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DVD-Besprechung - Die Seuche
Story:
Eine Morgens fallen alle Kinder unter 9 Jahren auf der ganzen Welt in eine Art Koma. 10 Jahre später hat sich das Gesicht der Welt geändert, da es keine Jugendlichen mehr gibt, alle Neugeborenen kommen ebenfalls komatös auf die Welt. Doch genauso plötzlich wie der Zustand eintrat, ist er auch wieder zu Ende und ändert erneut das Gesicht der Welt - denn die Kinder machen nun Jagd auf die Erwachsenen und töten ohne Gnade einen nach dem anderen.
Meinung zum Film:
Der Name Clive Barker steht schon seit langem für gepflegten Horror der härteren Gangart. Seine "Bücher der Blutes" zählen zu den großen Bestsellern in der modernen Horror-Literatur und Verfilmungen wie "Hellraiser" oder "Cabal / Nightbreed" stehen hoch in der Gunst der Fans. Wer allerdings erwartet, mit "Clive Barkers Die Seuche" ein weiteres Highlight aus der Feder des britischen Horror-Autors zu sehen zu bekommen, muss die Erwartungen zwangsläufig zurückstecken, da Clive Barker lediglich als Produzent fungierte und seinen Name aus marketingtechnischen Gründen zur Verfügung stellte. Verantwortlich für den Film zeigt sich der bislang noch unerfahrene Hal Masonberg, der Regie führte und zusammen mit dem ebenfalls noch unerfahrenen Teal Minton das Drehbuch schrieb.
Die Unerfahrenheit der beiden Verantwortlichen für den Inhalt ist es dann letzten Endes auch, die zur großen Crux des Filmes wird. Es ist an allen Ecken und Enden zu spüren, dass das Team aus Drehbuchautor und Regisseur keinerlei Erfahrung hat, die Dramaturgie einer Geschichte über einen Film gleichmäßig zu verarbeiten und das Publikum am Ende mit dem Gefühl zurück zu lassen, einen spannend erzählten und zumindest weitestgehend schlüssigen Horrorfilm gesehen zu haben. Einige Szenen haben dabei deutlich Spannungspotential und wissen zu überzeugen. Meist sind es die Momente, in denen die Kinder und Jugendlichen wie seelenlose Zombies aus George A. Romeros "Dawn of the Dead" Jagd auf ihre Opfer machen. In diesen Einstellungen gibt es reichlich Dramatik zu spüren und diese wecken immer wieder die Hoffnung, dass der Film vielleicht doch noch die Kurve kriegt und zu einem spannenden Vergnügen wird.
Doch diese Hoffnung wird jeweils schnell zu Nichte gemacht und mit inhaltlichen Fragen über den Haufen geworfen. Sieht man einmal von dem wirklich dämlichen Ausgang des Filmes ab, bei dem wohl den Autoren kein gehaltvollerer Ausweg aus dem selbst angerichteten Schlamassel mehr einfiel, gibt es einfach zu viele inhaltliche Fragen und Unzulänglichkeiten, die den Horrorspaß deutlich trüben. So wird zum Beispiel nie auch nur ansatzweise erklärt, warum die Kinder in den Koma-Zustand gerieten, bzw. warum sie dann plötzlich wieder daraus erwachten und zum Angriff übergingen. Obwohl ein Militärstützpunkt in der Nähe ist, wird nirgendwo auch nur ein einziger Soldat gesichtet, der versucht, die mörderischen Kids zu stoppen. Die Reihe der Fragen könnte noch um einiges weiter geführt werden aber es ist ausreichend zu sagen, dass "Die Seuche" ein paar Ideen/Momente aus "Kinder des Zorns" und "Dawn of the Dead" aufgreift, daraus seine stärksten Momente erzeugt, es selbst aber nicht einmal ansatzweise schafft, eine auch nur annähernd ansprechende Geschichte darum zu schaffen. Für ein paar Schockmomente ist der Film sicherlich gut, als Ganzes kann er allerdings überhaupt nicht überzeugen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild weist eine eigenartig sterile Atmosphäre auf und erscheint wie eine auf Video gefilmte Produktion. Abgesehen von der sterilen Optik gibt es allerdings nicht zu bemängeln. Gleiches gilt für den Ton in Dolby Digital 5.1, der stets gut zu verstehen ist, aber kaum nennenswerte Effekte zu bieten hat.
Als Extra gibt es einen Audiokommentar mit den Schauspielern Joshua Close und Brad Hunt, so wie dem Cutter Ed Marx, eine Reihe entfallener Szenen sowie den Trailer zum Film.
Fazit:
"Die Seuche" hat ein paar gute Schockmomente zu bieten, weiß ansonsten allerdings überhaupt nicht zu überzeugen. Die Story steckt voller offener Fragen, die das Vergnügen deutlich in den Keller drücken. Es ist ziemlich offensichtlich, dass Clive Barker hier nur mit dem Namen, nicht aber mit einer Vorlage beteiligt war.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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84:31 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Arabisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Hindi, Portugiesisch, Spanisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit den Schauspielern Joshua Close und Brad Hunt, sowie dem Cutter Ed Marx
- Entfallene Szenen
- Traile
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Die Seuche
The Plague
Inhaltlich äußerst schwacher Mix aus "Kinder des Zorns" und "Dawn of the Dead"
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Hal Masonberg Drehbuch: Hal Masonberg, Teal Minton Darsteller: James Van Der Beek, Ivana Milicevic, Brad Hunt, Joshua Close, Brittany Scobie, Bradley Sawatzky, John P. Connolly, Dee Wallace, Jon Ted Wynne
Label :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart : 14.11.2006
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