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DVD-Besprechung - Dead or Alive: Final (Director's Cut)

Story:
In China herrschte schon immer ein strenges Regiment, was auch Japan, das im Jahre 2346 unter der Kontrolle Chinas steht, deutlich zu spüren bekommt. Der hartherzige Diktator Woo (Richard Chen) plant eine strenge Art der Geburtenkontrolle, bei der Pillen unter der Bevölkerung verteilt werden, die zur Unfruchtbarkeit führen. Wer schwanger wird, gilt als Schwerverbrecher. Eine Gruppe Rebellen will sich der unmenschlichen Behandlung zur Wehr setzen und entführt mit Hilfe des gutmütigen Cyborgs Ryô (Sho Aikawa) den kleinen Sohn des Polizisten Honda (Riki Takeuchi), um Druck auf die Staatsführung ausüben zu können. Honda wiederum denkt aber gar nichts daran, auf politischer Ebene zu verhandeln und startet seinerseits eigene Unternehmungen, um seinen Sohn aus den Händen der Entführer freizubekommen. Die Ereignisse überschlagen sich und endet in einem nicht vorhersehbaren Finale.

Meinung zum Film:
Takashi Miike ("City of Lost Souls") ist das Enfant Terrible des japanischen Kinos und gleichzeitig einer seiner gefeiertsten Stars hinter der Kamera. Seine Filme blühen geradezu vor wahnwitzigen Ideen, stilvollen Einstellungen, ideenreichen Bildverfremdungen, aber auch mit Gewalt und Kunstblut wird in der Regel nicht gegeizt. Ebenfalls berühmt und berüchtigt ist Miike für seine skurrilen Charaktere, die oftmals wie aus einem Manga entliehen zu sein scheinen und der tiefgründigen Art Humor, die meist einen realen Hintergrund hat.

Und von all dem gibt es auch im Abschluss seiner "Dead or Alive"-Trilogie einiges zu erleben. Angesiedelt in der fernen Zukunft lässt er Cyborgs, Cops und Rebellen aufeinanderprallen. Er nutzt eine recht dünne, auf unterstem B-Movie-Niveau angesiedelte Story als Aufhänger für dosierte Action, deren Inszenierung eindeutig den Mittelpunkt des Filmes darstellt. Damit die Action nicht abgenutzt wirkt, arbeitet Miike mit einer großen Sorgfalt und Ideenreichtum an abwechslungsreichen Einstellungen, Zeitlupenaufnahmen und Bewegungsabläufen. Hinzu kommt im Finale eine ganze Menge CGIs hinzu, die "Dead or Alive" endgültig zum Science Fiction machen.

Wo der Regisseur aber diesmal ein wenig sehr daneben gegriffen hat, ist bei der Wahl eines seiner Stilmittel. So wird der Film die ganze Zeit über mit recht starken Gelbfilter präsentiert, was doch sehr gewöhnungsbedürftig ist und irgendwann nur noch nervt. Die Geschichte selbst ist ein wenig lahm, bietet aber den gewohnten Humor des Regisseurs, wobei sich einige der Probleme zwischen Chinesen und Japanern dem westlichen Zuschauer nicht so recht offenbaren wollen. Aber trotz der nicht zu leugnenden Kritikpunkte werden Takashi-Miike-Freunde sicherlich nicht enttäuscht werden. Sie bekommen den gewohnten Overkill an skurrilen Einfällen, was sich sowohl auf Personen, Optik als auch die Geschichte bezieht. Wer bislang noch nie etwas von dem japanischen Kult-Regisseur gesehen hat, sollte allerdings lieber mit einem seiner zugänglicheren Werke, wie z.B. "City of Lost Souls", an seine Arbeiten herantreten. "Dead or Alive: Final" ist als Einstieg denkbar ungeeignet und wird dem breiten Publikum nur als Humbug im Gedächtnis bleiben.

Digitale Aufarbeitung:
Bevor der Film startet, wird auf einer Texttafel darauf hingewiesen, dass feste japanische Untertitel im Bild zu sehen sind, da diese bei chinesischer Sprache im Film fest im Bildmaster verankert wurden. Abgesehen von diesem wenig störenden Makel hat das Bild keine offensichtliche Probleme. Allerdings arbeitet Takashi Miike häufig mit Stilmitteln, wodurch vor allem in Sachen Farbgebung einige Veränderungen zu erwarten sind. Die Schärfe und die Details befinden sich in einem guten Rahmen für eine asiatische Produktion und dürfte die Bedürfnisse befriedigen. Gleiches gilt für den deutschen Ton in Dolby Digital 5.1, der klar und mit leichter Räumlichkeit den Film begleitet.

Das Bonusmaterial ist überschaubar und besteht aus einem gut 10-minütigen Making Of, bei dem Hauptdarsteller Sho Aikawa das Publikum mit an das Set führt, einer ebenfalls rund 10-minütigen Präsentation, bei der Takashi Miike persönlich zu Wort kommt und der obligatorische Trailer zum Film.

Fazit:
"Dead or Alive: Final" ist keine leicht zu verarbeitende Kost, die für Einsteiger in die Welt des Takashi Miikes denkbar ungeeignet ist. Wer schon seine ersten Erfahrung mit Herrn Miike gesammelt und auch daran Gefallen gefunden hat, sollte aber auf alle Fälle auch bei dem Finale der "Tot oder Lebendig"-Trilogie nicht halt machen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
88:02 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Japanisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Präsentation
  • Trailer
Dead or Alive: Final (Director's Cut) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dead or Alive Final
Dead or Alive Final

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein schwer zugängliches Werk des japanischen Kult-Regisseur Takashi Miike


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2002
Regie:
Takashi Miike
Drehbuch:
Hitoshi Ishikawa, Yoshinobu Kamo, Ichiro Ryu
Darsteller:
Sho Aikawa, Riki Takeuchi, Maria Chen, Richard Chen, Josie Ho, Tony Ho

Label Deutschland :
I-On New Media
Verkaufsstart Deutschland :
21.03.2005