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DVD-Besprechung - Dark Places - A Modern Ghost Story
Story:
Anna (Leelee Sobieski) denkt anfangs den großen Griff getan zu haben, als sie ihre neue Stelle als Kindermädchen in Bly House, einem großen, abseits der Zivilisation gelegenen Landhaus antritt. Zu Beginn macht ihr zwar die kühle Art von Mrs. Grose (Tara Fitzgerald), der Verwalterin des Anwesens zu schaffen, doch mit der Zeit wird das Miteinander freundlicher und alles scheint perfekt zu sein. Als Anna eines Tages beginnt geisterhafte Wesen zu sehen, die offensichtlich nach den beiden Kindern greifen, fühlt die Erzieherin sich dazu berufen, das Leben der Kinder mit aller Macht zu schützen.
Meinung zum Film:
"Dark Places" basiert auf dem Roman "Das Durchdrehen der Schraube" (aka "Das Geheimnis von Bly" / "The Turn of the Screw)" von Henry James, verarbeitet den Inhalt der literarischen Vorlage allerdings nur teilweise. Drehbuchautor Peter Waddington ("The Calling") hat den recht komplexen Stoff auf ein Wesentliches komprimiert, die Geschichte aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart verfrachtet und vor allem die Geschehnisse hinter den geisterhaften Erscheinungen und ihre Verbindung zu den Kindern drastisch verändert. Regie-Neuling Donato Rotunno, der zuvor bei verschiedenen Produktionen als Produzent tätig war, hat laut eigener Aussage gar kein Interesse daran gehabt, eine Romanverfilmung zu inszenieren, weder kennt er die Vorlage, noch hat er sich je mit deren Inhalt beschäftigt. Ihm ging es allein darum, einen schaurigen Gruselfilm zu schaffen, zu der ihm als einzige Vorgabe das Drehbuch diente.
Die eher beiläufige Haltung des Regisseurs gegenüber der Geschichte ist dem Film dann auch durchaus anzumerken. Annas Charakter wird zwar weitestgehend erklärt und näher gebracht, allerdings bleibt trotzdem so manches im Dunkeln und auch ihre plötzlich sehr stark auftretende Panik gegen Mitte des Films erscheint relativ übereilt und überhastet, im Vergleich zu ihrer Verfassung kurz zuvor. Miles, der Junge, den Anna betreut, wird von der Schule verwiesen, ohne dass jemals heraus kommt warum. Sein generell recht rüdes Verhalten wird mit einer eher lauen Erklärung gerechtfertigt, während das wechselhafte Verhalten von Flora, Miles Schwester, nur zu erahnen ist. Auch Mrs. Grose ist nur bis zu einem gewissen Teil in ihrem Handeln und ihrem Verhalten zu begreifen, vor allem ihre Wandlung im Verhalten gegenüber Anna erscheint ein wenig zu schnell.
Doch einen Großteil der Schwächen in der Zeichnung der Charaktere macht der Film durch seine schön-schaurige Atmosphäre wieder wett. Die Perspektive der Kamera bietet oftmals einen entfernten Blick auf das Geschehen, wodurch häufig der Eindruck entsteht, dem ganzen als stiller Beobachter beizuwohnen. Die Frage, ob die Geister echt sind, und wenn ja, was sie vorhaben und welches Geheimnis die einzelnen Personen mit sich rumtragen, sorgt für reichlich Spannung. Das Ende fällt ziemlich überraschend aus, macht aber durchaus Sinn, und ist in seiner Wirkung vergleichbar erschreckend, wie Henry James es in seiner Romanvorlage präsentierte. Lediglich der Weg dort hin ist wesentlich leichter zu ertragen. Auch wenn nicht alles perfekt an "Dark Places" ist, so versteht er es dennoch durch seine handwerklich geschickte Umsetzung und seiner heraufbeschworenen, dichten Atmosphäre, den Zuschauer für knapp 95 Minuten vor den Schirm zu fesseln und ihn in eine unheimliche Welt voller fürchterlicher Erlebnisse und schauriger Erscheinungen zu ziehen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und ordnet sich in einem guten Mittelfeldplatz ein. Der deutsche Ton liegt in verschiedenen Fassungen vor, erreicht insgesamt aber nicht mehr Räumlichkeitsgefühl, wie man es von einem guten Dolby-Surround-Klang her kennt.
Als Extra gibt es u.a. ein rund 12-minütiges Making Of, in dem ein wenig auf die Hintergründe und die Beweggründe zum Film eingegangen wird. Bei den Soundbites, hinter denen sich Interview-Ausschnitte verbergen, wird noch ein wenig mehr auf die Charaktere eingegangen und ein ausführlicher Blick hinter die Kulissen bietet ein paar Eindrücke vom Dreh. Neben dem Trailer zum Film gibt es noch relativ sinnfreie Filmclips, die nichts anderes als ein paar Szenen aus dem Film zeigen.
Fazit:
"Dark Places" ist ein spannender Gruselfilm, der eine Vorlage von Henry James in abgeschwächter Form präsentiert. Durch die Vereinfachung des Romans entsteht zwar ein deutlicher Verlust an Tiefe bei den Charakteren, was aber durch die schaurige Atmosphäre des Films gut aufgefangen werden kann.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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94:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making of
- Soundbites
- B-Roll
- Film-Clips
- Originaltrailer
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Dark Places
In a Dark Place
Atmosphärisches Grusel-Drama, das gut zu unterhalten weiß
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Luxemburg, 2006 Regie: Donato Rotunno Drehbuch: Peter Waddington (basierend auf dem Roman "The Turn of the Screw" von Henry James) Darsteller: Leelee Sobieski, Tara Fitzgerald, Christian Olson, Gabrielle Adam
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 20.10.2006
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