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DVD-Besprechung - Coach Carter

Story:
Ken Carter (Samuel L. Jackson) heuert als neuer Basketball-Coach an der in der letzten Saison recht erfolglosen Richmond High an. Dort findet er einen Haufen vor, der konditionell nichts zu bieten hat und dessen Disziplinlosigkeit die herausragende Eigenschaft ist. Doch mit harter Hand und viel Geschick vollbringt er das Unmögliche - ein Team aus einem Haufen Individualisten zu formen, das bereit ist, gemeinsam um jeden Sieg zu kämpfen. Und dafür bietet die frische Saison reichlich Möglichkeiten, wobei die schulischen Leistungen ebenfalls im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Meinung zum Film:
Eines ist so sicher wie Erhöhung der Benzinpreise pünktlich zum Ferienstart - der jährliche Sportsfilm aus dem Land der unendlichen Möglichkeiten. Ob Denzel Washington ein American-Football-Team in "Gegen jede Regel" zum Siegen verhalf oder Kurt Russel ein Team aus krassen Underdogs bei den Olympischen Spielen in "Das Wunder von Lake Placid" zur Goldmedaille im Eishockey führte - alle Filme hatte Vorbilder in der amerikanischen Sportgeschichte und dies sieht auch bei "Coach Carter" nicht anders aus. Diesmal ist es Samuel L Jackson ("Pulp Fiction"), der in die Rolle eines Trainers schlüpft, der auf ungewohnte Weise aus einem Haufen Verlierer ein Gewinnerteam formt. Die Amerikaner lieben und pflegen ihren American Dream, der jeden daran glauben lässt, dass man es vom Tellerwäsche zum Millionär, bzw. vom Hinterhof-Sportler zum Profi schaffen kann. Und damit sich dies nicht ändert, präsentiert man Aschenputtel-Geschichten des Sports, der Amerikaner liebstes Kind, als Hochglanz-Zelluloid, damit dies sich auch in Zukunft nicht ändert.

Die Methoden von Ken Carter sind genauso unkonventionell wie die seiner bereits genannten Kollegen. Seine erste Aufgabe ist es, dem respektlosen Haufen Anstand beizubringen und ein respektvolles Umfeld zu schaffen. Jede Respektlosigkeit wird von Beginn an mit Liegestützen und Laufübungen bestraft und dadurch sorgt er schon bald für Ruhe. Natürlich gibt es im Team auch den ein oder anderen Ausreißer, der immer mal wieder eingefangen werden muss, was Coach Carter aber nur zu gerne macht, denn natürlich hat er stets die richtigen Worte und die richtige Strafe parat. Wenn gegen Regeln verstoßen wird, schreckt er selbst davor nicht zurück, ein Meisterschaftsspiel kurzer Hand abzusagen. Die Aussage des Films ist eindeutig - glaube an dich, arbeite hart und setz das Erreichen von schulischen Zielen an oberste Stelle. Stellenweise wirkt das ganze dann schon ein wenig zu übertrieben klischeehaft aus, stört aber nur am Rande.

Eins sieht man dem Film gleich an - dass er unter dem "MTV Films"-Label produziert wurde. Rap- und Pop-Musik sind bei jeder Möglichkeit zu hören, die Schnitte in den Spielen sind teilweise schnell gesetzt und mit Zeitlupen verfeinert und mit Soul-Sternchen Ashanti, der amerikanischen Antwort auf Jeanette Biedermann, hat man auch gleich das richtige Schnuckelchen als Ergänzung zu den ganzen sportlichen jungen Männern parat. Schauspielerisch kann allerdings nur Mr. Jackson voll und ganz überzeugen, die anderen Leistungen sind aber immerhin noch auf einem ausreichend guten Level. Im Grunde ist dies aber auch nur am Rande entscheidend, da die Figuren im Film größtenteils profillos bleiben und sie nur gelegentlich mal etwas Tiefe bekommen, die aber schnell wieder beiseite gelegt wird. Doch "Coach Carter" kann trotzdem als seichtes Sports-Entertainment-Drama mit klarer Aussage über seine gesamte Spielzeit gut unterhalten und jedem Freund von Sportfilmen problemlos ans Herz gelegt werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und lediglich die etwas dünn ausfallenden Details, die zu einem insgesamt etwas leicht unscharfen Bildeindruck führen, sind verbesserungswürdig. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich und lässt, soweit es die Szenen zu lassen, auch aus dem hinteren Bereich Töne vernehmen.

Als Extras gibt es unter anderem einen recht interessanten Bericht über den wahren Coach Carter, der den Drehbuchautoren als Inspiration für den Film diente. Ein weiterer Beitrag beschäftigt sich mit den Dreharbeiten und den sportlichen Anforderungen an die Darsteller. Es folgen eine Reihe nicht verwendeter Szenen und ein Musikvideo zum Film.

Fazit:
"Coach Carter" ist der jährliche Beitrag zum Thema "American Sports Dream". Die Charaktere mögen zwei seicht sein und als Schauspieler mag nur Samuel L. Jackson richtig überzeugen, dennoch weiß der Film für gut 2 Stunden ohne Längen zu unterhalten und bringt den Zuschauer dazu, mit dem Team der Richmond Oilers mitzufiebern.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
130:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Norwegisch, Schwedisch
Bonusmaterial:
  • Coach Carter - Der Mann hinter der Geschichte
  • Schneller Break an Richmond High
  • Enfernte Szenen
  • Music Video "Hope" von Twista feat. Faith Evans
Coach Carter - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Coach Carter
Coach Carter

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Seichtes Sports-Entertainment-Drama - diesmal aus dem Bereich Basketball


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / USA, 2005
Drehbuch:
Thomas Carter
Darsteller:
Mark Schwahn, John Gatins (inspiriert durch das Leben von Ken Carter)

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
08.09.2005