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DVD-Besprechung - Dance!
Story:
Mehr durch Zufall gerät Tanzlehrer Pierre Dulaine (Antonio Banderas) an den Job als Aufsichtslehrer für das Nachsitzen an einer Schule in einem Viertel Sozialschwacher. Sein Plan ist es, den jungen Menschen etwas Respekt und Umgangsformen zu lehren, indem er sie in Standardtänzen unterrichtet. Und gegen jeder Erwartung schafft er es tatsächlich, das Interesse der Jugendlichen zu wecken und plant letzten Endes sogar, mit ihnen an einem Wettbewerb für Standardtänze teilzunehmen.
Meinung zum Film:
Es ist gar nicht so lange her, dass eine Dokumentation namens "Mad Hot Ballroom" einige Menschen verzauberte. In diesem Beitrag wurde über ein Projekt an New Yorker Schulen berichtet, in dem junge Menschen aus sozialen Brennpunkten über ein Tanz-Programm lernten, respektvoll miteinander umzugehen. Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt durch Pierre Dulaine und das Handeln des begnadeten Tänzers diente als Grundlage für "Dance!", bei dem die Kinder zwar durch ältere Jugendliche ersetzt wurden, die Grundaussage des Wertevermittelns allerdings weiterhin im Mittelpunkt blieb. Die eher unbekannte Drehbuchautorin Dianne Houston und die Videoclip-Regisseurin Liz Friedlander haben mit viel Liebe versucht die Energie, mit welcher der echte Pierre Dulaine seine Kids begeistert, in den Film zu transportieren und das Publikum in ähnlicher Weise zu fesseln, wie dieser es mit seinem Klientel schaffte.
Die Wahl auf Antonio Banderas ("Desperado") für die Besetzung der Rolle des Pierre Dulaine war sicherlich eine sehr gute. Denn die Ausstrahlung, die der gebürtige Spanier mit sich bringt und die Anerkennung, die er sowohl beim männlichen als auch beim weiblichen Publikum genießt, sind eine gute Voraussetzung, um ihm abzunehmen zu können, dass er die jungen Menschen begeistern kann. Allerdings ist die Art, wie er dies im Film schafft, nicht unbedingt ganz schlüssig und es stellt sich schon die Frage, ob dies in der großen weiten Welt in ähnlicher Weise tatsächlich ähnlich leicht möglich wäre. Überhaupt sind es so einige Punkte im Skript, die stellenweise ein wenig fragwürdig erscheinen. Teilweise liegt dies sicherlich mit daran, dass die Charakterisierung größtenteils zu kurz kommt. Oftmals geht es über das Füttern von hinlänglich bekannten Filmklischees nicht hinaus. Vor allem über Pierre Dulaine bleibt so einiges im Verborgenen, obwohl gerade ein wenig mehr Tiefe bei seiner Motivation wünschenswert gewesen wäre. Es gibt lediglich zwei Protagonisten im Film, die ein wenig Hintergrund bekommen, der dann allerdings auch wieder Klischees bedient und in seiner Ausführung höchst oberflächlich bleibt.
Doch wo der Film in charakterlicher und dramaturgischer Hinsicht vielleicht enttäuschen mag, versteht er es in Form von mitreißenden Tanzszenen und einigen wirklichen gelungenen, emotionalen Momenten zu glänzen und dadurch seine Schwächen weit in den Hintergrund zu drängen. Die Begeisterungsfähigkeit der Jugendlichen, ihre Hingabe und das Miterleben, wie das Eis zwischen Hip Hop und klassischen Standardtänzen immer weiter zu brechen beginnt, mag zwar in der kurzen Zeit ein wenig übereilt erscheinen, allerdings gelingt die Präsentation des Ganzen auf solch herzerwärmende und charmante Art und Weise, dass die knapp 2 Stunden zu keiner Sekunde langatmig werden. Nicht zuletzt dank Hauptdarsteller Antonio Banderas, der in einer Szene nachhaltig unter Beweis stellt, dass das feurige Tango-Blut des Spaniers in seinen Adern fließt und der natürlichen Art, in der sich die Jugendlichen präsentieren, bietet "Dance!" ein charmantes Filmvergnügen, das es Wert ist, gesehen zu werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt ein klein wenig zu tief im Kontrast, wodurch in dunklen Flächen kleinere Details zu verschwinden erscheinen, kann davon abgesehen aber überzeugen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich und bietet auch für den hinteren Bereich Klänge, vor allem in Form von Musik. Allerdings erscheint die Stimme von Antonio Banderas ein wenig zu leise abgemischt und ist nicht immer leicht zu verstehen.
Das Bonusmaterial stellt sich als äußerst informativ heraus. Der Audiokommentar von Regisseurin Liz Friedlander und Cutter Robert Ivison bietet einiges an Informationen über die Entstehung des Films und die Arbeit an den Tanzszenen. Vertieft wird dies noch weiter in dem Beitrag "Liz, Swing und Ziggy: Die Regisseurin und ihr Musik-Team". In "Triff die Kids" kommen die Darsteller zu Wort und es wird berichtet, welche Berührung sie vorher mit dem Tanzen hatte und wie sie zum Film kamen. Die heiße Tango-Darbietung zwischen Antonio Banderas und Katya Virshilas kann noch einmal aus vier verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Bei den "nicht verwendeten und alternative Szenen" finden sich einige Einstellungen, die Banderas' Charakter einiges mehr an Tiefe und Hintergrund verleihen und bei denen es unverständlich ist, warum diese es nicht in den Film geschafft haben. In "Zwischen den Tanzschritten: Ein Profil von Pierre Dulaine" wird ausführlich über den wahren Pierre Dulaine und sein Schaffen berichtet, was sehr interessant und charmant herüber kommt. Es folgen noch "Trailer-Remixe" und der "USA-Kinotrailer".
Fazit:
"Dance!" ist ein mitreißender Tanzfilm mit einem überzeugenden Antonio Banderas. Was Charakterisierung und Dramaturgie betrifft, hat der Film zwar offensichtliche Schwächen, die aber durch seine mitreißende und charmante Art weit in den Hintergrund gedrängt werden.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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112:16 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Nicht verwendete und alternative Szenen
- Übernimm die Führung: Verschiedene Einstellungen der Tango-Sequenz
- Triff die Kids
- Zwischen den Tanzschritten: Ein Profil von Pierre Dulaine
- Liz, Swing und Ziggy: Die Regisseurin und ihr Musik-Team
- Audiokommentar von Regisseurin Liz Friedlander und Cutter Robert Ivison
- Trailer-Remixe
- USA-Kinotrailer
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Dance!
Take the Lead
Ein mitreißender und charmanter Film, der inhaltlich allerdings etwas klischeebehaftet und oberflächlich ist
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006 Regie: Liz Friedlander Drehbuch: Dianne Houston Darsteller: Antonio Banderas, Rob Brown, Yaya DaCosta, Alfre Woodard, Dante Basco, John Ortiz, Laura Benanti, Marcus T. Paulk, Jenna Dewan
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 29.09.2006
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