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DVD-Besprechung - Cry_Wolf

Story:
Owen (Julian Morris) kommt als neuer Schüler an eine elitäre High School. Hier wird er dank seines Zimmergenossen Tom (Jared Padalecki) Mitglied im "Liar's Club", bei dem es darum geht, einen heimlich Auserwählten ausfindig zu machen. Doch das Spiel wird irgendwann zu eintönig und man beschließt, das Geschehen auf die gesamte Schule auszudehnen. Gemeinsam mit Dodger (Lindy Booth) erschafft Owen nach dem Fund einer Leiche einen imaginären Killer, dessen Steckbrief er per E-Mail an alle Mitschüler verschickt. Doch aus dem Spaß wird eine ernste Sache, als der erfundene, mit einer orangenen Skimaske vermummte Killer offensichtlich tatsächlich auf der High School zu morden beginnt.

Meinung zum Film:
Slasher-Filme verlaufen meist in bereits mehrfach beschrittenen Pfaden und ändern lediglich an der Flora und Fauna drum herum ein wenig. Es ist eher selten, dass ein Film wirklich neue Impulse setzen und sich aus dem Gros des Genres hervorheben kann. Wenn man sich den Inhalt von "Cry_Wolf" durchliest und den zum Film gehörenden Trailer schaut, mag man zum Teil vielleicht an "Urban Legends - Düstere Legenden" erinnert sein, doch der Film bietet auch genügend eigene Ideen und Umstände, die ihn tatsächlich zu einem jener Filme machen könnte, die den ausgelatschten Slasher-Pfaden neue Abzweigungen hinzufügen.

Was den optischen Eindruck anbetrifft hat "Cry_Wolf" allemal einiges zu bieten. Regieneuling Jeff Wadlow hat in seinem ersten Spielfilm ein gutes Gespür für die richtige Perspektive, den Einsatz von Licht und Schatten und den Gebrauch von mit der Handkamera gefilmten Einstellungen gefunden. Zusätzlich arbeitet er mit Schnitten und Farbverfremdungen, die sich sehr gut ins Gesamtbild einfügen. Der stimmungsvolle Soundtrack von Michael Wandmacher ("Max Keebles großer Plan") trägt einen nicht unerheblichen Teil bei der Spannungserzeugung mit bei. Die Darsteller setzen sich zum großen Teil aus Jungschauspielern zusammen, bei denen nicht alle überzeugen können. Ein kleines Problem ist dabei sicherlich, dass Hauptdarsteller Julian Morris ziemlich blass bleibt, was vor allem in den gemeinsamen Szenen mit Lindy Booth ("Dawn of the dead") recht deutlich wird. Doch vom Genre ist man dies bereits gewohnt und stellt von daher kein allzu großes Problem dar.

Dass Logik bei Filmen überbewertet wird, weiß man nicht erst seit "Scream" und von daher sollte man "Cry_Wolf" auch nicht unbedingt auf Logikfallen untersuchen. Was man allerdings bei dem Drehbuch kritisieren muss, ist der Umgang mit dem Grundplot. Über weite Strecken wird das Tempo unnötig verschleppt, so manche falsche Fähre will nicht so richtig zünden und der Einsatz des zu Fleisch gewordenen Killers ist alles andere ausgenutzt. Der Trailer zum Film vermittelt wunderbar, wie klasse der Film hätte werden können. Doch in seiner teils recht halbherzig und nicht ganz durchdachten Umsetzung verliert er doch einiges an Kraft und Spannung. Das Potential des Filmes ist beachtlich groß, das Ergebnis kann zwar auch gut unterhalten, hinterlässt aber den faden Beigeschmack, dass einiges an Wirkungskraft am Wegrand liegen gelassen wurde. Die Auflösung schlägt in die gleiche Kerbe, kommt für viele sicherlich überraschend, hätte mit kleineren Variationen aber ganz sicherlich noch wesentlich mehr Effekt erzeugen können. So wie es ist, bleibt es bei einem netten Slasher. Es reicht nicht zu mehr, stellt aber auch nicht weniger dar.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz ordentlich, erscheint stellenweise jedoch ein wenig grobkörnig. In einigen Szenen treten Rottöne sehr dominant auf, wodurch die Bilder relativ erdfarben wirken, was evtl. aber ein gezieltes Stilmittel sein kann. Für einen eher kleinen Slasher ist das Ergebnis auf jeden Fall ausreichend gut. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts ist gleichermaßen klar verständlich und hat auch den ein oder anderen Effekt in der hinteren Front zu bieten.

Als Extra gibt es ein Making Of zum Film, das zwar ein paar Informationen zur Entstehung vermittelt, aber in erster Linie einen starken Werbecharakter besitzt. Es folgen noch ein Reihe Bio- und Filmografien, sowie der Trailer zum Film.

Fazit:
"Cry_Wolf" ist ein unterhaltsamer Slasher ohne all zu große Längen, der bei einer konsequenteren Umsetzung des Plots aber weitaus mehr Spannung geboten hätte. Freunde des Genres werden aber dennoch ihre Freude am Geschehen haben, den Film aber wahrscheinlich recht bald wieder vergessen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
86:50 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of "Cry Wolf"
  • Kinotrailer
  • Bio- und Filmografien
Cry_Wolf - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Cry_Wolf
Cry_Wolf

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine Story mit äußerst viel Potential, in einer halbgaren Umsetzung


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Jeff Wadlow
Drehbuch:
Jeff Wadlow, Beau Bauman
Darsteller:
Julian Morris, Lindy Booth, Jared Padalecki, Jesse Janzen, Paul James, Sandra McCoy, Ethan Cohn, Kristy Wu, Anna Deavere Smith, Jon Bon Jovi

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
22.06.2006