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DVD-Besprechung - Animal

Story:
Der bullige James Allen (Ving Rhames) hat seinen Spitznamen "Animal" nicht umsonst bekommen, denn er war ein gewalttätiger Mensch, dem ein Menschenleben egal war. Mitleid oder Gnade waren Fremdworte, bis sein alteinsitzender Mithäftling Berwell (Jim Brown) es schaffte, in Animals Inneres zu kommen. Nach einem langen Prozess ist er nun geläutert und will mit Verbrechen und Gewalt nichts mehr zu tun haben. Leider hat sein Sohn Darius (Terrence Howard) die Abwesenheit seines Vaters genutzt, um in seiner Manier ein Leben jenseits des Gesetzes zu führen. James sieht seine Aufgabe darin, nun seine Spross auf den Pfad der Tugend zu führen.

Meinung zum Film:
Zunächst möchte man beim Betrachten des Covers denken: "Och nee, schon wieder ein Knastfilm!", doch man würde einen Fehler begehen, den Film ungesehen wieder ins Regal zu stellen. Die Läuterung von bösen Buben, die fortan nur noch Gutes tun, ist keine neue Geschichte, doch wenn sie so souverän und gut inszeniert wird wie in "Animal", dann ist das schon einen Hingucker wert. Etwas schwierig ist die Einordnung in ein Genre, da hier mehrere Kategorien wie Gangstermovie, Knastfilm oder auch Buddy-Movie bedient werden. Aber egal, bei welchem Genre der Zuschauer den Film auch einordnen mag, die Mixtur ist ordentlich gelungen und bietet über fast 94 Minuten gute, solide Unterhaltung. Der Film spielt in verschiedenen zeitlichen Ebenen, die parallel die Geschichte von James Allen und seinem Sohn Darius zeigen. Es beginnt alles, als Darius noch ein Kind ist und miterleben muss, wie sein Vater, zu dem er aufschaut, von der Polizei wegen eines Raubüberfalls verhaftet wird.

Ving Rhames dürfte spätestens seit seiner Rolle als Gangsterboss in "Pulp Fiction" den meisten Zuschauern bekannt sein. Allein seine bullige, massive Statur flößt Respekt ein und wenn Herr Rhames mal so richtig böse guckt, dann ist man schon froh, lediglich Zuschauer zu sein und nicht mit ihm in einem Raum. Insofern ist er für den Part des fast schon menschenverachtenden "Animal" nahezu perfekt besetzt, doch der gestandene Mime hat tatsächlich noch mehr drauf. Glänzend gelingt ihm der Wandel vom brutalen Typen hin zu einem Menschen, der verstanden hat, dass Gewalt und Kriminalität nicht der richtige Weg sind. Terrence Howard ("L.A. Crash") als sein krimineller Sohn Darius spielt zwar nur eine Nebenrolle, doch in dieser geht auch er vollends auf. Die Rolle des Berwell wurde mit Jim Brown ("Katanga") besetzt, einem Mimen, der seine beste Zeit während der Blaxploitationwelle hatte. Seinen Part hat er gut im Griff und seine steten Versuche, den bulligen "Animal" zu einem besseren Menschen zu machen, wirken überzeugend auf den Zuschauer.

Das Interessante an der Figur des "Animal" ist allerdings seine Verwandlung, die in kleinen Schritten gezeigt wird. Zunächst ist er ein krimineller Zeitgenosse, der einfach nur ein harter Hund zu sein scheint. Der Zuschauer, der zu Beginn des Films aufpasst, kann in einer bestimmten Szene erkennen, dass dieser Brocken von Mann in seiner Kindheit ein traumatisches Erlebnis gehabt haben muss. Auch bei seinem ersten Haftantritt ist er zunächst lediglich ein unangenehmer Zeitgenosse, doch einige Vorkommnisse im Gefängnis lassen ihn zu einem verrohten Zeitgenossen werden, der gefürchtet ist wie der Teufel persönlich. Der Weg zurück zum Menschlichen ist dann eine echte Glanzleistung. Es liegt natürlich auch eine gehörige Portion Kritik an dem Justizwesen der amerikanischen Gefängnisse in der Luft. Die Verhältnisse im Knast werden recht drastisch dargestellt und die Gewalt unter den Häftlingen scheint auch kein übertriebenes Bild zu sein, angesichts der jüngsten Ereignisse in deutschen Haftanstalten. Die ganze Geschichte wirkt authentisch und überzeugt sicherlich auch den skeptischsten Zuschauer.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut geworden und überzeugt durch eine realistische Optik. Diese wird teilweise durch eine etwas wackelige Kameraführung unterstützt, die in Teilen des Films dem Zuschauer suggeriert, dass er mitten im Geschehen ist. Der dts-Sound ist detailreich.

Bei den Extras finden sich der Trailer, Bio- und Filmografien der Beteiligten und auch die obligatorische Slideshow. Zudem gibt es eine Interview-Featurette, die Filmszenen zeigt, die dann deutsch untertitelt von den Akteuren kommentiert werden.

Fazit:
"Animal" bietet zwar nicht viel Neues, doch wer ihn gesehen hat, der wird von der Performance eines blendend agierenden Ving Rhames überzeugt sein. Schnell sind die über 90 Minuten vorbei und das ohne echte Längen. Technisch kommt die DVD ohne nennenswerte Aussetzer daher.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
93:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Interview-Featurette
  • Slideshow
  • Bio-/ Filmografien
Animal - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Animal
Animal

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Ving Rhames wird zum Tier


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
David J. Burke
Drehbuch:
David C. Johnson
Darsteller:
Ving Rhames, Terrence Howard, Chazz Palminteri, Jim Brown, Wes Studi

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
23.02.2007