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DVD-Besprechung - Dot.Kill - Digital Reaper
Story:
Das Leben von Kommissar Charlie Daines (Armand Assante) steht kurz vor dem Ende. Gezeichnet von einer tödlichen Krankheit, die unaufhaltsam voranschreitet, versucht er in seinen letzten Tagen noch einen Serienkiller zu stellen, der seine Morde live über das Internet überträgt. Bis auf seinen Arzt, von dem er sich bislang immer mit Morphium gegen die großen Schmerzen versorgen ließ,, weiß niemand von seiner Erkrankung, weil der harte Cop nicht von Mitleid und Kummer begleitet aus der Welt scheiden will.
Meinung zum Film:
Es haben sich schon einige Filmemacher an Cyber-Thrillern versucht, in denen Killer das Internet nutzen, um ihre Taten durchzuführen, bzw. publik zu machen. Einer der bekanntesten dieser Gattung dürfte sicherlich "Fear Dot Com" von William Malone sein, der vor allem beim Einsatz der technologischen Thematik nur sehr wenig überzeugen konnte. Das größte Problem bei dieser Art Film ist es sicherlich, die technischen Möglichkeiten so zu präsentieren, dass Zuschauer, welche mit dem Thema nicht sonderlich vertraut sind der Handlung folgen können. Andererseits müssen computerversiertere Zeitgenossen den Inhalt noch akzeptieren können und nicht vor lauter technischem Unfug die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Regisseur John Irvin ("Zurück bleibt die Angst") hat einen guten Weg für seinen Film gefunden, indem er die Cyberkomponente auf ein Minimum dosierte und nicht sehr stark darauf einging. Allerdings hat er dabei auch den Thriller-Part weitestgehend wegrationalisiert.
Auch wenn der Titel, das Cover und die Werbetexte lauthals einen spannenden Thriller versprechen, wird man diesen im Film ganz sicher nicht wiederfinden. "Dot.Kill" handelt vielmehr von einem Polizisten, dem nur noch wenig Lebenszeit verblieben ist und der vor dem Mitleid seines Umfeldes verschont bleiben will. Weder seine Familie noch seine Kollegen wissen von seiner tödlichen Krankheit und denken, dass seine ständigen Hustenanfälle von jahrelangem Rauchen, bzw. einer verschleppten Erkältung herrühren. Die Figur des Charlie Daines steht in der Tradition des desillusionierten, vom Leben ermüdeten Cops, wie sie von Harvey Keitel in Abel Ferraras "Bad Lieutenant" oder Al Pacino in "Heat" bereits verkörpert wurden. Starrköpfige Dinosaurier, die gnadenlos ihren eigenen Weg gehen und dabei alles niedertrampeln, was sich ihnen in den Weg stellt. Tief im Inneren verfügen sie dabei jedoch über ein Herz aus Gold, das immer mal wieder zum Vorschein kommt, vor allem dann, wenn es am wenigsten erwartet wird.
Die Frage ist, ob den Drehbuchautoren die Ideen für einen Thriller ausgingen und sie den Film daher mit den Drama-Elementen anreicherten, oder ob sie sich einfach nicht entscheiden konnten, ob sie mit ihrem Erstlingswerk nun einen ernsten oder spannenden Film entstehen lassen wollten. Die Marketingabteilung hat sich in jedem Fall festgelegt und präsentiert "Dot.Kill" als Thriller. Im Grunde ist dies aber ohnehin egal, da beide Teile nur recht wenig überzeugen können. Der Thrillerteil plätschert müde, ohne jegliche Spannungsansätze vor sich hin. Es wird genau ein potentieller Täter immer und immer wieder mit dem Holzhammer präsentiert, was sicherlich nicht gerade spannungsfördernd ist. In den ernsten Momenten wurde mit Armand Assante ("1492 - Die Eroberung des Paradieses") sicherlich ein Darsteller gefunden, der die ideale Zweitbesetzung darstellt, wenn große Namen wie Al Pacino nicht finanzierbar sind. Doch das Drehbuch weist viel zu viele Unstimmigkeiten und offene Punkte auf, als dass es irgendein Darsteller schaffen könnte, dagegen anzuspielen. Abgesehen von einer Handvoll wirklich guter Szenen von Armand Assante besitzt dieses müde Cop-Drama nur einen sehr geringen Unterhaltungswert.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen rundum guten Eindruck. Wie bei einer eher klein angelegten Produktion üblich, ist allerdings von der Tiefenschärfe nicht zu viel zu erwarten. Der deutsche Ton, der wahlweise in dts und Dolby Digital 5.1 vorliegt, kommt überraschenderweise mit einer feinen Räumlichkeit daher und macht steten, meist allerdings dezenten Gebrauch von den Surround-Lautsprechern.
Als Extra gibt es neben Biografien und dem Trailer noch ein Behind the Scenes, das sich als rund 9-minütiges Making Of herausstellt. Es bietet ein paar Informationen über die Entstehung und zu den Hintergründen des Films. Da die englischen Kommentare und Interviews allerdings ohne deutsche Untertitel daherkommen, muss man dieser Sprache gut mächtig sein, um sie zu verstehen.
Fazit:
"Dot.Kill" ist ein recht langatmiges Cop-Drama, das als Thriller vermarktet wird. Während der Drama-Teil weitestgehend unter den Unstimmigkeiten in der Geschichten zu leiden hat, kommt der Thriller-Part nie so recht in Schwung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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86:54 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Behind the Scenes
- Biografien
- Trailer
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Dot.Kill - Digital Reaper
Dot.Kil
Ein als Thriller verkauftes Cop-Drama ohne Spannung oder Tiefgang
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: John Irvin Drehbuch: Andrew Charas, Robert Malkani Darsteller: Armand Assante, Sonny Marinelli, Raffaello Degruttola, Stanley Townsend, Clare Holman, Frank Nasso, Jason Durran, Tony Schiena
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 28.09.2006
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