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DVD-Besprechung - Alien Autopsy

Story:
Gary (Ant McParlin) und Ray (Declan Donnelly) leben mehr schlecht als recht in London und suchen für sich eine neue Perspektive für das Leben, zumindest im Hinblick auf den Gelderwerb. Durch einen Zufall geraten die beiden an eine Filmaufnahme aus den 40er Jahren, die schier Unglaubliches zeigt: die Autopsie eines Außerirdischen. Voller Enthusiasmus kaufen die Beiden den Film mit dem Geld eines ungarischen Drogenbosses, doch sie wissen nicht, dass sich die alte Aufnahme bereits selbst zerstört. Dem Gangster, der gleichzeitig ein Kornkreisfan ist und sich zu den Alien-Gläubigen zählt, versuchen die beiden das Gesehene selbst nachzudrehen. Und schließlich bringen sie ihre Fälschung an die Öffentlichkeit. Ein Hype beginnt.

Meinung zum Film:
Tatsächlich brachten zwei Engländer es Mitte der 90er Jahre zustande, einen Film zu drehen, der die Autopsie eines Aliens zeigte. Eine waschechte Sensation, angeblich aus Roswell und damit schien endlich Gewissheit zu herrschen. Natürlich wurde der Schwindel aufgedeckt, doch die beiden Männer behaupten weiterhin steif und fest, dass es ein echtes Exemplar des Films gegeben hat, welches jedoch durch falsche Lagerung zerstört wurde. Es ist schon interessant und witzig mit anzusehen, mit welch eigentlich einfachen Mitteln man die Fachwelt über Monate täuschen kann. Indirekt wird auch der neuzeitliche Medienhype angeprangert, der es erst ermöglicht, dass Scharlatane solch eine Präsenz in der Öffentlichkeit erhalten. Im Fall von Ray und Gary wurde aber nie wirklich aufgeklärt, ob es das ominöse Original gegeben hat, oder ob sie wirklich nur alle hinter das Licht führen wollten.

Seinen Lauf nahm alles mit der Suche nach einer wirklich guten Geschäftsidee. Dafür raubt der junge Engländer Ray seinem Kumpel Gary nicht nur die Nerven, sondern versetzt auch dessen Auto, um sich mit ihm zusammen auf nach Amerika zu machen. Eigentlich sollen es ja Fan-Devotionalien werden, die den Reichtum bringen sollen, doch ein alter Mann glaubt Ray mehr bieten zu können als eine Kameraaufnahme von Elvis ohne Ton. Die Einladung aufs Land ist dann der Startschuss für die eigentliche Handlung in dieser skurrilen Komödie, die auf wahren Begebenheiten beruht. Ray bekommt die Aufnahme von der Autopsie eines Außerirdischen zu sehen, was ihn das Geschäft seines Lebens wittern lässt. Als dieser Beweis einer weiteren Existenz im All dann durch schlichtes Pech größtenteils verloren geht, wird kurzerhand eine kleine Wohnung in London umfunktioniert und in ein Labor verwandelt. Rays Schilderung werden eins zu eins umgesetzt und der Film wird nachgestellt.

Die beiden Hauptfiguren Gary und Ray sind schon eine kleine Show für sich, wofür man ihre Darsteller Ant McPartlin und Declan Donnelly ausdrücklich loben muss. Die beiden sind in England ein bekanntes Komikerpaar und die Dialoge im Film lassen, vor allem in der englischen Sprachfassung, ein eingespieltes Team erkennen. In der Rolle des Dokumentationsfilmers Morgan hat man mit Bill Pullman ("Der Fluch") einen mit Außerirdischen erfahrenen Mimen gewinnen können, immerhin trat er als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gegen die Eindringlinge in "Independence Day" an. Omid Djalili ("James Bond - Die Welt ist nicht genug") spielt den Betreiber einer Döner-Bude, der für die Kameraarbeit geworben wird. Alles in allem machen alle den Eindruck, als hätten sie einen diebischen Spaß an der Nachstellung eines weltbekannten Betrugs gehabt. Die Charaktere sind schräg angelegt und auch bei den Dialogen wurde nicht mit gewitzten Textpassagen gespart. Freunden der Aliens sei noch eines versichert: kein E.T. kam bei den Dreharbeiten zu Schaden.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist nicht schlecht, doch zeitweise ist ein leichtes Rauschen zu erkennen. Die Farben sind ausgewogen, was dann wiederum sehr angenehm wirkt. Der deutsche Ton ist ausgeglichen, wobei die Surroundeffekte sich eher auf den Score ausdehnen.

Bei den Extras gibt es rund 23 Minuten an geschnittenen Szenen zu sehen, die auch mit Kommentar genossen werden können. Rund 2,5 Minuten nehmen die Outtakes ein, die sicherlich etwas kurz, aber sehr amüsant sind. Eine gute halbe Stunde dauert das Making Of, welches noch so einige Hintergrundinfos bietet. Wer sich den Film mit dem Audiokommentar von Regisseur Jonny Campbell ansehen mag, kann deutsche Untertitel hinzuschalten. Zuletzt gibt es noch eine alternative Eröffnungssequenz, die allerdings eher ohne Belang ist.

Fazit:
"Alien Autopsy" ist nicht schlecht gemacht und ein witziger Streifen geworden, der neben schrägen Charakteren auch über eine wahre und wahrlich abstruse Hintergrundgeschichte verfügt. Technisch ist die DVD im grünen Bereich.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
91:27 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Norwegisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Nicht verwendete Szenen
  • Verpatzte Szenen
  • Alternative Einleitung
  • Making Of
  • Audiokommentar von Regisseur Jonny Campbell
Alien Autopsy - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Alien Autopsy
Alien Autopsy

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Einer DER Skandale in der internationalen Außerirdischen-Szene


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 2006
Regie:
Jonny Campbell
Drehbuch:
William Davies
Darsteller:
Bill Pullman, Declan Donnelly, Ant McPartlin, Harry Dean Stanton, Omid Djalili

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
16.03.2007