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DVD-Besprechung - Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
Story:
Ein auf Geheiß von Kommissar Bonavia (Martin Balsam) entlassener Insasse einer psychiatrischen Anstalt erschießt offensichtlich grundlos vier Männer. Staatsanwalt Traini (Franco Nero) nimmt die Ermittlungen bei dem Zwischenfall auf und erkennt schon bald, dass Boavia offensichtlich seine eigenen Methoden hat, dem organisierten Verbrechen Herr zu werden. Seine Art, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und selbst für Blutvergießen unter den Kriminellen zu sorgen, womit er selbst gegen das Gesetz verstößt, das er eigentlich vertreten sollte, empfindet er selbst als einzige Möglichkeit, der Situation Herr zu werden. Traini sieht das jedoch anders und neben den Ermittlungen gegen Gangsterboss Lommuno (Michele Gammino) hat er auch ein Auge auf den Kommissar.
Meinung zum Film:
Regisseur Damiano Damiani ("Töte Amigo", "Der Terror führt Regie") ist sicherlich weit davon entfernt, eine positive Sichtweise auf die Integrität des Rechtsstaates zu haben. Seine Filme strotzen nur so davor, wie eine Anklage gegen Korruptheit und Machtlosigkeit der Regierenden zu wirken, geprägt von einem ohnmächtigen Kampf gegen die Ungerechtigkeit. Mit "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert", was wieder einmal ein Paradebeispiel für die reißerische Dummheit der deutschen Filmtitelvergabe darstellt, erscheint nun endlich eines seiner Meisterwerke auf DVD, das obendrein erstmals in der kompletten Fassung zu sehen ist. Bislang nicht enthaltene Szenen wurden im italienischen Original mit deutschen Untertiteln eingefügt. Zu diesen gehört vor allem ein bemerkenswerter Dialog zwischen Traini und Bonavia über die Macht des Rechtsstaats vor einer wunderschön eingefangenen Küstenlandschaft. Diese Szene gehört ohne Zweifel zu den Highlights des Films und es ist fast schon als ein Verbrechen an der Kunst Damianis anzusehen, dass man gerade diese Einstellung bislang vorenthalten bekam.
Die wenig ehrenhafte Einstellung von Kommissar Bonavia wird gleich zu Beginn eindeutig geklärt. Es besteht kein Zweifel daran, dass sich der von den Misserfolgen in der Vergangenheit enttäuschte Beamte die Regeln so zurechtbiegt, wie er sie braucht, damit seine Auslegung der Wahrheit Gerechtigkeit erfährt. Allerdings kann man seine Haltung zum Teil auch nachvollziehen, da er sich etliche Jahre auf dem Pfad der Tugend bewegte, dabei eine Enttäuschung nach der anderen erleben musste und ohnmächtig mit ansah, wie die Verbrecher immer reicher und mächtiger wurden, während er selbst nur auf der Stelle trat. Martin Balsam ("Kap der Angst") versteht es vorzüglich, dem Zuschauer ein zwiespältiges Gefühl darüber zu geben, ob man nun das Vorgehen des Polizisten gutheißen soll oder nicht. Man schwankt ständig zwischen Verständnis und Ablehnung und eine endgültige Meinung ist nur schwer zu finden.
Auf der andere Seite des Rechts steht Franco Nero ("Django"), der gesetzestreu und aufrichtig versucht, für Gerechtigkeit zu sorgen und für sich selbst jedes illegale Handeln ablehnt. Dies führt ihn zu vielen frustrierten und ohnmächtigen Momenten, genau wie es Bonavia vor einigen Jahren auch durchgemacht hat. Die Rolle des Traini ist eher ungewöhnlich für Franco Nero, der ansonsten eher den Part des unorthodoxen Helden spielt, der selbst schon einmal über die Stränge schlägt, wenn er gegen kriminelle Banden ins Feld zieht. Ganz anders ist Traini, der noch immer an den Sinn des Rechtsstaates glaubt und dessen Integrität bis zum Äußersten zu bewahren versucht. "Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert" lebt vor allem von den Szenen und Dialogen zwischen Martin Balsam und Franco Nero. Ihre Rechtfertigungen für ihr eigenes Handeln und der Versuch, dem anderen zu zeigen, wie falsch dieser mit seinem Tun liegt, sind ganz großes Kino, nicht nur für Freunde von Polit-Thrillern.
Digitale Aufarbeitung:
Gemessen an dem Alter und der üblichen Verfassung von italienischen Mastern ist das Bild sehr gut gelungen. Von Verschmutzungen ist weit und breit nichts zu sehen. Die Details fallen zwar ein klein wenig schwach aus und das Bild wirkt insgesamt ein wenig unscharf, es ist im Gesamten jedoch als gut zu bezeichnen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist klar verständlich, klingt aber insgesamt ein wenig dumpf.
Als Extra gibt es neben dem italienischen Vorspann, einer Bildergalerie und dem Trailer noch ein eigens produziertes Interview mit Franco Nero, bei dem es so manches informatives Detail zu erfahren gibt.
Ein Fehler tritt bei der automatischen Untertitelung bei den Dialogen mit italienischem Originalton auf. An einer Stelle setzen die Untertitel aus, was man allerdings durch manuelles Einschalten der Untertitel schnell korrigieren kann. Von daher ist dieses Problem zu verzeihen.
Fazit:
Auch wenn es im ganzen Film keinen Clan zu sehen gibt, der seine Feinde lebendig einmauert, sollte man sich diesen hervorragend inszenierten italienischen Polit-Thriller auf keinen Fall entgehen lassen. Die beiden Hauptdarsteller Martin Balsam und Franco Nero bieten überzeugende Leistungen in der Interpretation zweier Verbrechens-Bekämpfer mit grundverschiedenen Mitteln.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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101:01 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Bildergalerie
- Kinotrailer
- Franco Nero Featurette
- Italienischer Vorspann
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Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert
Confessione di un commissario di polizia al procuratore della repubblica
Der Film, der mit zwei bemerkenswerten Hauptdarstellern verschiedenen Standpunkte in der Verbrechensbekämpfung untermauert
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1971 Regie: Damiano Damiani Drehbuch: Damiano Damiani, Salvatore Laurani Darsteller: Franco Nero, Martin Balsam, Marilu Tolo, Claudio Gora, Luciano Catenacci, Giancarlo Prete, Arturo Dominici, Michele Gammino
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 14.10.2005
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