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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Devot

Story:
Henry Richter (Simon Böer) gabelt auf einer Brücke die Prostituierte Anja Steinberg (Annett Renneberg) auf. Doch wie sich herausstellt, ist die junge Frau gar nicht im horizontalen Gewerbe tätig und in einer unbeobachteten Situation versucht sie sogar, ihren potentiellen Freier zu bestehlen. Als Henry sie dabei erwischt und sie an einen Stuhl festbindet, ist dies erst der Anfang eines perfiden Spiels, das extreme Situationen bereithält und die Nacht unvergessen macht.

Meinung zum Film:
Die ersten Momente von "Devot" sind ein wenig schwer einzuordnen. Dies liegt allerdings weniger an der Geschichte, als vielmehr an der gewöhnungsbedürftigen, abgehackten Art der Sprachführung der beiden Schauspieler. Ein wenig hölzern und vollkommen emotionslos wirkt vor allem Annett Renneber ("Donna Leon") zu Beginn. Doch es liegt nicht nur allein an den Darstellern, sondern auch an den Dialogen, die ihnen in den Mund gelegt wurden und alles andere als natürlich wirken. Mit fortlaufender Spieldauer verbessern sich aber sowohl darstellerische Leistungen als auch Dialoge. Vor allem Annett Rennbeber läuft mit ihren unterschiedlichen Darstellungen teilweise zu einer Hochform auf, womit sie nicht wenig zur Verwirrung des Zuschauers beiträgt.

Und die Geschichte hat es wirklich in sich. Es wird nicht richtig klar, was genau vor sich geht. Doch teilweise vergisst man die Frage, was der Sinn des ganzen ist über die Frage, was wohl als nächstes geschehen wird. Denn die Ereignisse sind selten vorhersehbar und treffen teilweise mit voller Wucht in die Magengegend. Aus Anfangs harmlos erscheinenden Momenten wird oftmals urplötzlich ein Schockmoment. Die Grenze zwischen Opfer und Peiniger beginnt dabei immer mehr zu verschwimmen und es gibt auch die ein oder andere Wendung zu erleben, die man so sicherlich nicht unbedingt vorausgeahnt hat. Was wahr und was Spiel ist, ist oftmals auch nur schwer auszumachen. Drehbuchautor und Regisseur Igor Zartizki spielt gekonnt auf der Klaviatur des Verwirrens.

Und auch visuell hat der Film einiges zu bieten. Der Regisseur verzichtet weitestgehend auf Kamerafahrten, erreicht aber durch Schnitte und dem Wechsel von Perspektiven hinreichend Dynamik in seinen Bildern. Er versteht es auch sehr gut, die Intensität der Story durch kurze Einspielungen von Schockmomenten zu verstärken und lässt "Devot" trotz seines 2-Personen-Kammerspiels zu keiner Sekunde langatmig erscheinen. Zu Beginn des Streifens wird sich sicherlich der ein oder andere die Frage stellen, wie der Film über seine gesamte Spieldauer die Spannung aufrechterhalten will. Am Ende, wenn die wie im Fluge vergangenen 86 Minuten vorüber sind, weiß man es genau.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und bietet keinen Grund zur Kritik. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 2.0 ist gleichermaßen gut verständlich, aber bis auf wenige Ausnahmen auch vorwiegend frontal gelagert, was allerdings im Film begründet liegt und nicht an lustlosem Soundediting.

Das Bonusmaterial sieht auf dem ersten Blick recht reichhaltig aus, ist vom Informationsgehalt allerdings eher mau. Das Making Of bietet auf 13 Minuten unkommentierte Bilder vom Dreh. Das Musikvideo ist lediglich der Song aus dem Abspann mit ein paar Bildern aus dem Film. Es gibt einen knapp 2-minütigen, recht witzigen "Short Film" mit einer Probeaufnahme. Es folgen 3 nicht verwendete Szenen, gut 5 Minuten dauernde Aufnahmen eines Castings und wer möchte, hat letzten Endes noch die Möglichkeit, sich eine leicht verlängerte Version der Sex-Szene zwischen Henry und Anja anzusehen.

Fazit:
"Devot" ist ein spannender Film aus deutschen Landen, der nicht nur die beiden Filmfiguren auf eine Tour de Force durch die Nacht schickt, sondern auch die psychische Belastbarkeit des Zuschauers auf die Probe stellt. Fernab der üblichen Thrillerkost bietet er mitreißende und spannende 86 Minuten, die man nicht verpassen sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
86:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Liebesszene "Extended Version"
  • Short Film
  • Musikvideo
  • Trailer
  • Entfallene Szenen
  • Casting Video
Devot - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Devot
Devot

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein fesselndes Kammerspielchen, das nicht nur die Psyche der Personen im Film auf die Probe stellt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2003
Regie:
Igor Zaritzki
Drehbuch:
Igor Zaritzki
Darsteller:
Annett Renneberg, Simon Böer

Label Deutschland :
MC One
Verkaufsstart Deutschland :
14.07.2005