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DVD-Besprechung - The Coast Guard
Story:
Der 23. Coast Guard Platoon hat in Süd-Korea die Aufgabe, die offenen Küstenabschnitte gegen Eindringlinge zu sichern und dabei nötigenfalls Militärgewalt anzuwenden - es gilt ein ständig erteilter Schießbefehl. Der Soldat Kang Sang-byeong (Jang Dong-Kun) eröffnet eines Abends das Feuer auf verdächtige Personen, die sich allerdings nur als harmloses Liebespaar herausstellen. Die späte Erkenntnis hilft allerdings nicht, da der Mann bei den Schüssen ums Leben kommt. Während Kang immer mehr den Verstand verliert und sogar aus dem Platoon ausgeschlossen wird, beginnt auch die überlebende Frau (Park Ji-a) sich immer mehr zu verändern.
Meinung zum Film:
"Coast Guard"-Regisseur Kim Ki-duk ist alles andere als ein Vertreter des leicht zu verstehenden Kinos. Bereits mit seinem "Bad Guy" hinterließ er einige Fragezeichen in den fragenden Gesichtern der Zuschauer, die sich so manche Stelle im Film nicht ganz erklären konnten, vor allem die Reaktionen der Protagonisten waren nicht immer ganz einsichtig. "Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Frühling" war da schon ein wenig mehr zugänglich, obwohl auch dieser das ein oder andere Mysterium zur Beantwortung offen ließ. Was man Ki-duks Filmen aber trotz vieler Unverständlichkeiten sicherlich nicht absprechen kann, ist eine durchdachte Bildsprache. Seine Kompositionen wirken selten zufällig und er weiß genau, wie er die gewünschte Stimmung erreichen kann. Auch "Coast Guard" lebt in der Tradition von Kim Ki-duks anderen, im deutschsprachigen Raum bekannten Werken.
Die Geschichte um ein tragisches Ereignis an einem bewachten Küstenstück, gerät mit zunehmender Spieldauer immer absurder. Zu Beginn hat man noch das Gefühl, einer Tragödie als Zuschauer beizuwohnen, doch mit fortlaufender Spieldauer fragt man sich allerdings, ob Kim Ki-duk das ganze wirklich derart ins Groteske ziehen wollte, dass man den anfänglich aufgebauten ernsten Rahmen einfach nicht mehr finden kann. Der dem Wahnsinn verfallende Kang wird immer mehr zur Witzfigur und findet erst in der letzten Szene zu seiner Würde und tragischen Ernsthaftigkeit zurück. Mit seinen Aktionen, die er zuvor veranstaltet, macht er sich jegliche aufgebauten Sympathien zunichte und man fragt sich still mehr als einmal, was der Regisseur mit den überzogenen Situationen bezwecken wollte.
Das ganze Szenario wirkt über weite Strecken wie eine Ansammlung an Klischees, die man als Außenstehender über das Militär im Kopf hat. Es wird ständig vom Dienstrang abwärts gedemütigt, geschlagen und bestraft. Wenn einer einen Fehler macht, müssen anschließend alle darunter leiden und erniedrigende Aufgaben erfüllen. Logik hat bei diesem Militär ebenfalls keinen Platz und wird durch stupides und blindes Ausführen von Befehlen ersetzt, gleich ob man diese auch wirklich verstanden hat oder ob diese in den entsprechenden Situationen überhaupt Sinn machen. Das einzige, das man als Zuschauer nachvollziehen kann ist, dass Kang irgendwann durchdrehen musste und auch der Rest des Platoons ganz sicher kurz davor stand. "Coast Guard" dürfte nur etwas für absolute Militär-Fetischisten sein, die endlich mal wieder Zucht und Ordnung in der Truppe sehen wollen und bei denen militärischer Rang einen höheren Stellenwert als Menschlichkeit und Logik haben. Alle andere werden mit diesem unstimmigen Mix aus Anti-Kriegsdrama und lahmen Action-Thriller sicherlich nur sehr wenig anfangen können.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen durchschnittlichen Eindruck. Vor allem der Kontrast ist stellenweise nicht sonderlich gut und neigt dazu, Details zu verschlucken, Die zu sehenden Details erscheinen zudem nicht sonderlich ausgeprägt. Der deutsche Ton ist in klar zu vernehmenden Dolby Digital 5.1 vorhanden, macht in Sachen Räumlichkeit aber kaum nennenswerten Nutzen von den gegebenen Möglichkeiten.
Bei den Extras gibt es zunächst ein rund 36-minütiges Making Of, in dem es durch Interviews einiges über die Hintergründe und die Entstehung zu erfahren gibt. Hierdurch werden einige unschöne Punkte des Films ein klein wenig entkräftigt, was eigentlich im Film hätte passieren müssen. Es hätte zwar immer noch nicht gereicht, die zweite Hälfte zu retten, aber dadurch wären zumindest Ansatzpunkte gegeben. Es folgen noch ein Musikvideo zum Film, so wie Trailer und Spots. Sämtliche Beiträge sind mit deutschen Untertiteln versehen.
Fazit:
"Coast Guard" ist ein Film, der das Militär von einer Seite zeigt, wie man es sich in den klischeegefülltesten Gedanken vorstellt. Zu Beginn macht noch das meiste Sinn und es keimt die Hoffnung auf, einen gelungenen Anti-Kriegsfilm zu sehen. Doch nach dem tragischen Schuss verfällt der Film zusehends ins Groteske und kann kaum noch ernst genommen werden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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95:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Bonusmaterial:
- Making Of
- Musikvideo
- Trailer & Spots
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The Coast Guard
Hae anseon
Wo echt Kerle noch hirnlose Marionetten sein dürfen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2002 Regie: Kim Ki-duk Drehbuch: Kim Ki-duk Darsteller: Jang Dong-kun, Kim Jeong-hak, Parl Ji-a, Yu Hye-jin, Kim Gu-taek,Kim Kang-woo, Park Yun-jae, Kim Tae-woo, Kim Yeong-jae, Kim Mi-seong
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 28.07.2006
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