentlich bezeichnen. Der deutsche Ton liegt zwar in Dolby Digital 5.1 vor, kommt aber fast komplett aus der Front. Die koreanische Tonspur liegt zwar nur in Dolby Digital 2.0 vor, ist aber bis auf die Tatsache, dass sie ein wenig dumpfer geraten ist, vergleichbar gut.
Als Bonus gibt es nur den Trailer zum Film und eine Bildergalerie.
Fazit:
Wer von "The Circle" nicht den angepriesenen Horror-Thriller mit Splattergehalt erwartet, hat eine gute Chance darauf, gut unterhalten zu werden. Wer asiatische Liebesdramen mit ganz viel Mystik mag und obendrein noch bereit ist, sich den Film im Originalton mit deutschen Untertiteln anzusehen, bekommt für den Film eine klare Kaufempfehlung mit auf den Weg!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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108:44 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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The Circle
Seokkeul
Horror- und Splatterfans werden enttäuscht sein, Anhänger von Mystik-Liebesdramen ganz sicher nicht
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2003 Regie: Seung-bae Park Drehbuch: Ji-yeong Yu Darsteller: Soo-yeon Kang, Woong-in Jeong, Jeong-yun Choi, Jae-ryong Jeon, Jun-Sang Yu
Label :
MC One
Verkaufsstart : 23.06.2005
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