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DVD-Besprechung - Dédales - Würfel um dein Leben

Story:
Dr. Brennac (Lambert Wilson) hat die Aufgabe erhalten, herauszufinden, inwieweit die 25-jährige Claude (Sylvie Testud) für den Mord an 27 Menschen zur Rechenschaft zu ziehen ist, da sie offensichtlich unter einer Schizophrenie leidet. Er soll das schaffen, wo andere Ärzte nicht mehr dran glauben - die einzelnen Persönlichkeiten der unter massiver Persönlichkeitsspaltung leidenden Frau herauszuarbeiten. Es gelingt dem Psychiater, das Vertrauen Claudes zu bekommen und er dringt vorsichtig immer tiefer in ihr Bewusstsein vor und entdeckt dabei eine Welt, wie er sie sich in seinen schlimmsten Träumen nicht vorgestellt hätte.

Meinung zum Film:
Regisseur und Drehbuchautor Réné Manzor ("Raven - Die Unsterbliche") treibt in "Dédales" ein interessantes Spiel mit dem Publikum. Genauso experimentell wie die Beleuchtung und die Farbgebung in den Bildern erscheint, genauso interessant ist auch die Erzählweise seiner Geschichte. Die Bilder und Geschehnisse sind nicht immer gleich so recht einzuordnen, was aber definitiv nicht negativ auf den Zuschauer wirkt, sondern sehr zu guten Stimmung beiträgt. Réné Manzor schafft es durch seine vor allem zu Beginn leicht verwirrende Inszenierungs-Art, bereits nach einer kurzen Zeit das Interesse des Publikums zu wecken und es auf den Film einzustimmen. Ohne allzu große Effekthascherei, sondern alleine durch das zielstrebige und temporeiche Vorantreiben der Handlung wird man immer mehr auf die Auflösung gespannt gemacht und durch das Geschehen gefesselt. Genre-Kenner werden wahrscheinlich schon recht bald eine Ahnung haben, wohin sich die Story entwickelt, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut.

Besonders gelungen ist die Art, in der die einzelnen Persönlichkeiten Claudes präsentiert und in die Handlung eingebunden werden. Für die Interaktionen zwischen den verschiedenen Charakteren gebührt Sylvie Testud ("Jenseits der Stille") ein ganz große Lob, da sie das Wechselspiel erstaunlich gut herüber bringt und sehr talentiert jeder Person eine eigene, klar zu unterscheidende Persönlichkeit verleiht. Lambert Wilson ("Sahara") stellt den Psychiater Dr. Brennac recht ausgebrannt dar, was der Rolle sehr entgegen kommt. Frédéric Diefenthal ("Taxi") fällt im Vergleich der tragenden Rollen am ehesten ab, da seine Darstellung des mit seherischen Fähigkeiten belegten Ermittlers stellenweise ein wenig über das Maß lustlos wirkt, als es dem Charakter gut tun würde. Zu erwähnen sei noch Michel Duchaussoy ("Der Stellvertreter"), der es in seiner eher klein angelegten Rolle als Anstaltsleiter schafft, deutlich seine Spuren im Film zu hinterlassen.

Eine zentrale Frage für den Zuschauer bleibt, ob Claude nun tatsächlich nur simuliert, um ihrer Strafe zu entgehen, oder ob sie tatsächlich nur aus ihrer Krankheit heraus tötete. Über Dr. Brennac gibt es immer wieder einzelne Fakten zu erfahren, die mal die eine, mal die andere Vermutung unterstützt und stets Hilfestellung bei der Suche nach der Wahrheit gibt. Parallel zu den Sitzungen bei Brennac wird in Rückblenden immer wieder die Ermittlungsarbeit der Polizei gezeigt, die zur Ergreifung Claudes führte. Durch die unterschiedlichen Erzählebenen bekommt der Film einen ganz besonderen Reiz, da man zweigleisig hinter das Mysterium der Geschehnisse kommt. Aus vielen Gründen versprüht "Dédales" ein frisches, wenig abgenutztes Bild, das spannend von Anfang bis Ende in seinen Bann zieht.

Digitale Aufarbeitung:
Sieht man einmal davon ab, dass das Bild insgesamt ein klein wenig farbarm und die meiste Zeit über leicht verrauscht wirkt, ist es ganz ordentlich gelungen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, surroundtechnisch allerdings eher zurückhaltend.

Als Extras gibt es ein kurzes Making Of zum Film, in dem der Regisseur über seine Intentionen beim Dreh berichtet. Des Weiteren gibt es noch eine Bildergalerie und den Trailer zum Film.

Fazit:
"Dédales" ist ein gut durchdachter und interessant präsentierter Mystery-Thriller, der sein Publikum mit der Frage fesselt, was wirklich vor sich geht und es die ganze Zeit mit der Frage beschäftigt, wie sich das Geschehen am Ende auflösen wird. Wer gerne einem spannenden Mysterium beiwohnt, sollte sich von Claude und ihrer Geschichte fesseln lassen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
94:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
  • Bildergalerie
Ddales - Würfel um dein Leben - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dédales - Würfel um dein Leben
Dédales

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein durchdachter und fesselnder Psycho-Triller


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / Belgien, 2003
Regie:
Rène Manzor
Drehbuch:
Rène Manzor
Darsteller:
Lambert Wilson, Frédéric Diefenthal, Sylvie Testud, Michel Duchaussoy, Edouard Montoute

Label Deutschland :
Anolis Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
02.02.2006