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DVD-Besprechung - Dummy
Story:
Das Leben von Steven (Adrien Brody) verläuft alles andere als aufregend. Mit 30 Jahren noch immer Single und bei seinen Eltern lebend, wird er von seiner Umwelt so gut wie nicht wahrgenommen. Einzig seine beste Freundin Fangora (Milla Jovovich), eine flippige Rockerin, nimmt ihn ernst. Eines Tages entschließt sich Steven sein Leben zu ändern, kündigt seinen Job und strebt einen Berufsweg als Bauchredner an. Doch mit der Puppe ändert sich das Leben auf ganz andere Weise als erwartet, denn über ihren Mund kommen Worte, die gar nicht nach dem verklemmten Mann klingen und fast hat es den Anschein, als hätte die Handpuppe ein eigenes Leben. Auf einmal scheint auch das Liebesleben gemächlich in Schwung zu kommen, auch wenn die auserwählte Lorena (Vera Farmiga) noch ein wenig vorsichtig ist.
Meinung zum Film:
Es gibt immer wieder kleinere Independent Filme bei denen man sich wundert, welche großen Namen sich darin wiederfinden lassen. "Dummy" ist eine dieser wundersamen Produktionen. Der eher unbekannte Regisseur Greg Pritkin, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeigt, schaffte es mit Milla Jovovich ("Resident Evil") und Oscar-Preisträger Adrien Brody ("Der Pianist") zwei bekannte Namen der Branche für Hauptrollen in seinem Projekt zu gewinnen. Aber auch Nebenrollen konnte er mit Vera Farmiga ("Der Manchurian Kandidat"), Illeana Douglas ("Message in a Bottle"), Ron Leibman ("Friends") und Jared Harris ("Resident Evil: Apocalypse") mit nicht ganz unbedeutenden Künstlern besetzen. Ein Glücksgriff bei der Besetzung der Nebenrollen war vor allem Vera Farmiga in der Rolle der Lorena legt eine bezaubernde Leistung hin und versteht es nicht nur den schüchternen Mann mit ihrer zauberhaften Art von sich zu überzeugen, sondern gleich auch das Publikum mit.
Erfolgsgrund für die Überzeugungsarbeit beim Verpflichten der Darsteller war sicherlich das gute Drehbuch. Es sprüht vor feinem Humor über das spießige Vorstadtleben einiger amerikanischer Bürger, deren größtes Glück Thunfischsandwiches und das Bauen von Modellbauschiffen zu sein scheint. Steven ist zu Beginn eine ganz besondere Spezies Vorstadtmensch, der Nerd, der mit Hornbrille und völlig verklemmt mit 30 noch verschüchtert bei seinen Eltern wohnt. Adrien Brody spielt diesen Charakter mit einer derartigen Natürlichkeit, dass man zu keiner Sekunde daran zweifelt, dass es nicht seine natürlich Seite ist. Gleiches gilt auch für Milla Jovovich, die als ausgeflippter Kumpel stets mit haarsträubenden Ideen glänzt und ein ganz anderes Weltbild mit sich herumträgt als die spießige Welt um sie herum. Doch tief in ihrem Innern trägt auch sie trotz des harten Äußeren ein Herz aus Gold. Ein Highlight sind Milla Jovovich' Szenen, in denen sie mit ihrer Band jammed und diese vor allem dann, wenn sie in einer jüdisch-deutschen Kauderwelsch-Sprache singt.
Eine harte Probe für die Umwelt wird Steven für seine Umwelt mit dem Moment, als er seine Bauchrednerpuppe bekommt. In Gesprächen mit ihr bezeichnet er sich selbst als absoluten Loser und auch andere bekommen dabei kräftig ihr Fett weg. Über die Puppe auf der Hand und über deren Mundbewegung kann er all das sagen, was er schon seit Jahren tief im Innern denkt, nur immer zu verklemmt war um es raus zulassen. Trotz der ganzen Tragik, die sich im Grunde tief im Innern der Geschichte befindet, ist der Film dennoch eine Komödie mit Herz und einem liebevollen Blick auf die Klischees des kleinbürgerlichen Spießertums. Wenn es um die Romanze zwischen Steven und Lorena geht verfällt der Regisseur allerdings selbst gerne in die Klischees des kleinbürgerlichen Liebesdenken und unterwirft sich selbst deren Gesetzen. Ganz schön kitschig, aber auch verdammt schön.
Digitale Aufarbeitung:
Sieht man mal von der durchschnittlichen Schärfe und zeitweise feinem Bildrauschen ab, ist das Bild durchaus im Rahmen des Guten anzusiedeln. Gleiches gilt auch für den deutschen Dolby Digital 5.1 Ton, der durchweg klar verständlich ist, allerdings kein räumliches Gefühl aufkommen lässt.
Das Bonusmaterial ist kaum der Rede wert. Außer rund 5 Minuten "deleted Scenes" am Stück, bei denen es sich eher um leicht verlängerte Szenen handelt, gibt es in dieser Rubrik nichts zu finden. Nicht einmal einen Trailer zum Film.
Fazit:
"Dummy" ist eine Komödie mit einem humor- und liebevollen Blick auf das spießbürgerliche Vorstadtleben, in deren Mittelpunkt der verklemmte Steven steht. Mit klasse Darstellern, einem durchdachten Drehbuch mit ganz viel Herz, gut sitzenden Gags und einer Romanze mit Hindernissen ist der Film ein kleiner Geheimtipp, der für Freunde von feinsinnigem Humor schon mehr klar als nur klein ist!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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88:40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Dummy
Dummy
Das ganz normale, verklemmte Chaos in den spießiegen Vororten
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2002 Regie: Greg Pritkin Drehbuch: Greg Pritkin Darsteller: Milla Jovovich, Adrien Brody, Illeana Douglas, Vera Farmiga, Jared Harris, Ron Leibman, Jessica Walter
Label :
I-On New Media
Verkaufsstart : 30.05.2005
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