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DVD-Besprechung - City of Lost Souls (Direcotr's Cut)
Story:
Der brasilienstämmige Japaner Mario (Teah) ist zu einer gejagten Person geworden, seit er seiner großen Liebe Kei (Michelle Reis) zur Flucht aus dem Gefängnis verholfen hat. Um in Ruhe leben zu können, plant er, sich gemeinsam mit seiner Ausgewählten nach Brasilien abzusetzen. Doch das ganze stellt sich als nicht so leicht heraus, da nach einem verpatzten Coup die halbe Unterwelt und die japanische Polizei dem Liebespaar auf der Fährte sind.
Meinung zum Film:
Takashi Miike ("Ichi der Killer", "Audition") ist einer der ganz großen Kultregisseure Fernosts und er genießt, mittlerweile nicht nur in Japan, einen ähnlichen Kultstatus wie Quentin Tarantino in der westlichen Welt. Seine Filme sind auch in einer ähnlichen Weise inszeniert wie die des "Pulp Fiction"-Machers. Vor allem die experimentelle Art seiner Bilder, die immer etwas verspielt aussehen, dabei aber in der Regel eine große Innovation aufweisen, sind sicherlich einer der Gründe für seine große Popularität. Was Miike ebenfalls auszeichnet, sind seine skurrilen Einfälle. Und von diesen gibt es auch in der Stadt der verlorenen Seelen einige zu finden.
So ist es zum Beispiel auffällig, wie sehr die meisten der Protagonisten um ihre Zahnhygiene besorgt sind. Es gibt einen Liliputaner, der sich mit einem Geldkoffer auf dem Plumpsklo aufhält und einen Hahnenkampf, der so abgedreht inszeniert wurde, dass die Kampfgockel wie die tierische Auflage des Kampfes zwischen Neo und Mr. Smith aus der Matrix wirken. Doch bei seinen Gags bekommt Takashi Miike immer noch, wenn auch meist nur auf den letzten Millimetern, die Kurve, um nicht in Albernheit zu enden, und die westlichen Zuschauer dadurch auf die Probe zu stellen. Ein paar geschmackliche Gewagtheiten sind wahrscheinlich trotzdem hart an der Grenze des Zumutbaren, doch auch hier wird durch ein frühzeitiges Wegschwenken rechtzeitig eingeschritten.
Die großen Stärke hat der Film sicherlich in der Coolheit, in welcher die Helden und Schurken agieren. Teah in der Rolle des Mario erinnert mehr als einmal an den "Desperado" aus dem Robert-Rodriguez-Klassiker, während Michelle Reis ("Fallen Angels") als dessen Flamme Kei in ihrer Art, den russischen Fluchthelfer Khodoloskii mittels Wodka davon zu überzeugen, dass man mit dem Paar besser nicht seine Späße treibt, zu den stillen Wassern gehört, die verdammt tief sind. Die Geschichte ist vom Tiefgang maximal auf dem Level eines Mangas angesiedelt, basiert allerdings auf einem Roman von Seishu Hase ("Sleepless Town"). Doch im Grunde ist dies nicht weiter schlimm, denn "City of Lost Souls" versteht es allein durch seine lockere Inszenierung, der heißen Action und coolen Sprüche zu unterhalten. Er bietet gelungene Abwechslung für Freunde der Filme der Herren Tarantino und Rodriguez. Er dürfte darüber hinaus sicherlich auch der perfekte Einstieg für westlich ausgerichtete Filmfreunde sein, die sich ein Bild vom japanischen Kult-Regisseur Takeshi Miike machen wollen. Wer danach Lust auf mehr hat, kann sich immer noch an die weitaus abgedrehteren, und auch blutigeren Werke des Meisters machen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild erscheint insgesamt ein wenig zu dunkel, Konturen lassen stellenweise Schärfe klar vermissen und leichtes Rauschen ist ein ständiger Begleiter. Die Farbe wirken obendrein ein klein wenig zu intensiv. Die meist zum Bild bei asiatischen Filmen gehörenden Nachzieheffekte sind teilweise deutlich vorhanden. Insgesamt ist das Bild sicherlich nicht schlecht, schafft es aber über ein ordentliches Mittelmaß nicht hinaus. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar, Effekte im Hintergrund sind stellenweise auch zu vernehmen. Die Möglichkeiten durch den Film werden allerdings nicht ausgenutzt.
Als Bonus gibt es ein Making Of, das sich allerdings als rund 5-minütiger, unkommentierter Blick hinter die Kulissen herausstellt. Interessanter ist da schon das rund 10-minütige Interview mit Takashi Miike, der über seine Filme und seine Inspirationen plaudert. Ansonsten gibt es nur noch eine Mischung aus Teaser, Trailer und TV-Spots. Insgesamt ein klein wenig mau.
Fazit:
"City of Lost Souls" ist einer der gemäßigteren Filme vom japanischen Kult-Regisseur Takashi Miike, der ganz in der Tradition von Filmen wie "Desperado" steht. Mit skurrilen Einfällen, einer gewohnt experimentellen Inszenierung und coolen Charakteren weiß er über seine ganze Spieldauer gut zu unterhalten. Die technische Umsetzung ist ordentlich, weist aber Mängel auf.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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102:58 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Teaser
- Interview mit Takashi Miike
- TV Spots
- Trailer
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City of Lost Souls
Hyôryuu-gai
Brasilienstämmige Desperados in Fernost
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2000 Regie: Takashi Miike Drehbuch: Ichiro Ryu (nach Seishu Hase) Darsteller: Teah, Michelle Reis, Patricia Manterola, Mitsuhiro Oikawa, Koji Kikkawa, Ren Osugi, Akaji Maro, Anatoli Krasnov, Sebastian DeVicente
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 31.01.2005
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