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DVD-Besprechung - Freak Out - The Next Scary Movie

Story:
Wenn ein harmloser Irrer aus einer Anstalt flieht und in die Hände von zwei grenzdebilen Horrorfans gelangt, dann ist das Chaos vorprogrammiert. Merv (James Heathcote) und Onkey (Dan Palmer) lassen den geistig Verwirrten eine Art Trainingscamp für Massenmörder durchlaufen. Eines Tages ist es dann soweit, als der Trainierte in einem Supermarkt unsanft auf dem Kopf landet, wähnt er sich von Gott berufen und beginnt mit seinen neu erworbenen Fähigkeiten. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand, dass "Dallas"-Star Larry Hagman noch eine ganz besondere Rolle spielen soll.

Meinung zum Film:
Wenn Amateure sich aufmachen, um wie ihre Idole Horrorfilme zu drehen, dann liegt oft genug ein Hauch von Plagiat in der Luft. Geprägt von den gesehenen Splatterfilmen, Slashern oder Tier-Horror-Movies beginnen sie mit einem ähnlichen Konzept und heraus kommt dann ein Werk, welches von den mitwirkenden Freunden und Bekannten schulterklopfend in der Versenkung versinkt. Hauptsache, man war dabei. In den eher seltenen Fällen entpuppt sich der Film aber als eine Art Perle des Amateurfilms und in noch selteneren Fällen ist er ein Sprungbrett in die große Welt der Profis. Die beiden Nachwuchsfilmer Christian James und Dan Palmer haben einen solchen Film geschaffen, der sogar über eine halbwegs vernünftige Synchronisation verfügt, was eine Heimsynchro, wie sie Peter Jacksons "Bad Taste" erfahren musste, unnötig macht.

Vollgepackt mit schwarzem Humor haben die beiden Filmfreunde eine echte Horrorkomödie geschaffen, die zwar ihre Amateurherkunft nicht verleugnen kann, dies aber auch gar nicht nötig hat. Von der Verrücktheit her kann der Film locker mit "Die Killerhand" mithalten und verfügt sogar über einen deutlich höheren Blutanteil. Die Idee, dass zwei Filmfans einen eigentlich harmlosen Psychiatriepatienten zu einem mordenden Psychopathen umfunktionieren, ist schon kurioser Tobak. Allein die Anlernphase ist zum Piepen, wenn der Maniac in Ausbildung in den Wald tapert und seine "Opfer" durch "Huhu"-Rufe aufzustöbern versucht. Gleich zwei Verkleidungen aus der "Freitag, der 13."-Reihe hat man dem armen Kerl auf den Kopf gesetzt, den Sack mit Guckloch aus dem ersten Teil und dann auch noch darauf die weltbekannte Eishockeymaske. Dass die beiden Jungfilmer sich nicht allen klassischen Komponenten entziehen konnten, ist sicherlich verzeihenswert, da sie doch noch einiges an Innovation in das Genre gebracht haben. Wer die ersten fünf Minuten hinter sich gebracht hat, wird dem Stil der Talente sicherlich erliegen.

Vier Jahre haben die Nachwuchsfilmer gebraucht, um den Horrorspaß fertig zu stellen, was eine lange Zeit ist. Das Ergebnis sind zwei Filmpreise und einige Nominierungen und das zu Recht, zumal es nur wenige Anschlussfehler ob der langen Zeit gibt. Auch wenn die Splatter-Effekte zweitklassig sind, so haben sich die Beiden durchaus Mühe gegeben und sich mit geschickten Schnitten und klugen Übergängen aus der optischen Affäre gezogen. Sie landeten nicht in dem Dilemma, die Effekte übergangslos zu präsentieren. Der Humor ist enorm schräg, britisch und mit einer sehr deutlichen Tendenz zu Geschmacklosigkeiten. Die Albereien sind qualitativ vielleicht nahe an der Grenze zum Klamauk, doch dies wurde immerhin auch ein Kennzeichen der Kulttruppe Monthy Python.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen etwas zwiespaltigen Eindruck und kann letztlich nur als ausreichend bezeichnet werden. Teils gibt es zu helle Bilder, dann rauscht es, um dann mal wieder halbwegs ordentlich zu wirken. Für einen Amateurfilm ist dies aber kein Beinbruch, insbesondere, wenn der Film selbst gelungen ist. Selbiges gilt auch für den Ton, der in der Nachbearbeitung noch auf Niveau aufgepeppt wurde.

Die entfallenen Szenen umfassen rund 45 Minuten und sind mit Vorkommentaren der jungen Filmemacher versehen worden, doch leider haben die Produzenten der DVD auf deutsche Untertitel verzichtet. Bei den Szenen handelt es sich zudem auch um erweiterte Ausschnitte, die nicht in Gänze in den Hauptfilm übernommen wurden. Die Handpuppe "Arse Piranha" führt dann durch eine 5 Minuten lange Filmschule und der Titelsong "Zaniac" kann ebenfalls abgerufen werden. Kenner der Filmszene werden ihn unschwer als Remake von Michael Sembellos "Maniac" aus dem "Flashdance"-Soundtrack wiedererkennen. "How To Feak Out" sind dann Texttafeln mit dem Lebenslauf von Dan Palmer und Christian James. Den Abschluss bildet der Originaltrailer.

Fazit:
"Freak Out" ist endlich mal wieder ein guter Amateurstreifen, der nicht nur kopiert, sondern auch eigene Ideen mitbringt. Der schwarze Humor tut das seinige dazu. Technisch ist die DVD auf einem etwas höheren Level als andere Amateurproduktionen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,66:1
1,66:1
99:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
  • Entfallene Szenen
  • Filmschule in 5 Minuten
  • Musikvideo "Zaniac"
  • How to freak out
Freak Out - The Next Scary Movie - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Feak Out - The Next Scary Movie
Feak Out - The Next Scary Movie

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Witziger Amateur-Horrorfilm mit Potential


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 2004
Regie:
Christian James
Drehbuch:
Christian James
Darsteller:
James Heathcote, Dan Palmer, Nicola Connell, Yazz Fetto, James King

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
05.03.2007