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DVD-Besprechung - The Door on the Floor - Die Tür der Versuchung
Story:
Nach einem Unfalltod ihrer beiden Söhne haben sich Ted (Jeff Bridges) und seine Frau Marion (Kim Basinger) immer weiter auseinander gelebt. Während Marion unter Depressionen leidet und die meiste Zeit nur vor sich hinstarrt, hat Ted den Schicksalsschlag offenbar verarbeitet und ist zu einem relativ normalen Leben zurückgekehrt. Da beide keine Chance mehr auf eine gemeinsame Zukunft sehen, trennen sie sich probeweise für ein Jahr und wechseln sich mit dem Wohnen im großen Haus ab. Als Teds neuer Praktikant Eddie (Jon Foster) für einen Sommer mit in das idyllisch gelegene Anwesen einzieht, beginnt Marion wieder aufzublühen und verführt den noch sehr jungen Mann. Als Ted davon erfährt, ist es ihm anfangs offensichtlich egal, doch mit der Zeit spitzen sich die Dinge immer mehr zu.
Meinung zum Film:
Die Bücher von John Irving sind dafür bekannt, alles andere als leichte und heitere Kost zu sein. Mit Werken wie "Gottes Werk & Teufels Beitrag" oder "Garp und wie er die Welt sah" hat er sich zu den großen Literaten unserer Zeit raufgearbeitet. "The Door in the Floor" stellt in dieser Hinsicht ebenfalls keine Ausnahme dar und auch der Film ist garantiert nicht dazu geeignet, für einen entspannten Filmabend zu sorgen. Dafür hat er zuviel mit Trauer zu tun und legt sich mit seiner melancholischen Musik und seinen schicksalsschweren Worten und Geschehnissen stark auf das Gemüt des Zuschauers. Allerdings in positiver Weise, was Freunde schwerer Dramen sicherlich bestätigen werden.
Bemerkenswert ist das Schauspiel der beiden Hauptdarsteller. Jeff Bridges ("The Big Lebowski") spielt den Kinderbuchschreiber Ted mit einer Mischung aus kauzigem Dickkopf und unter der Last der unterdrückten Trauer leidendem Menschen. Denn auch wenn er es nicht zeigen will, leidet Ted unter dem Tod seiner Söhne in gleicher Weise wie seine Frau. Nur kann er es nicht offen zeigen und versteckt seine Emotionen hinter einer Mauer, die auch sämtliche anderen Gefühle zurückhält. So verkommt er zusehends immer mehr zu einem Menschen, dem soziales Verhalten immer mehr zu einem Fremdwort wird. Hinzu kommt noch, dass er eine zusätzliche Last mit sich herumträgt, die wie der Globus auf Atlas' Schultern zu liegen scheint.
Kim Basinger ("Final Call") in der Rolle der leidenden Mutter spielt keinen Deut schlechter als ihr Kollege und wirkt vor allem in den Szenen der Apathie erschreckend real. Die Darstellerin hat seit ihrem Erfolgsdebüt in "9 ½ Wochen" einen eindeutig erkennbaren Reifeprozess durchgemacht und kann auch in ernsten Rollen überzeugen. Dies sieht man vor allem in den Momenten, in denen sie den in der Liebe unerfahrenen Eddie verführt und dadurch das Gefühl bekommt, etwas für ihren verstorbenen Sohn zu tun. Jon Foster ("Das Haus am Meer") als Praktikant spielt die Rolle des verschüchterten Praktikanten, der zwischen den Fronten der beiden Eheleute zu zerbrechen droht, recht gut. Allerdings wird er von den beiden Hauptdarsteller klar an die Wand gespielt und ist tatsächlich nur der kleine Praktikant.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut und ohne Tadel. Die Farben sind zwar nicht unbedingt kräftig geraten, doch die leicht zurückhaltende Blässe passt herrlich zur Stimmung des Filmes. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich. Die hinteren Lautsprecher bekommen zwar bis auf eine Szene nichts zu tun, doch ist dies genrebedingt.
Als Bonus gibt es unter anderem ein rund 25-minütiges Making Of, in dem der Regisseur über seine Eindrücke vom Dreh und dem Buch berichtet. Allerdings fehlen bei dem englischsprachigen Beitrag deutsche Untertitel. Gleiches gilt für den Beitrag "Hinter den Kulissen", bei dem Künstler vor und hinter der Kamera über ihre Erfahrungen vom Dreh berichten. Schade, dass auch der sehr interessante Beitrag mit Autor John Irving ohne deutsche Worte auskommen muss, in dem der Autor über den Weg vom Buch zum Film berichtet. Abgerundet werden die Extras durch den Trailer zum Film.
Fazit:
"The Door in the Floor" ist ein sehr schweres Drama, das sich garantiert nicht zum "mal eben gucken" eignet. Es erfordert die ganze Aufmerksamkeit des Zuschauers, bietet dafür im Tausch aber eine gehaltvolle Geschichte mit zwei sehr guten Hauptdarstellern. Eine klares Minus bei der DVD sind die fehlenden Untertitel bei den ansonsten informativen Extras.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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106:21 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Hinter den Kulissen
- John Irving: Vom Buch zum Film
- Kinotrailer
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The Door on the Floor - Die Tür der Versuchung
The Door on the Floor
Ein sehr schweres Drama nach einem Roman von John Irving
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Todd Williams Drehbuch: Todd Williams (nach dem Roman "Witwe für ein Jahr" von John Irving) Darsteller: Kim Basinger, Jeff Bridges, Jon Foster, Mimi Rogers, Elle Fanning, Bijou Phillips
Label :
Universum Film
Verkaufsstart : 16.05.2005
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