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DVD-Besprechung - Loverboy - Liebe, Wahnsinn, Tod

Story:
Emily (Kyra Sedgwick) wurde als Kind nicht sonderlich viel mit elterlicher Fürsorge bedacht und hat nur einen Wunsch: ein eigenes Kind, dem sie so viel Liebe und Obhut geben kann, wie es nur eine echte liebende Mutter machen kann. Nach vielen Liebesabenteuern bekommt sie ihr Wunschkind Paul, dem sie den Kosenamen "Loverboy" gibt. Als der Junge immer mehr eine eigene Identität entwickelt, befürchtet Emily, dass sie den Kleinen emotional verlieren könnte und verfällt in eine paranoide Gefühlswelt.

Meinung zum Film:
"Loverboy" ist das Regie-Debüt des Schauspielers Kevin Bacon ("Footlose") und er hat gleich seinen kompletten Clan in die Verwirklichung des Films mit hinein gepackt. Angefangen bei seiner Gattin Kyra Sedgwick ("Geboren am 4. Juli") als Hauptdarstellerin, über seine Kinder Sosie und Travis in Nebenrollen bis hin zu seinem jüngeren Bruder Michael, der für die Filmmusik verantwortlich ist. Herausgekommen ist eine Art Liebesdrama mit schrägen, manchmal melancholischen Einlagen. Der große Wurf für ein breites Publikum ist er allerdings nicht, auch wenn Filmkritiker dem Film sicherlich eine enorme emotionale Tiefe attestieren werden. Ansehen kann man sich das Drama ohne weiteres, doch der Zuschauer sollte nicht zu viel Abwechslung im Plot erwarten.

Recht zügig ist das Erzählprinzip aus Rückblenden und Gegenwart erkannt und schnell wird deutlich, in welche Richtung die Geschichte weitergeführt wird. Spätestens in der Szene, in welcher der kleine Loverboy von einem anderen Schulkind zur Geburtstagsfeier eingeladen wird und seine Mutter Emily höchst eifersüchtig auf das kleine Mädchen reagiert, dürfte klar sein, was den Zuschauer noch weiteres erwartet. Die Story selbst ist durchaus interessant, denn das Leben der Emily Stoll ist sehr nahegehend. Sie ist eine attraktive Frau, die gescheit ist und vom Erbe ihrer Eltern ein betuchtes Leben führen kann. Einzig ihre verkümmerte emotionale Seite hindert sie, eine feste Beziehung zu einem Mann einzugehen. Der Wunsch nach einem Kind, einem eigenen Kind, führt sie von der einen Kopulation zur nächsten. Aber sie achtet immer darauf, dass die Männer ihren strengen Auswahlkriterien genügen. Die dann gezeigte enge Verbindung zu ihrem Sohn wird von Szene zu Szene krankhafter und schmerzvoller für beide, insbesondere als Paul beginnt, Fragen nach seinem Vater zu stellen.

Zuschauer, die gerne Dramen sehen, werden ihre helle Freude an Bacons Erstling haben, zumal die leicht schrägen Einlagen, die der Film anbietet, immer dann gesetzt werden, wenn es insgesamt zu emotional wird. Auflockernd wird dann schon mal schnell in eine passende Rückblende gewechselt wie z.B. in die Kindheit Emilys. Diese sind auch wichtig für das Gesamtverständnis ihres Charakters bzw. ihrer Wünsche und Bedürfnisse. Irritierenderweise kann der Zuschauer ihre Verhaltensmuster sogar nachvollziehen, obwohl er weiß, dass das, was sie mit ihrem Sohn macht, so gar nicht gut für ihn ist. Die versuchte Abschottung Pauls kann nur falsch sein und die gewollte Fixierung einzig auf Emily ist ein großer Fehler. Eine liebevolle und sorgsame Mutter mutiert zu einer paranoiden Frau, die glaubt, das einzige, das sie auf der Welt habe, wäre ihr Sohn.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr gut und verfügt über alle wichtigen Tugenden. Der Kontrast ist stimmig, die Farben sind angenehm ausgewogen und phasenweise wirkt das Bild durch seine Klarheit fast schon ein wenig plastisch. Der Ton ist in Ordnung und kommt sauber aus den Boxen. Nur beim räumlichen Klang steckt er ein wenig zurück.

Zunächst bieten sich bei den Extras der deutsche und der englische Originaltrailer zur Auswahl an. Danach gibt es ein gut 15 Minuten langes Making Of, welches einen kurzen Überblick zum Film und seiner Entstehungsgeschichte bietet. Weiterhin gibt es noch eine Bildergalerie und Texttafeln der Filmschaffenden zu ihrem Leben und ihren bisherigen Filmen.

Fazit:
"Loverboy" ist nicht das ganz neue große Drama, aber sicherlich eine Empfehlung für Freunde des Genres. Technisch ist die DVD, vor allem beim Bild, sehr gut. Die Extras halten sich im Rahmen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
82:51 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Making Of
  • Bildergalerie
  • Filmografien
Loverboy - Liebe, Wahnsinn, Tod - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Loverboy
Loverboy

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Lieb Mütterlein, magst beruhigt sein


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Kevin Bacon
Drehbuch:
Hannah Shakespeare, Victoria Redel
Darsteller:
Kyra Sedgwick, Kevin Bacon, Matt Dillon, Sandra Bullock, Valyn Hall

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
21.06.2007