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DVD-Besprechung - Ein Tag ohne Mexikaner

Story:
An einem Morgen sind plötzlich alle Mexikaner aus Kalifornien verschwunden, ohne dass irgendjemand den Grund dafür weiß. Und wenn der Latino-Anteil in der Bevölkerung bisher eher wenig wertgeschätzt wurde, muss die verbleibende Bevölkerung feststellen, wie wichtig die Menschen für das tägliche Leben waren. Und auf einmal wünschen sich alle, dass die Mexikaner wieder unter ihnen wären und mit ihrem sonnigen Gemüt und ihrer hilfreichen Art den gewohnten Alltag wieder mitbringen würden.

Meinung zum Film:
Fragt man den amerikanischen Durchschnittsbürger, was er über seine mexikanisch-stämmigen Mitbürgern denkt, sind die Antworten oftmals nicht besonders schmeichelhaft und Aussagen wie "machen ständig nur laut Musik", "sind faul" oder "ganz gut als Dienstpersonal" werden sicherlich oftmals zu vernehmen sein. Doch weise Menschen warnen des Öfteren davor, dass man das, was man an manchen Menschen hat, erst dann erkennt, wenn man sie verliert. Und dies muss man auch in der Komödie "Ein Tag ohne Mexikaner" erkennen, die zwar für den schnellen Gag so manches arg ins Lächerliche zieht, im Grunde aber sicherlich auch ein Fünkchen Wahrheit mit sich bringt. Die Frage, was in einem Bundesstaat wie Kalifornien passieren würde, wenn die Mexikaner über Nacht auf einmal spurlos verschwunden wären, wird hier auf unterhaltsame Weise verabreicht.

Was das noch unbekannte Team bestehend aus Yareli Arizmendi, Sergio Arau und Sergio Guerrero als Antwort auf die Frage nach Kalifornien ohne Mexikaner gibt, ist durchaus als witzig zu bezeichnen. Denn offensichtlich hat sich der mexikanische Anteil der Bevölkerung so unverzichtbar gemacht, dass es nun nicht mehr möglich ist, die einfachsten Haushaltsmaschinen zu bedienen, das Auto in der Waschstraße zu versorgen oder die Versorgung der Kinder während die Eltern arbeiten sicherzustellen. Dabei gibt es dann aber auch die volle Dosis an Klischees über die amerikanische Ignoranz an der Welt außerhalb ihrer Landesgrenzen zu erleben. So z.B. wenn die Meisten der Meinung sind, dass fast sämtliche Länder jenseits der südlichen Grenze zu Mexiko gehören, ob diese nun Paraguay, Chile oder Bolivien heißen. Auch erwartet man von einer Latino im TV-Studio, dass sie ihre akzentfreie amerikanische Aussprache gefälligst abzulegen hat und nach einem freundlichen "Ola" zur Begrüßung die gewohnte gebrochene Aussprache einfließen lässt.

Präsentiert wird die Geschichte in einem semi-dokumentarischen Stil, indem man immer wieder TV-Berichte und Interviews in einer seichten Rahmenhandlung einfließen lässt, in denen man die immer größer werdenden Auswirkungen des Verschwindens der Mexikaner erfährt und die Reaktionen einzelner Bürger auf dieses Phänomen. Einiges ist dabei ganz sicher extrem überzogen, anderes wiederum voller Klischees behaftet. Manchmal vielleicht ein wenig zu sehr, um den Film in der Liga der großen Komödien mitspielen zu lassen. Die sehr lose Story und das zeitweise auch ein wenig lahme Tempo im Film sind weitere Gründe dafür, dass dem "Tag ohne Mexikaner" höhere Weihen verwehrt bleiben. Aber dennoch reicht es zu einem netten Abend vor dem Fernseher mit einem Film, der das wahre Schwungrad in der kalifornischen Wirtschaft zeigt.

Digitale Aufarbeitung:
Bei dem Film handelt es sich offensichtlich um eine amerikanische TV-Produktion, die auf Videomaterial gefilmt wurde und von daher gibt es im Bild auch die entsprechenden Merkmale wie Nachzieheffekte, maximal noch eben durchschnittliche Schärfe, keine besonders ausgefeilten Details und in manchen Aufnahmen sehr starke Grobkörnung, die man von billigen Heimkameras kennt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar zu vernehmen, ertönt allerdings nur aus der vorderen Front und dort auch fast nur aus dem Center. Wenn im Film ab und an spanisch gesprochen wird, wird dies mit festen Untertiteln übersetzt - allerdings nur in englischer Sprache. Von daher dürfte sich dieses für viele weiterhin nur spanisch anhören.

Als Extra gibt es nur den Trailer zum Film.

Fazit:
"Der Tag ohne Mexikaner" ist eine witzige TV-Komödie, die mit reichlich Klischees rund um den smarten Latino und dem dummen Amerikaner zu spielen weiß. Ein wenig fehlt es am Tempo in der Geschichte, teilweise wird es ein klein wenig zu albern und die Geschichte selbst kann nur wenig unterhalten, aber insgesamt regt der Film durch (teils hintergründige) Situationskomik zum Lachen an. Die Bildqualität ist allerdings alles andere als gut.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,78:1
1,78:1
95:45 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Trailer 
Ein Tag ohne Mexikaner - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ein Tag ohne Mexikaner
A day without a mexican

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Was wären wohl die dummen Amerikaner ohne ihre smarten Mexikaner?


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Sergio Arau
Drehbuch:
Yareli Arizmendi, Sergio Arau, Sergio Guerrero
Darsteller:
Yareli Arizmendi, John Getz, Maureen Flannigan, Muse Watson, Fernando Arau, Eduardo Palomo

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
02.02.2006