Kino-Besprechung - Death Proof - Todsicher
Story:
Eine Gruppe junger Frauen rund um die Radiomoderatorin Jungle Julia (Sydney Poitier) wird von dem alternden Stuntman Mike (Kurt Russel) auf ihrer Lokaltour verfolgt. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, eben solche Damen mit seinem verstärkten und gesicherten Muscle Car aufzuspüren und umzubringen. 14 Monate später hat es Mike erneut auf eine Clique Mädchen abgesehen. Doch diesmal kommt einiges anders.
Meinung zum Film:
Wenn Quentin Tarantino („Kill Bill“) einen neuen Film auf den Markt wirft, gibt es
immer viele Gründe für Diskussionen. Manche finden seinen Stil todlangweilig,
für andere ist der unkonventionelle Filmemacher die Wiedergeburt Christi. Aber
egal wie die Meinungen verteilt sind, kalt lassen seine Filme niemanden.
Ursprünglich hätte sein neuestes Werk gekürzt in einem Double Feature mit „Planet
Terror“ von Robert Rodriguez („Sin City“) erscheinen sollen. Doch der mangelnde
Erfolg desselben in Amerika beschert uns Europäern nun zwei allein stehende Filme
in voller Länge. Die Frage ist nur, zahlen sich die zusätzlichen Minuten aus?
Dazu gleich eine Warnung: Wer nach der Lektüre der obenstehenden Inhaltsangabe einen waschechten Slasher im Stil von „Hitcher“ erwartet, der hat noch nie einen
echten Tarantino gesehen. Bevor irgendwas passiert, wird eine halbe Stunde
geredet, geredet und noch mehr geredet. Und wer den Regisseur/Autor kennt weiß,
dass nicht immer wichtige Themen behandelt werden. Jedoch ist jedes Wort im
Skript wohl überlegt und dient einfach dem Kennenlernen der Charaktere. Umrandet
wird die Dialogflut wie immer durch erstklassige Musik und nette Anblicke auf
weibliche Rundungen. Für 10 Minuten wird die Idylle durch die erste Tat des
Killerautos unterbrochen, dann darf sich der geneigte Cineast einer weiteren
Fülle von Gesprächen hingeben, immerhin wollen vier neue Damen eingeführt werden.
All das wird begleitet von einer Vielzahl an Hommagen, Zitaten und anderen
Verweisen an eigene und fremde Kultfilme. Typisch Tarantino eben.
Diese Art des Filmemachens verlangt dem Hobby-Filmfan einiges ab, dazu wird die Handlung noch von Aussetzern, Tonfehlern, Bildstrichen und gelegentlichen
schwarz-weißen Szenen begleitet. Doch es hat keinen Sinn, pöbelnd zum Kinobetreiber zu
rennen, jeder noch so kleine Kratzer ist Absicht und von den Machern so
gewollt. Doch wen das alles nicht stört und wer tapfer durchhält, der wird im
letzten Drittel von wahnwitzigen Verfolgungsjagden, irren Stunts und wahrer
Frauenpower belohnt. Star des Streifens ist ohne Zweifel Kurt Russel („Die Klapperschlange“). Dessen Karriere ist wohl nicht so am Boden wie seinerzeit die von John Travolta, aber auch für ihn stellt die Mitwirkung an einem Tarantino-Machwerk einen reinen Jungbrunnen dar. So cool durfte er schon lange nicht mehr auf der Leinwand bewundert werden. Dazu kommen rudelweise starke Frauen, die mehr (Rosario
Dawson -„Alexander“ und Rose McGowan - „Charmed“) oder weniger (Stuntfrau Zoe
Bell spielt sich selbst) bekannt sein dürften. Jedes dieser Mädels spielt die
ihr zugewiesene Rolle perfekt und fügt sich wunderbar ins Ensemble ein, nur das
andauernde Bombardement an Schimpfwörtern, das die Damen ablassen, wirkt
zumindest in der deutschen Fassung etwas fehl am Platz.
Fazit:
„Death Proof“ fügt sich nahtlos in die Reihe großartiger Filme ein, die uns Quentin
Tarantino schon beschert hat. Er ist dreckig, lustig, gewalttätig, romantisch,
mitunter auch langatmig, bietet aber trotzdem Unterhaltung auf höchsten Niveau!
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