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DVD-Besprechung - Murderball

Story:
Im Behindertensport hat es in den letzten drei Jahrzehnten eine Art Erdrutsch zum Guten gegeben. Behinderte werden nicht mehr nur zu Therapiezwecken bewegt, sondern sie selbst haben entsprechende Nischen für sich gefunden. Darunter auch solche, bei denen man sich wirklich wundern kann, da diese auch eine körperliche Auseinandersetzung beinhalten. Eine dieser Behindertensportarten ist der „Murderball“.

Meinung zum Film:
Plötzlich ist alles anders, wenn ein Unfall passiert, eine Krankheit auftritt oder man Opfer eines brutalen Verbrechens wird. Von einem Moment auf den anderen ist das bisherige Leben vorbei und man sitzt mit einer Behinderung im Rollstuhl. Hier trennt sich zunächst die Spreu vom Weizen, denn während einige Menschen ihr Schicksal akzeptieren und sich einem neuen Alltag stellen, brauchen andere erst länger, bis die Erkenntnis erwächst, dass man immerhin noch sein Leben hat und dass es, trotz Behinderung, weiter gehen kann - auch sportlich. Eishockey, Rollstuhlbasketball, ja auch Tanzen mit dem Rollstuhl sind möglich, aber es gibt auch eine noch härtere Herausforderung: Murderball.

Diese Dokumentation befasst sich mit der Abart des Rugby, in der die Teilnehmer gladiatorengleich in ihren speziellen Rollstühlen antreten. Es ist ein knallharter Sport, den die Menschen da betreiben und der zum ersten Male ausführlich in Bild und Ton dokumentiert wurde. In Ihrer Machart ist das Werk auf einem hohen Niveau angelegt, da der Fokus nicht nur auf der durchaus spektakulären Sportart liegt, sondern auch die Spieler ausführlich Gelegenheit bekommen, etwas von sich zu erzählen. Man erfährt etwas über den Weg in den Rollstuhl und wie sie eine Chance für sich entdeckt haben, um nicht aufzugeben, sondern weiterhin aktiv am Leben teilzunehmen. Natürlich wird der Zuschauer auch mit tollen Bildern des Murderball versorgt und es ergibt sich deutlich mehr als ein grober Einblick. Natürlich haben die Verantwortlichen mit der wachsenden Bedeutung des Sports auch den Namen ein wenig angepasst und ihn von „Murderball“ auf „Rollstuhl-Rugby“ umgeändert.

Die teilnehmenden Sportler sind in Behinderungsstufen eingeteilt und auf dem Platz dürfen immer nur 8 Behinderungspunkte sein. So bildet sich eine faire Mixtur auf dem Spielfeld, so dass kein Team benachteiligt wird. Mark ist einer von den Spielern, er brach sich bei einem Autounfall das Genick. Seit diesem Tag kann er seine Arme zwar noch bewegen, doch die Hände kann er kaum gebrauchen da er die Handflächen nicht mehr schließen kann. Um dennoch spielen zu können, muss er sich die Innenseiten seiner Handschuhe einleimen, damit er den Ball halten kann. Dass dies ein ernster Sport ist, wird an dem Beispiel des 43-jährigen Joe gezeigt, der aus Altersgründen aus dem amerikanischen Team geworfen wurde. Der ehrgeizige Mann, der durch Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselt wurde, wechselte kurzerhand und wutentbrannt nach Kanada und als Trainer der Kanadier schaffte er es tatsächlich, den favorisierten Amerikanern den ersten großen internationalen Titel im direkten Vergleich wegzuschnappen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild präsentiert sich in einer typischen Dokumentationsoptik und so kann es passieren, wenn alte VHS-Amateuraufnahmen eingespielt werden, dass das Bild auch mal etwas grober ist. Beim Ton sei hier der Dolby-Digital-5.1-Sound wärmstens empfohlen, da die fetzige Hintergrundmusik gut auf alle Boxen ausgelegt ist.

Zunächst bietet das Bonusmaterial den Trailer zur Doku an, direkt gefolgt von über 20 Minuten an zusätzlichen Hintergrundinfos. Dem impulsiven Joe Soares hat man gleich einen kompletten Menüpunkt gegönnt und er plaudert locker in 10 Minuten über seinen Sport, die Dokumentation und was er dort erlebt hat. Weiterhin gibt es noch 10 Minuten an nicht veröffentlichtem Material, das aber durchaus seinen Platz im Hauptfilm gehabt hätte. Neben den Biografien von Spielern und Filmemachern gibt es noch zuschaltbare, deutschuntertitelte Audiokommentare von beiden Gruppen. Weitere 20 Minuten treibt Johnny Knoxville mit seinem "Jackass"-Team mal wieder Unfug und bringt seinen ganz eigenen Beitrag zum „Murderball“. Den Abschluss bilden dann Impressionen von der Premierenfeier der mehrfach ausgezeichneten Dokumentation.

Fazit:
"Murderball" ist sehenswert, informativ und eindringlich. Während der Film abläuft und der Zuschauer etwas über die Gründe der Behinderungen erfährt, fängt er automatisch an darüber nachzudenken, wie schnell man das Schicksal derer auf dem Bildschirm teilen kann. Eine empfehlenswerte Dokumentation.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
82:19 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:

Originaltrailer

  • Behind The Game
  • Interview mit Joe Soares 
  • Unveröffentlichte Szenen
  • Jackass-Spezial
  • Premierenfeier
  • Audiokommentar der Spieler Mark Zupan, Scott Hogset, Andy Cohn
  • Audiokommentar der Filmemacher Henry Alex Rubin, Dana Adam Shapiro, Jeff Mandel
  • Biografien von Spielern und Filmemachern
Murderball - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Murderball
Murderball

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Gelungenes Portrait einer knallharten Behindertensportart


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Henry Alex Rubin, Dana Adam Shapiro
Darsteller:
-

Label Deutschland :
Epix
Verkaufsstart Deutschland :
15.02.2007