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DVD-Besprechung - Connie und Carla

Story:
Connie (Nia Vardalos) und Carla (Toni Collette) haben schon seit frühester Kindheit den gemeinsamen Traum, auf einer großen Cabaret-Bühne zu stehen und das Publikum zu unterhalten. Als sie durch Zufall sehen, wie ihr Chef ermordet wird, tauchen die beiden Frauen in L.A. unter. Hier kommen sie ihrem Traum ein großes Stück näher, als sie in einer Bar als Show-Act anheuern. Allerdings handelt es sich bei dieser Bar um einen Schwulen-Treff und um den Job zu bekommen, müssen sie sich als Drag-Queens ausgeben. Nun müssen sie nicht nur aufpassen, dass die Gangster nicht auf ihre Fährte kommen, sondern auch noch ihre Weiblichkeit vor den anderen Drag-Queens verbergen.

Meinung zum Film:
Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin Nia Vardalos hat mit "My big fat greek wedding" einen großen Überraschungshit im Jahre 2002 gelandet und katapultierte sich damit nicht nur an die Spitzen der weltweiten Kinocharts, sondern auch in die Herzen der Zuschauer. Mit "Connie und Carla" versuchte Nia Vardalos, an den alten Erfolg anzuknüpfen und tat sich mit Regisseur Michael Lembeck zusammen, der als Drehleiter bei der Erfolgs-Sitcom "Friends" mehr als hinreichend bewiesen hat, dass er ein Gespür für Komik besitzt. Als zweite Hauptdarstellerin wurde die Broadway-erfahrene Toni Collette verpflichtet, die an der Seite von Hugh Grant in "About a boy" bereits für reichlich Spaß beim Publikum sorgte. Eine kleinere, aber wichtige Rolle hat der als Akte-X-Agent Fox Mulder bekannte David Duchovny erhalten und auch MGM-Star Debbie Reynolds, die unvergessen durch ihren Auftritt in "Singin' in the Rain - Du sollst mein Glücksstern sein" ist, kann ebenfalls in dem Film gesehen werden.

Der Rahmen stimmt also ohne jeden Zweifel, die Frage ist nur, reicht das für unterhaltsame rund 90 Minuten aus? Denn sorgsam ausgewählte Zutaten alleine reichen nicht, wenn das Gesamtergebnis nicht so recht passen will. Und schaut man einmal auf die Geschichte, können einem schnell vor lauter Verzweiflung die Haare zu Berge stehen. Denn selbst für eine Komödie sind einige überdeutliche Ungereimtheiten und nicht besonders nachvollziehbare Momente zu erleben, die nicht gerade für die Drehbuchautorin sprechen. Allerdings werden diese Macken wieder wettgemacht, wenn Connie und Carla auf der Bühne stehen. Nia Vardalos und Toni Collette schaffen es, die Begeisterung einer Live-Show auf den Schirm zu übertragen und als Zuschauer wünscht man sich stellenweise, dass die Performances nicht enden mögen und man noch mehr Musical-Hits von den beiden Darstellerinnen geboten bekommt.

Die Drag-Queens im Film werden erfreulicherweise sympathisch und nur bedingt klischeehaft dargestellt. Man hat Spaß mit ihnen, ohne sich dabei über sie lustig zu machen. Die Gags beziehen sich eher auf die beiden Frauen, die sich einer ständigen Maskerade unterziehen müssen, um nicht aufzufallen. Natürlich gibt es dabei auch die ein oder andere Bemerkung der echten Drag-Queens, bis hin zu der Feststellung, dass die Brüste von Connie eine handwerklich gute Arbeit darstellen. Es mag zwar nicht jeder Witz unbedingt zünden und so manche Aktion wirkt auch schon mal etwas zu albern, aber insgesamt weiß "Connie und Carla" auf zauberhafte und charmante Weise zu unterhalten, auch wenn die Geschichte an sich etwas platt ist. Und wer bislang noch nicht wusste, dass der Begriff Drag-Queen auf William Shakespeare zurückzuführen ist, bekommt auch diesen Umstand erklärt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der getesteten Schweizer-DVD macht einen rundum gut gelungenen Eindruck und bietet keinen Anlass zur Klage. Gleiches gilt für den sehr guten deutschen Dolby-Digital-5.1-Ton, der an entsprechenden Stellen auch mit ein paar gelungenen räumlichen Effekten aufwarten kann.

Das Bonusmaterial fällt sehr interessant und umfangreich aus - allerdings nur dann, wenn man der englischen Sprache mächtig ist. Denn zum Leidwesen vieler Zuschauer werden die Extras nur in Englisch ohne deutsche Untertitel präsentiert. Ihnen bringt das informative Making Of mit reichlich O-Tönen der Künstler genauso wenig wie der Bericht über die Kostüme im Film. Ein wenig Spaß machen ohne Sprachkenntnisse immerhin die verpatzten Szenen, wohingegen die nicht verwendeten Clips dann nur teilweise Sinn ergeben. Gleiches gilt für das Feature über MGM-Star Debbie Reynolds, das ein wenig über die fidele Grand Dame berichtet. Für alle gleichermaßen unterhaltsam sind immerhin 3 in voller Länge präsentierte Showeinlagen aus dem Film.

Fazit:
"Connie und Carla" ist lockere Unterhaltung mit reichlich Schwung und zwei prächtig harmonisierenden Hauptdarstellerinnen. Vor allem die Revue-Einlagen können für reichlich Freude sorgen. Durch diese gelingt es sogar, die offensichtlichen Schwächen im Skript auszugleichen. Kein Meisterwerk mit Langzeitwert, aber durchaus sehenswert.

Technische Daten (Schweizer Version):
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
93:49 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Dressing in Drag (Kostümdesign)
  • Musical Clips
  • Deleted Scenes
  • Outtakes / Verpatzte Szenen
  • Debbie Reynolds Featurette
Connie und Carla - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Connie und Carla
Connie und Carla

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Life is a Cabaret


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Michael Lembeck
Drehbuch:
Nia Vardalos
Darsteller:
Nia Vardalos, Toni Collette, Stephen Spinella, Dash Mihok, David Duchovny

Label Deutschland :
Universum Film
Verkaufsstart Deutschland :
14.04.2005