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DVD-Besprechung - Creep
Story:
Als die junge Kate (Franka Potente) versucht, die letzte U-Bahn im nächtlichen London zu erwischen, schläft sie auf einer Bank an den Gleisen ein und wird aus Versehen im Untergrund eingeschlossen. Zuerst scheint es Glück zu sein, als eine offensichtlich außerplanmäßige Bahn doch noch an der Haltestelle stoppt und sie einsteigen kann, als diese jedoch mitten auf der Strecke halt macht, beginnt für Kate eine alptraumhafte Jagd durch die labyrinthartigen Tunnel des Londoner Untergrunds, wobei der Jäger eine schauerlich degenerierte Kreatur ist, die auf der Jagd nach Menschen ist.
Meinung zum Film:
Die schaurige Umgebung des Londoner Untergrunds alleine ist schon eine Umgebung, die so manch klaustrophobisch veranlagtem Menschen den Schweiß auf die Stirn treibt. Bedenkt man darüber hinaus, dass die Protagonistin ohne Fluchtmöglichkeit im Untergrund eingesperrt ist und von einer bestialischen und entstellten Kreatur gejagt wird, sollte dies mehr als ausreichend sein, um eine pulstreibende Jagd mit Schauergarantie zu veranstalten. Auch die Tatsache, dass man sich auf eine Laufzeit von knapp über 80 Minuten entschied, sollte das Tempo zusätzlich hoch halten. Zumindest könnte man so denken, das Ergebnis sieht dann leider nicht ganz so positiv aus.
Das größte Problem ist ohne Zweifel der bleichhäutige Creep, der nicht in der Lage ist, ausreichend für Grauen zu sorgen. Ganz in der Tradition von degenerierten Menschen, wie man sie von texanischem Kettensägen-Horror oder aus "Wrong Turn"-nehmenden Gegenden kennt, bekommt man als Zuschauer nur minimale Hinweise darauf, was aus einer ehemals menschlichen Kreatur dieses von animalischen Instinkten getriebene Wesen machte. Seine Motivation und der Grund für sein Handeln können vielleicht grob erahnt werden, doch sind die wenigen Hinweise frustrierend gering. In einem Interview berichtet der Regisseur, dass er Angst davor hatte, dass das Publikum zu viel Sympathien mit seinem Creep haben könnte, was allerdings vollkommen unbegründet ist. Denn ohne entsprechenden Hintergrund ist diese Gefahr nahezu null. Figuren wie "Leatherface" haben einen greifbaren Hintergrund und man kann sich gut ein Bild davon machen, warum er zu dem wurde, was er ist. Beim Creep geht es über eine handvoll eher nichtssagender Bilder aus der Vergangenheit nicht hinaus.
Von Horror-Filmen ist man es als Zuschauer gewohnt, Logiklöcher hinzunehmen und nicht weiter darüber nachzudenken. Auch "Creep" setzt dieses Verständnis beim Publikum voraus und beginnt mit dem Hinnehmen des Einsperrens einer Passantin an dem Wartesteig, obwohl die schlafende Frau quasi mitten im Rampenlicht zu sehen sein muss, bis hin zu der Frage, warum bislang niemand von der Existenz des Creeps bemerkt hatte, da dieser alles andere als intelligent im Schatten operiert. Ein weiteres Problem stellt die schlechte deutsche Synchronsprecherin Franke Potentes dar, die durch ihre emotionslose und wenig bemüht wirkende Stimmlage das durchaus gute Spiel von Franke Potente zum großen Teil wieder kaputtmacht. Was bleibt, sind ein paar spannende Momente in den dunklen Gängen des Untergrunds, einige deftig aussehende Bluttaten, die es erstaunlicherweise in die FSK-16-Freigabe geschafft haben und eine teils recht gute Atmosphäre. Die Inszenierung kann durchaus als gelungen angesehen werden, allerdings weist das Drehbuch deutliche Schwächen auf, die verhindern, dass "Creep" länger als gutes Filmerlebnis im Gedächtnis haften bleibt.
Digitale Aufarbeitung:
Obwohl der Film die meiste Zeit über im Dunklen spielt, hat man als Zuschauer nie das Gefühl, Details im Bild zu verpassen. Das Bildmastering ist perfekt ausgefallen. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut abgemischt worden und die hintere Soundfront und der Tieftöner werden gekonnt für die Atmosphäre und die Schockmomente eingesetzt.
Als Bonus gibt es ein recht interessantes Making Of, bei dem vor allem der Regisseur immer wieder mit Informationen rund um die Entstehung des Filmes aufwarten kann. Interessant stellen sich auch der alternative Anfang und das alternative Ende mittels Storyboard raus, in denen der Regisseur erklärt, wie diese hätten aussehen sollen und warum diese es letzten Endes dann doch nicht in den Film geschafft haben. Es gibt noch weitere Beiträge über die Make-Up-Effekte, die Ausstattung, das Frightfest 2004, eine nicht verwendete OP-Szene, Biografien sowie den Trailer zum Film.
Fazit:
"Creep" ist im Grunde nichts anderes als ein weiterer Film der Sorte "Texas Chainsaw Massacre" oder "Wrong Turn", nur, dass hier die amerikanischen Backwoods durch den Londoner Untergrund ersetzt wurden. Die atmosphärische Inszenierung ist eine Empfehlung wert, das schwache Drehbuch allerdings garantiert nicht. Die DVD-Umsetzung hingegen weiß in allen Belangen zu überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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82:03 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Featurette: Die Ausstattung
- Featurette: Effekte
- Filmfest 2004
- Storyboard: Alternativer Anfang
- Storyboard: Alternatives Ende
- Entfernte OP-Szene
- Trailer
- Biografien
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Creep
Creep
American Backwoods im englischen Untergrund
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / UK, 2004 Regie: Christopher Smith Drehbuch: Christopher Smith Darsteller: Franka Potente, Vas Blackwood, Ken Campbell, Jeremy Sheffield, Paul Rattray, Kelly Scott, Sean Harris, Kathryn Gilfeather, Grant Ibbs, Joe Anderson
Label :
X Edition
Verkaufsstart : 22.07.2005
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