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DVD-Besprechung - Cold & Dark

Story:
Es ist schon ein kleiner Schock für Detective Sergeant John Dark (Luke Goss), als sein eigentlich tot geglaubter Partner Detective Sergeant Shade (Kevin Howarth) auf einmal wieder lebend vor ihm steht. Doch ganz der Alte scheint er nicht zu sein, sondern auf einmal mit einer ganz besonderen Gabe versehen. Eine Gabe, die ihm bei der Jagd nach Verbrechern eine große Hilfe ist, allerdings nicht unbedingt im Einklang mit dem Gesetz steht. Dark muss nun für sich entscheiden, ob er den neuen Weg seines Partners mitgehen will, oder ob er ihn von nun an als Feind bekämpft.

Meinung zum Film:
"Cold & Dark" gehört zu der Sorte Film, dem man auf Grund einiger guter Ansätze gerne eine ordentliche Bewertung zukommen lassen möchte, deren dunklen Momente aber selbst den besten Absichten in dieser Richtung einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Ein ganz dickes Minus des Filmes sind die größtenteils obercoolen und platten Dialoge, die jede der Pubertät entwachsene Person im besten Falle nur als platt, im schlimmsten Falle jedoch als Grund zum Abschalten ansieht. Die Intention von Drehbuchautorin Joanne Reay und Regisseur Andrew Goth war es sicherlich, dem Film eine heitere Note zu verpassen. Was dabei herauskam, ist allerdings alles andere als heiter. Vielmehr erscheint es wie die Welt aus Sicht eines spätpubertierenden Machos. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch John-Dark-Darsteller Luke Goss ("Blade II"), der selbst mit minimalen schauspielerischen Anforderungen maßlos überfordert ist, und die Spitze eines durch den gesamten Cast hindurch meist hölzernen Spiels darstellt.

Aber auch die Story hat an vielen Stellen so manche Macken aufzuweisen. Eine ganz Große ist die fehlende Spannung. Das Geschehen hangelt sich von Szene zu Szene, ohne dass dabei der Spannungsbogen gespannt wird. Das Verhalten einiger Personen ist kaum nachvollziehbar und findet ihre Krönung in einer albernen Porno-Phantasie des bereits angesprochenen Spätpubertierenden. Hinzu kommt, dass man sich bei so manchen Szenen fragt, wie diese in den Gesamtkontext einzuordnen sind, und es kommt immer mal wieder das Gefühl auf, irgendwas verpasst zu haben. Einzelne Szenen scheinen wie aus der Luft gegriffen eingegliedert und andere Momente werden nicht hinreichend erklärt. Die Ansätze für einen guten Film sind durchaus erkennbar, was daraus gemacht wurde, ist allerdings wenig unterhaltend und einige Szenen bieten nur billiges B-Picture-Niveau.

Der Regisseur wäre durchaus gut beraten gewesen, das Drehbuch ein wenig mehr zu hinterfragen und einiges daran auszubessern. Denn die visuelle Seite des Filmes weiß teilweise zu überzeugen und auch die Effekte sehen stellenweise recht gut in Szene gesetzt aus. Aber außer diesen guten Ansätzen und der teils stimmigen Optik sollte man rein gar nichts von dem Film erwarten. Würde der Film sich selbst nicht im Grunde ernst nehmen, könnte man ihn vielleicht noch als laue Persiflage auf Werke wie "Blade" ansehen. Doch so wie er ist, lässt man ihn am besten in den Verleih- und Verkaufsregalen stehen, auch wenn das recht ansprechende Cover verführerisch lockt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen, allerdings könnte es in Bezug auf Farben ein wenig mehr Intensität vertragen. Es wirkt insgesamt ein wenig zu kühl. Der deutsche Ton in Dolby Digial 5.1 und dts ist gut abgemischt und auch von den hinteren Lautsprechern wird immer wieder Gebrauch gemacht.

Als Bonus gibt es ein interessantes, gut 30-minütiges Making Of zum Film, das mit einer Mischung aus Bildern vom Set und Interviews sehr informativ ausfällt. Allerdings fällt hierbei auf, dass alle Beteiligten immer wieder betonen, wie toll der Film doch ist, und dass er jedem Genre-Fan einfach gefallen muss. Fast so, als wollten sie dadurch das schlechte Ergebnis schön reden. Es folgen Bio- und Filmografien zu Luke Goss und Kevin Howarth, so wie der Trailer zum Film.

Fazit:
"Cold & Dark" ist eine eindeutige "Bloß liegen lassen"-Empfehlung. Selten zuvor hat man solch banale, alberne und peinliche B-Movie-Dialoge in einem optisch sehr ansprechenden Film gesehen. Die Geschichte ist eine größtenteils spannungsfreie Zone und die Darsteller agieren steif wie aus Holz geschnitzt. Immerhin ist die digitale Umsetzung gut gelungen, was an der Unterhaltungs-Qualität des Filmes allerdings auch nichts retten kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
90:13 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Bio- und Filmografien
  • Trailer
Cold & Dark - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Cold & Dark
Cold & Dark

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Wenn pubertierende Teenager Drehbücher schreiben und Mama nicht noch einmal drüber guckt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2005
Regie:
Andrew Goth
Drehbuch:
Joanne Reay
Darsteller:
Luke Goss, Kevin Howarth, Matt Lucas, Carly Jane Turnbull

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
29.06.2005