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DVD-Besprechung - Evil Aliens (Steelbook)

Story:
Sensationsshows haben es nicht leicht, wenn die Sensationen ausbleiben und keine Effekthascherei das lüsterne Publikum an den Bildschirm bannt. Da kommt es der verantwortlichen Moderatorin Michelle Fox (Emily Booth) gerade recht, dass sie in der Zeitung von der aus Wales stammenden Cat (Jenny Evans) und ihrer wahnwitzigen Geschichte liest. Aliens hätten in Wales Fuß gefasst, sie entführt und befruchtet. Kurzerhand schnappt Michelle ihre Crew und macht sich auf, um das vermeintliche Alientreiben näher zu untersuchen und um eine erstklassige Sendung auf die Beine zu stellen, doch die tatsächliche Existenz der extraterrestrischen Kreaturen ist überraschend tödlich.

Meinung zum Film:
Spätestens seit Peter Jacksons „Bad Taste“ weiß der geneigte Horrorfilmfreund, dass man mit Außerirdischen auf der Erde so seinen blutigen Spaß haben kann. In „Evil Aliens“ ist dies ebenfalls der Fall und mit ihm ist ein kurioser Streifen entstanden, der die Kenner des Genres sicherlich interessieren könnte. Er ist allerdings erfreulicherweise kein Abklatsch geworden, sondern ein eigenständiger Film, der sich zwar der bekannten Elemente des Genres bedient, aber nicht blindlings einfach alles aneinander klatscht. Vielmehr ist handwerklich gut gearbeitet worden und so sorgt die trashige Story rund um die außerirdischen Gummimaskenträger für ordentliche Unterhaltung. Neben witzigen Einlagen im Film gibt es auch allerhand deftiges zu erleben und daher ist die fehlende Jugendfreigabe vollkommen korrekt. Die Spezialeffekte sind zwar nicht komplett auf hohem Niveau angesiedelt (teilweise ist das Blut zu blass), doch sie haben ihren eigenen Charme und sind für Freunde des Splatter sicherlich ein echtes Schmankerl.

Der Witz innerhalb der Story ist, dass die Fernsehleute rund um die smarte Michelle Fox auf Nummer sicher gehen, für den Fall, dass es in Wales gar keine Außerirdischen gibt. Sie haben eine komplette Ausrüstung dabei, mit der sie nachgestellte Kontakte produzieren wollen, immerhin fährt man ja nicht umsonst so weit aufs Land. Sogar an die weltweit bekannten Kornkreise hat das Team gedacht, um die Illusion perfekt zu machen und der Zuschauerquote zu dienen. Als die Truppe dann blutig erkennen muss, dass Cat die Wahrheit gesagt hat, ist es zu spät und die Aliens blasen zur Hatz auf die Menschen. Doch die Jagd endet nicht immer mit dem Tode, nein, auch eine ungewollte Schwangerschaft wie bei der armen Cat kann die schicksalsschwere Folge sein. Die heimlichen Stars des Splatterfilms sind aber auf jeden Fall Cats Brüder, denn die drei stets nur walisisch sprechenden Männer vom Land wirken genau so, als wären sie die Besatzung einer abgelegenen Redneck-Farm in den USA. Richtig witzig ist ihr Antritt, um ihre abgeschlachteten Kühe zu rächen, den sollte man ebenso gesehen haben wie den Einsatz des Mähdreschers.

Trotz des guten Gesamteindrucks wird „Evil Aliens“ aber eher ein Film bleiben, den sich dann doch wohl eher die Horror- und Trash-Fans ansehen werden. Für Mainstream-Kunden ist das Dargebotene dann doch etwas zu heftiger Tobak, wenn die Metzeleien ihren Lauf nehmen. Aber im Gegensatz zu dem geschätztem Werk von Peter Jackson sind die diversen Todesarten nicht unbedingt der Teil, der den Humor in den Film bringen soll. Hier wird dann doch eher der Weg über die Dialoge und ein wenig Situationskomik gesucht, was den Film aber auch nicht schmälert. Ja es gibt sogar echte Schauspieler und nicht nur schauspielerische Debütanten, obwohl diese tatsächlich in der Mehrzahl sind. In der Rolle der erfahrenen und aalglatten Sensationsreporterin Michelle Fox spielt die wirklich attraktive Emily Booth, die mit „Event Horizon – Am Rande des Universums“ schon einen recht bekannten Titel aufweisen kann. Christopher Adamson („Fluch der Karibik“) hat ebenfalls schon bewiesen, dass er seinen Beruf ausüben kann und er wird dem auch in seiner Rolle als Williams durchaus gerecht. Regisseur Jake West („Razorblade Smile“) kann mit seiner Regiearbeit zufrieden sein, da ihm eine flotte Inszenierung auf technisch gutem Niveau gelungen ist und er auch auf die Feinheiten bei der Kameraführung und Atmosphäre geachtet hat.

Digitale Aufarbeitung:
Technisch ist die DVD absolut in Ordnung. Oftmals zeigen sich bei Trash- und Splatterfilmen deutliche Schwächen beim verwendeten Filmmaterial, doch hier wurde auf Qualität gesetzt, was dann auch das saubere und ordentliche Bild erklärt. Die Farben sind ausgewogen und auch bei den vielen Szenen im Dunklen bleibt das Geschehen für den Zuschauer erkennbar. Der Ton ist zwar im Surroundbereich etwas schwach, was dann aber auch die einzige Schwäche ist.

Die Extras befinden sich auf einer zweiten DVD, die sich in einem momentan enorm angesagten Steelbook befindet. Mit Bonusmaterial haben die Macher dann auch nicht gegeizt. Zunächst gibt es ein halbstündiges Making Of, das richtig informativ ist und zusammen mit dem Blick hinter die Kulissen einen guten Eindruck von der Konzeption des Films und den Dreharbeiten abgibt. Rund 20 Minuten umfassen die geschnittenen Szenen, wobei es sich dabei nicht nur um neue handelt, sondern auch um im Hauptfilm gekürzte Passagen. Outtakes fehlen genauso wenig wie die obligatorische Bildergalerie. Weiterhin gibt es noch zwei Audiokommentare, die wie alle Beiträge mit Untertiteln versehen wurden, und Beiträge mit einem kleinen Einblick in die Werkstatt der Tricktechniker und Maskenbildner. Zusätzlich ist noch der 30 Minuten lange, gar nicht mal so schlechte Kurzfilm „Club Death“ von Jake West auf der zweiten DVD vorhanden, wie auch das dazugehörige Making Of.

Fazit:
Mit „Evil Aliens“ ist Regisseur Jake West nach eigenen Angaben ein echter Splatstik-Film gelungen, und dem kann in der Tat nur zugestimmt werden. Qualitativ steht er „Bad Taste“ in nichts nach und kann sogar, trotz kleinerer Mängel, in Sachen Kultpotential bei „Braindead“ anklopfen. Abgerundet wird der gute Gesamteindruck von der guten technischen Qualität und von dem umfangreichen Bonusmaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
89:23 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Jake West und Neil Jenkins
  • Audiokommentar mit Jake West, Emily Booth, Jamie Honeybourne, und Nick Smithers
  • Trailer
  • Bildergalerie
  • Making Of "Evil Aliens"
  • Behind The Scenes
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
  • A Tour Of Little Creations
  • Kurzfilm "Club Death"
  • Making Of "Club Death"
Evil Aliens (Steelbook) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Evil Aliens
Evil Aliens

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Aliens mördern sich durch Wales


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 2005
Regie:
Jake West
Drehbuch:
Jake West
Darsteller:
Chris Adamson, Emily Booth, Sam Butler, Tree Carr, Tim Clark, Jenny Evans

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
01.03.2007