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DVD-Besprechung - Das Ding aus einer anderen Welt

Story:
Nahe einem kleinen Forschungsposten mitten am Nordpol ist ein Flugobjekt abgestürzt. Ein nahegelegener Militärposten schickt ein paar Männer zu dem abseits gelegenen Areal, um die Herkunft des Fliegers herauszufinden. Am Absturzort angekommen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Objekt um eine fliegende Untertasse handelt. Bei dem Versuch, das UFO aus dem Eis zu befreien, wird eine außerirdische Lebensform entdeckt, die man mit in die Labors nimmt. Doch die Gestalt taut auf und entkommt, woraufhin die Besatzung der Station nervös wird, da der scheinbar unverwundbare Außerirdische auf alles losgeht, was sich ihm in den Weg stellt.

Meinung zum Film:
Charles Lederer ("Meuterei auf der Bounty", "Frankie und seine Spießgesellen") hat es Anfang der 50er Jahre geschafft, mit seinem Drehbuch um einen gestrandeten Außerirdischen eine bis in die heutige Zeit spannende Geschichte zu schreiben, die nur einen geringen Teil ungewollte Peinlichkeiten enthält. Selbst im Vergleich mit dem Remake von John Carpenter aus dem Jahre 1982, das eine vollkommen andere Art außerirdischer Lebensform vorzuweisen hat und über seine schleimigen Effekte es weitestgehend verpasst, der Geschichte ausreichend Spannungselemente zu geben, kann die Version von 1951 eindeutig überzeugen und weitaus besser unterhalten.

Einen großen Anteil hieran trägt neben dem Drehbuchautor sicherlich auch Regisseur Chrisitan Nyby, der mit "Das Ding aus einer anderen Welt" ein bemerkenswertes Regiedebüt hinlegte und anschließend einer der einflussreichsten Regisseure bei TV-Serien wurde. Seine Filmografie beinhaltet namhafte Reihen wie "Die Straßen von San Francisco", "Tennisschläger und Kanonen" oder "Bonanza". In seinem Erstlingswerk schafft er es über weite Strecken, die Studiobauten vergessen zu machen und dem Zuschauer das Gefühl zu vermitteln, tatsächlich in einer abgelegenen Forschungsstation eingeschlossen zu sein. Gerade aus den 50er Jahren ist man da weitaus mehr Studioatmosphäre gewohnt. Unterstützt wurde er bei seinem ersten Gehversuch im Geschäft durch Western-Legende Howard Hawks ("Rio Bravo", "Red River - Panik am roten Fluss"), der sich allerdings vornehm zurücknahm und seinen Namen nicht im Vorspann in Verbindung mit der Regie anzeigen ließ.

Wo "The Thing from another world" ebenfalls überzeugen kann, ist in der Theorie rund um den Außerirdischen. Es wird versucht, dem Wesen, das rein äußerlich relativ stark an Frankensteins Monster erinnert, vom Menschen zu unterscheiden. Die Idee, seine genetischen Merkmale mit der einer Pflanze zu vergleichen, ist für die damalige Zeit sehr innovativ und zudem noch interessant umgesetzt, ohne dabei zu kitschig zu wirken. Hinzu kommt der Streit zwischen Militär und Wissenschaft, da die Soldaten nur die Rettung der Menschheit im Sinn haben, und das Wesen lieber jetzt als später zu pulverisieren, während der Gelehrte ohne zu Zögern sein Leben hergeben würde, wenn dadurch Erkenntnisse über die Funktionsweise des unbekannten Organismus gefunden werden könnten. Durch diese verschiedenen Dinge ist "Das Ding aus einer anderen Welt" ein spannender Genre-Beitrag, der auch heutzutage noch für beste Unterhaltung sorgt und Pflichtprogramm für Freunde des Alien-Kinos darstellt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ganz ordentlich gelungen. Verschmutzungen konnten bis auf ganz wenige Ausnahmen beseitigt werden, die Schärfe ist für das betagte Material sehr gut gelungen. Lediglich Unruhen sind Zeugen des halben Jahrhunderts, welches das Ausgangsmaterial mittlerweile auf dem Buckel hat. Der deutsche Ton in Dolby Digital Mono ist klar verständlich, rauschfrei und hat lediglich ein wenig Probleme mit den Höhen und Verzerrungen in den Spitzen. Ein paar wenige Stellen, zu denen es offensichtlich keine deutsche Tonspur gab, liegen im englischen Originalton vor und sind deutsch untertitelt.

Als Bonus gibt es einen Satz Pressefotos als manuelle Slideshow, eine abgefilmte Zeitung, die seinerzeit offensichtlich als Werbemittel genutzt wurde, und den Trailer zum Film.

Fazit:
"Das Ding aus einer anderen Welt" ist Pflichtprogramm für alle Freunde von Filmen mit außerirdischen Angriffen. Lange Zeit, bevor es "Akte X" und "Alien" gab, brachten Drehbuchautor Charles Lederer und Regisseur Christian Nyby, mit freundlicher Unterstützung durch Howard Hawks, stimmungsvolle Mystery-Unterhaltung in die Kinos, die bis heute nichts an ihrem Reiz verloren hat. Die digitale Umsetzung ist gut gelungen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,33:1
1,33:1
83:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Englisch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Original Pressefotos
  • RKO Nachrichtenblatt
  • Trailer
Das Ding aus einer anderen Welt - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Das Ding aus einer anderen Welt
The Thing from another world

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Das spannende (Film-)Ding aus einer anderen Zeit


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1951
Regie:
Christian Nyby, Howard Hawks
Drehbuch:
Charles Lederer (basierend auf der Kurzgeschichte "Who goes there?" von John W. Campbell, Jr.)
Darsteller:
Kenneth Tobey, Margaret Sheridan, Robert Cornthwaite, Douglas Spencer, James Young, Dewey Martin, Robert Nichols, James Arness

Label Deutschland :
Arthaus
Verkaufsstart Deutschland :
08.02.2005