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DVD-Besprechung - Cowgirl (Special Edition)

Story:
Struvensiel ist ein nur wenig abwechslungsreiches Städtchen und die Heimat von Paula (Alexandra Maria Lara), einer jungen Frau, die auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück ist. Dieses Glück scheint Max (Wotan Wilke Möhring), ihre ehemalige Liebe aus der Schulzeit zu sein, den sie bei einem Klassentreffen nach vielen Jahren wiedersieht. Das Problem ist nur, sie ist zwischenzeitlich mit Edgar (Peter Lohmeyer) verheiratet, wenn auch nicht unbedingt besonders glücklich. Doch bald schon wird sie sich um weitaus mehr Sorgen machen müssen, als nur ihr Liebesleben. Denn als sie Max besuchen fährt, gerät sie mitten in eine haarsträubende Räuberpistole.

Meinung zum Film:
Alexandra Maria Lara ist der große Shooting-Star im deutschen Kino. Spätestens seit ihrer Leistung in "Der Untergang" gibt es keinen Weg mehr, die Lobeshymnen auf das sympathische Nachwuchstalent nicht mitzubekommen. Neben ihrem ohne Zweifel vorhandenen, anpassungsfähigen Schauspieltalent sind es vor allem das charmante Lächeln und die strahlenden dunklen Augen, die sofort in ihren Bann ziehen und einen nicht mehr los lassen. Mit "Cowgirl" ist nun der erste Film erschienen, in dem die junge Schauspielerin klar im Mittelpunkt steht und gegen einer Vielzahl bekannter deutscher (Neben-)Darsteller bestehen muss. Kein Problem für Miss Lara - als wäre sie schon lange im Geschäft, lässt sie zu keiner Sekunde einen Zweifel daran, wer der Star im Film ist.

Ihre Leistung als naives Landei, das sich in den Wirren der bösen Großstadt verirrt und dort das Leben von einer ganz anderen Seite kennenlernt ist grandios. An ihrer Seite spielt Peter Lohmeyer ("Das Wunder von Bern") ihren penetrant ordnungsliebenden Ehemann - sehr zur Freude des Zuschauers. Ralf Richter ("Was nicht passt, wird passend gemacht") spielt - wie sollte es anders sein - routiniert den bösen Ganoven. Wotan Wilke Möhring ("Anatomy 2") als Freund aus der Schulzeit spielt ganz ordentlich, geht aber im Vergleich zu den anderen Figuren eindeutig unter. In weiteren Rollen sind Gottfried John ("Der Unhold"), Matthias Klimsa ("Berlin, Berlin") und Oliver Korittke ("Die Musterknaben") zu sehen, die allesamt ihren Wiedererkennungsgrad haben, ihre Rollen gut herüberbringen und deutlich zum Vergnügen beitragen.

Inhaltlich geht es mehr um den Witz, als um das Erzählen einer großen Geschichte. Doch im Grunde ist dies auch nicht nötig, denn als Unterhaltungsfaktor reicht es allemal aus, das Landei Paula in die großen Stadt zu schicken und sie dort ihre Abenteuer erleben zu lassen. Das klappte schon mit Lolle in "Berlin, Berlin", warum also auch nicht hier. Teilweise geht es dann allerdings viel zu überzogen zur Sache, was sicherlich bei den meisten nur ein verständnisloses Kopfschütteln hervorruft. So ist auf der einen Seite sicherlich schade, dass der Film nach rund 78 Minuten schon zu Ende ist, da man von den Scherzen durchaus noch mehr sehen möchte - auf der anderen Seite ist man aber auch ganz froh, dass es vorbei ist, weil der Film sich mit fortlaufender Spielzeit immer mehr in albernen Gedanken verliert und teilweise nur haarscharf an dem Geschichts-Gau vorbeischrammt. Sieht man aber einmal von der nicht ganz runden Geschichte ab, bietet der Film kurzweilige Unterhaltung, mit einem gewohnt überzeugenden Sweetheart mit dem Namen Alexandra Maria Lara im Mittelpunkt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut gelungen und bietet keinen Anlass zur Klage. Die Farben sind natürlich kräftig, der Kontrast gut gewählt und die Details ausreichend vorhanden. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich und weist eine gute Stereodynamik auf, der hintere Bereich bleibt eher ruhig und wird meist nur für die Musik verwendet.

Auf der Hauptdisk befinden sich eher unbedeutende Extras wie Trailer, Bildergalerien und Darstellerinfos. Richtig interessant wird es erst auf der Bonus-DVD, auf der unter anderem ein in 9 Kapitel unterteiltes und sehr informatives Making of zu finden ist. Es folgen rund 2 Minuten parallel gezeigte Vergleiche zwischen Storyboard und fertiger Szene, sowie Bilder von der DIVA-Preisverleihung, bei der Alexandra Maria Lara als beste Schauspielerin 2005 ausgezeichnet wurde. Abgerundet werden die Extras durch den Teamfilm, der einen unkommentierten, dafür aber teilweise recht witzigen Blick auf dieDreharbeiten wirft.

Fazit:
"Cowgirl" ist eine unterhaltsame deutsche Komödie, die wegen der Geschichte teilweise zwar nur als albern und überzogen bezeichnet werden kann, dafür aber durch den erfrischenden Humor und einer gewohnt überzeugenden Alexandra Maria Lara nebst den anderen gut aufgelegten Schauspielern zu unterhalten weiß.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
78:24 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Audio-Storyboard
  • Preisverleihung
  • Teamfilm
  • Originaltrailer
  • Fotogalerie
  • Posterentwürfe
  • Bio- & Filmografien
Cowgirl (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Cowgirl
Cowgirl

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine schwache Story bedeutet noch lange keinen schlechten Film


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2004
Regie:
Mark Schlichter
Drehbuch:
Martin Rauhaus (nach einem Konzept von Robert Sauer-Ernst)
Darsteller:
Alexandra Maria Lara, Wotan Wilke Möhring, Peter Lohmeyer, Gottfried John, Ralf Richter, Oliver Korittke, Matthias Klimsa

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
01.09.2005