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DVD-Besprechung - The Dark

Story:
Adèle (Maria Bello) fährt zusammen mit ihrer Tochter Sarah (Sophie Stuckey) zu ihrem Mann James (Sean Bean), der weit abgelegen an einer Felsenküste in Wales lebt. Mutter und Tochter verstehen sich schon lange nicht mehr so gut und der Ausflug soll das angeknackste Verhältnis ein wenig kitten. Doch dieser Versuch nimmt ein jähes Ende, als Sarah während eines Spazierganges am Riff ins Wasser stürzt und nicht mehr aufgefunden werden kann. Für Adèle ist dies jedoch erst der Beginn eines Albtraums, der mit dem Auftauchen des vor rund 50 Jahren verstorbenen Mädchen Ebrill (Abigail Stone) einen vorläufigen Höhepunkt findet.

Meinung zum Film:
"The Dark" ist der erste von drei Filmen, die Highlight unter dem Motto "Horror hoch Drei" vermarktet und dafür sogar eine eigene Website unter http://www.horror-hoch-drei.de veröffentlichte. Inhaltlich haben die Filme aber wenig gemeinsam und es handelt sich bei der Aktion wohl mehr um eine simple Marketingstrategie, um drei eher wenig bekannte Horror-Werke an den Mann oder die Frau zu bringen. Den Auftakt zum Horror-Reigen macht ein Film von Regisseur John Fawcett ("Ginger Snaps"), der eine Geistergeschichte, basierend auf einer walisischen Mystik-Legende namens "Annwn" erzählt. Bei "Annwyn", was keltisch ist und "Anoon" ausgesprochen wird, handelt es sich um ein Art heidnisches Himmels- und Höllenreich, in das Menschen gelangen können, wenn Sie ertrinken, aus dem es aber kein leichtes Entkommen mehr gibt und man mitunter ewig dort gefangen bleibt.

Auf dem Hintergrund dieses Mythos schrieb Simon Maginn ein Buch mit dem Namen "Sheep" (dt. Titel "Opferlamm"), aus dem Stephen Massicotte ("Ginger Snaps 3") ein Drehbuch schuf. In der Geschichte wird mit allerhand übernatürlichen Erscheinungen gearbeitet und es kommt eine sehr atmosphärische Gruselstimmung auf, die so manchen guten Schockeffekt zu bieten hat. Diese sind zwar oftmals der Art, dass in großer Stille auf einmal eine Tür schlägt oder eine plötzliche Erscheinung schnell ins Bild tritt, was dem Schockeffekt aber sehr zu gute kommt. Da sich "The Dark" aber nicht allein auf diese simple Effekthascherei verlässt, kann man sie problemlos als unterstützendes Spannungspotential ansehen. Einen Großteil seiner Atmosphäre bekommt der Film ohne jeden Zweifel aus der Abgelegenheit seiner Kulisse, die teils wie eine wunderschöne Küstenlandschaft wirkt, in manchen Momenten aber nur noch bedrohlich. So z.B. wenn die Kamera knapp über das Kliff hinausschießt und somit nicht nur nicht ganz schwindelfreien Menschen quasi den Boden unter den Füßen wegreißt.

Die Darsteller wissen durchweg zu gefallen. Nachdem Maria Bello in "A History of Violence" gegen die Unglaubwürdigkeit ihres Charakters anspielen musste, kann sie hier als verzweifelte Mutter, die versucht, die Liebe ihres Kindes zurückzugewinnen, um sich dann in einer noch dramatischeren Situation wiederzufinden, überzeugen. Auch Sean Bean ("Der Herr der Ringe") kann die Rolle des Einsamkeit liebenden, aber dennoch treusorgenden Vaters gut verkörpern, ebenso wie Maurice Roëves ("Judge Dredd") die des hilfsbereiten Dafydd. Zum ganz großen Grusel-Ereignis-Kinos reicht es allerdings nicht. Dafür fehlt ein wenig mehr Tempo, die Geschichte kommt zwischendurch immer wieder ein wenig ins Stocken und wirkt stellenweise ein wenig zäh und nicht alles immer ganz logisch. Insgesamt hat "The Dark" aber einiges zu bieten, was ihn durchaus sehenswert macht, vor allem für all diejenigen, die gerne mal eine gruselige Geistergeschichte mit Legendenhintergrund sehen. Nicht sonderlich ansprechend fällt allerdings das etwas zu süße Ende aus. Hier hätte man lieber das wesentlich stimmigere, wenngleich aber auch wesentlich düstere alternative Ende verwenden sollen, das als Extra der DVD beiliegt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und bietet einen angemessen guten Eindruck. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts ist sehr ausgewogen abgemischt und nutzt gezielt die hinteren Lautsprecher zur Spannungserzeugung und zum Aufbringen von räumlicher Atmosphäre.

Bei den Extras können die oberflächlichen Interviews und der unkommentierte Blick hinter die Kulissen nicht sonderlich viel Neues oder interessantes bieten, dafür sollte man sich das alternative Ende auf gar keinen Fall entgehen lassen und im Grunde dieses als wahren Ausgang des Films im Gedächtnis behalten. Abgerundet werden die Extras durch Tafeln mit Darstellerinfos.

Fazit:
"The Dark" ist ein weitestgehend spannender, mit einer sehr schön eingefangenen Gruselatmosphäre versehener Geisterfilm, basierend auf einer keltischen Legende. Wer Spukgeschichte mag und dabei das Hauptaugenmerk auf die Atmosphäre legt, ist hier sicher genau richtig. Bei den Extras ist nur das alternative Ende von großen Informationswert, dieses stellt dafür aber den wesentlich würdigeren Abschluss des Filmes dar.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
87:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Interviews
  • Hinter den Kulissen
  • Alternatives Ende
  • Darstellerinfos
The Dark - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Dark
The Dark

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Stimmungsvoller Geisterfilm, basierend auf einer keltischen Legende


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / UK, 2005
Regie:
John Fawcett
Drehbuch:
Stephen Massicotte (nach einem Roman von Simon Maginn)
Darsteller:
Maria Bello, Sean Bean, Richard Elfyn, Maurice Roëves, Abigail Stone, Sophie Stuckey

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
13.07.2006