 |
DVD-Besprechung - Dead Birds - Im Haus des Grauens
Story:
Eine Bande Outlaws im Wilden Westen überfällt eine Bank. Mit zwei Säcken voller Gold machen sie sich auf den Weg nach Mexico, legen jedoch einen Zwischenstop auf einer verlassenen Farm ein. Eine schlechte Entscheidung, wie sich schon bald herausstellt. Denn das einsam gelegene Haus sieht nicht nur unheimlich aus, sondern hat auch ein gespenstisches Geheimnis verborgen, das den Banditen schon bald zum Verhängnis wird.
Meinung zum Film:
Das größte Problem von "Dead Birds" dürfte sein, dass er durch sein Szenario auf den ersten Blick wie ein angestaubter Western wirkt. Ein Genre, das bekanntermaßen nicht gerade unter der Kategorie "modern und populär" zu suchen ist und manch einer nimmt sicherlich schon Reißaus, wenn er nur entfernt an den Wilden Westen und Cowboys denkt. Ganz anderes sieht dies beim Genre Horror aus, das selten gänzlich aus der Mode gerät, und in letzter Zeit sogar zu der Richtung Film gehört, mit der gut Kasse zu machen ist. Und auch wenn es beim flüchtigen Hinsehen nicht gleich zu erkennen ist - "Dead Birds" fällt eindeutig in die zweite Filmkategorie und hat mit Western eher wenig am Hut. Lediglich in den ersten Minuten ist die westerliche Stimmung prägend. Doch mit dem Banküberfall wird schon eine erste Kurskorrektur vollzogen, da dort bereits kräftig (digitales) Kunstblut jenseits von üblichen Shoot-Outs fließt.
Spätestens mit der Ankunft auf der Farm ist die Abwendung vom Western-Flair endgültig geschehen. Mit dem Auftauchen einer Kreatur, die wie ein am ganzen Körper gehäutetes Tier aussieht, wird der Startschuss zu einem spannenden Haunted-House-Film gegeben. Ab dem Moment ist es im Grunde egal, ob es sich bei dem Szenario um eine Western-Farm, ein japanisches Teehaus oder ein verlassenes Haus in den Backwoods des heutigen Amerikas handelt. Denn es geht ab hier nur noch darum, eine Gruppe Menschen in die Gewalt einer schaurigen Macht zu geben und sie durch geisterhafte Erscheinungen zu terrorisieren. Die Auswahl des Szenarios ist allerdings weiterhin denkbar ungünstig, da ein Großteil der potentiellen Kunden auf Grund der Bilder und einem flüchtigen Blick auf die Inhaltsangabe frühzeitig abwinkt, ohne sich die Mühe zu machen, einen zweiten Blick zu riskieren. Es gibt bislang keine bekannte Verbindung aus Western und Horror, die große Anerkennung bei den Anhängern auch nur eines der beiden Lager gefunden hätte Wäre das Grundgerüst in einer anderen Epoche oder in einem anderen Szenario angesiedelt worden, hätte es sicherlich ein breiteres Publikum gefunden.
Und dies ist schon schade, denn Regisseur Alex Turner hat in seinem Film eine recht unheimliche Atmosphäre geschaffen, wie man sie sich von einem guten Horrorfilm wünscht. Eine alte, verlassene Farm mit einem vertrockneten Kornfeld vor dem Haus. Düstere Räume, unheimliche Kreaturen mit gespenstischen Fratzen und reichlich Gebrauch von Gruselfilmklischees sind allesamt gut umgesetzt worden. Und auch in Sachen Schockeffekte hat der Film einiges zu bieten. Durch eine Mischung aus Perspektiven, Licht, Schnitt und Soundeffekte fährt dem Zuschauer oft genug der Schrecken in die Glieder. Die gute Atmosphäre tröstet auch über den einen oder anderen unschlüssigen Punkt im Drehbuch und der schon recht bald vorhersehbaren Handlung hinweg. Hätten sich der Regisseur und vor allem Drehbuchautor Simon Barrett darauf konzentriert, einen guten und schlüssigen Horrorfilm zu schaffen und auf den ganzen unnötigen Western-Kram verzichtet, hätte "Dead Birds" richtig gut werden können. So stellt er aber zumindest noch stimmungsvolle Geisterunterhaltung dar, von der man sich durch die unpassenden Wild-West-Einlagen auf keinen Fall abschrecken lassen darf. Horror-Fans sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Die Farben erscheinen natürlich und die Konturen scharf gezeichnet. Lediglich in dunkleren Szenen ist der Kontrast ein wenig zu tief, wodurch der rechte Durchblick manchmal nicht leicht zu behalten ist. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar, in Sachen Raumklang hält er sich allerdings eher zurück, verstärkt aber zumindest die Schockmomente beispielhaft.
Bonusmaterial gibt es reichlich. Gleich 2 Audiokommentare schmücken die DVD, wobei in dem einen der Regisseur allein von seinen Erinnerungen an die Entstehung berichtet, während er auf der zweiten Spur von zwei Darstellern, dem Drehbuchautoren und dem Komponisten unterstützt wird. Es gibt 5 alternative bzw. entfallene Szenen, wahlweise mit Kommentar des Regisseurs, sowie ein gut 30-minütiges Making Of, das hinter die Kulissen der Produktion führt und einiges über die Entstehung zu berichten hat, wobei auch deutlich wird, dass die Entstehung des Skriptes nicht ganz problemlos war. Abgerundet werden die Extras durch den Trailer zum Film. Die Beiträge sind komplett in englischer Sprache, wahlweise liegen jedoch alle auch mit deutschen Untertiteln vor.
Fazit:
"Dead Birds" kann mit seiner guten Atmosphäre für reichlich Spannung und gute Unterhaltung bei Grusel-Freunden sorgen. Allerdings wirkt das Western-Szenario aufgesetzt und hält zudem sicherlich auch den ein oder anderen Horror-Freund vom diesem gut anzuschauenden "Haunted House"-Horror fern. Wer atmosphärischen Grusel ohne viel Tiefe mag, sollten sich aber auf keinen Fall abschrecken lassen!
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
87:19 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Französisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Kommentar des Regisseurs
- Kommentar mit Alex Turner, Henry Thomas, Nicki Aycox, Peter Lopez,, Simon Barrett
- Entfallene Szenen
- Im Haus des Grauens
- Trailer
|
|  |
Dead Birds - Im Haus des Grauens
Dead Birds
Spannender und atmosphörischer "Haunted House"-Grusel mit inhaltlichen Schwächen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Alex Turner Drehbuch: Simon Barrett Darsteller: Henry Thomas, Nicki Lynn Aycox, Isaiah Washington, Michael Shannon, Patrick Fugit, Mark Boone Junior, Muse Watson
Label :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart : 10.05.2005
|