 |
DVD-Besprechung - Der Da Vinci Code entschlüsselt
Story:
Basierend auf den Büchern "Der Da Vinci Code - Fakt oder Fiktion?" von Dr. Erwin Lutzer, "Die Sakrileg-Verschwörung. Fakten und Hintergründe zum Roman von Dan Brown" von Dr. Darrell Bock und das bislang noch nicht in deutscher Sprache erschienene "Cracking da Vinci's Code" von Dr. James Garlow und Dr. Peter Jones zeigt die Dokumentation auf, was in Dan Browns Erfolgsroman "Sakrileg" Wahrheit, was Fiktion ist und wie sehr beides miteinander verschmilzt.
Meinung zum Film:
Es gab kaum ein Buch in letzter Zeit, das so hohe Welle geschlagen hat wie der Bestseller "Sakrileg". Die Thesen in dem Roman von Erfolgsautor Dan Brown haben vor allem den Unmut der Kirche und der Historiker auf sich gezogen, da sie die Grundfesten des christlichen Glaubens vollkommen in Frage stellen und sich auf wilde Theorien stützen. So war laut den Aussagen im Roman Jesus mit Maria Magdalena verheiratet und dies nicht kinderlos. So entstand eine direkte Blutlinie Jesus', die bis in die heutige Zeit nachverfolgt werden kann. Durch die geschickte Verstrickung von fiktiven Erklärungen, die sich an realen Gegenständen anlehnen, und den geheimnisvoll daherkommenden Gruppierungen der Priory de Sion und des Opus Dei erweckt der Autor den Eindruck, dass es sich bei dieser Schilderung nicht um Fiktion handelt, sondern tatsächlich etwas wahres an den Behauptungen dran sei. Durch die Tatsache, dass im Buch zu Beginn erst einmal Fakten aufgezählt werden, sind die Grenzen zwischen fiktiven Einfällen und Fakten zusätzlich schwerer zu erkennen.
Die Dokumentation "Der Da Vinci Code entschlüsselt" führt sehr anschaulich und leicht verständlich vor Augen, wie sehr Tatsachen und Fiktion miteinander verschmelzen. Es wird gezeigt, dass es die als Hardliner der katholischen Kirche im Buch beschriebene Organisation Opus Dei tatsächlich gibt, ihre Darstellung aber recht frei ausfällt und höchstwahrscheinlich nicht ganz der Wahrheit entspricht. Die Behauptung im Buch, die für die meiste Aufregung sorgte, ist die angebliche Verbindung zwischen Maria Magdalena und Jesus. Als vollkommen aus der Luft gegriffen und ohne jeden Hintergrund weisen die Historiker die Theorie als hanebüchen und abenteuerlich zurück, genau wie die angebliche Darstellung von Maria Magdalena in Da Vincis weltbekanntem Gemälde vom "Abendmahl". Dan Brown selbst war nicht bereit, sich zu den Vorwürfen zu äußern und so sind in der Dokumentation nur Zitate von ihm zu lesen.
Es leicht zu erkennen, dass die Gelehrten und die Kirche recht erbost über die aufgestellten Thesen in "Sakrileg" sind. Sicherlich nicht so ganz zu unrecht, da Dan Brown tatsächlich das Gefühl erweckt, alles hätte diese einen realen Hintergrund. Allerdings stellen sie sich die Kritiker überwiegend so vehement gegen den Inhalt des Romans, dass man als Zuschauer das Gefühl bekommt, hier würde vergessen, dass es kein Sachbuch, sondern ein fiktiver Thriller ist. Die meisten Leser werden ohne Zweifel in der Lage sein, von alleine darauf zu kommen, dass der überwiegende Part des Buches einzig für den Spannungsaufbau den Hirnwindungen des Autors entsprangen. So macht es aber umso mehr Spaß, sich die Dokumentation anzusehen und dabei zu erfahren, wobei es sich um Fakt und wobei es sich um Fiktion handelt. Die Aussagen werden ansprechend und fließend präsentiert und irgendwann ist man sich sicher, dass auch die Wissenschaftler sich nicht bei allem ganz sicher und einig sind. Außer natürlich bei der Tatsache, dass Dan Brown ein übler Marktschreier ist, der wüste Theorien aufwirft, um damit sein Buch zu verkaufen. "Zum Glück!" kann man da als Leser nur sagen, denn als fiktiver Verschwörungs-Thriller funktioniert das Buch wunderbar. Und was gibt es spannenderes als eine fesselnde Geschichte, die eine mit viel Fantasie angereicherte Bodenständigkeit aufzuweisen hat.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für eine Dokumentation ganz ordentlich, weist aber ab und an die ein oder andere Schwäche auf, welche allerdings nicht weiter ins Gewicht fallen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 ist klar und erfüllt den Zweck der Wissensvermittlung wunderbar.
Die Extras der DVD sind bemerkenswert ausführlich. Es gibt eine ganze Reihe längerer Interviews, die noch weitere Fakten zu einzelnen Theorien bieten. Es folgt ein Bericht über Rosslyn Chapel, die im Buch eine wichtige Rolle spielt. Abgerundet wird der Bonus-Part durch eine gute Zusammenfassung über das Leben und die Arbeiten Leonardo Da Vincis, bei der auch einige seiner Arbeiten zu sehen sind.
Fazit:
Wer von der Geschichte und den Thesen in "Sakrileg" gefesselt wurde, sollte sich "Der Da Vinci Code entschlüsselt" nicht entgehen lassen. Die Dokumentation bietet eine sehr interessante Auseinandersetzung mit dem Inhalt und den Mutmaßungen des Romans, das Bonusmaterial beschäftigt sich noch weitergehend damit.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,33:1
|
60:12 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Eine Führung durch Rosslyn Chapel
- Leonardo: Da Vincis Leben und Schaffen
- Interviews
|
|  |
Der Da Vinci Code entschlüsselt
Breaking the Da Vinci Code
Wenn ein fiktiver Verschwörungs-Thriller Historiker und die Kirche auf den Plan ruft - ein Sakrileg!
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: David Priest Drehbuch: Joseph Meier (basierend auf den Büchern von Dr. Erwin Lutzer, Dr. Darrell Bock, Dr. James Garlow und Dr. Peter Jones) Darsteller: Dr. Darrell L. Bock, Dr. James Garlow , Dr. Erwin Lutzer , Dr. Paul Maier
Label :
VCL
Verkaufsstart : 18.04.2006
|