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DVD-Besprechung - Eine Handvoll blanker Messer
Story:
Seitdem ihr Mann, der Wikingerkönig Harald (Giacomo Rossi-Stuart ) auf hoher See verschollen ist, lebt seine Frau Karin (Elissa Pichelli) gemeinsam mit ihrem Sohn Moki (Luciano Pollentin) auf der Flucht vor dem brutalen Fiesling General Hagen (Fausto Tozzi), der nach der Herrschaft über die Wikinger strebt. Als die Schergen die Frau und ihren Sohn finden, werden sie dank der Hilfe des Kriegers Rurik (Cameron Mitchell) gerettet. Der umherziehende Kämpfer lebt von nun an gemeinsam mit den Flüchtigen, um sie zu beschützen und lehrt Moki den Umgang mit dem Messer. Doch eines Tages wird Rurik an ein Geschehnis aus der Vergangenheit erinnert, das sein Verhältnis zu Karin und Moki grundlegend verändert.
Meinung zum Film:
Viele bringen den Namen Mario Bava fast ausschließlich mit Horror- und Krimi-Produktionen in Verbindung. Doch der Meister des italienischen Kinos hat weitaus mehr Filme gedreht, die sich allerdings einer eher kleineren Bekanntheit erfreuen. Einer dieser Filme ist "Eine Handvoll blanker Messer", der nach dem Erfolg von Richard Fleischers "Die Wikinger" produziert wurde und bei dem zu Beginn mit Leopoldo Savona ein ganz anderer Regisseur die Aufnahmeleitung innehatte. Doch schon nach wenigen Tagen wurde dieser durch Mario Bava ersetzt, der in rekordverdächtigen rund 7 Tagen einen Film auf Celluloid bannte, der weitaus mehr als nur ein Wikinger-Abenteuer darstellt. So sind unter anderem Motive aus (amerikanischen) Western klar zu erkennen und auch klassische Heldensagen standen teilweise Pate.
Mario Bava ist dafür bekannt, sich nicht an die Grenzen eines Genres zu halten, sondern immer wieder das für ihn Beste aus einzelnen Bereichen zu vermischen. Was bei anderen Filmemachern oftmals schief geht und eine wenig harmonische Melange aus Motiven nach sich zieht, war bei Bava stets eine abwechslungsreiche und stimmende Mischung, die zu unterhalten weiß. Held Rurik ist in dem Film zwar Wikinger, könnte aber auch genauso gut auf den Namen "Conan" hören oder mit "Django" angeredet werden. Er ist der Archetyp eines gebrochenen Mannes, dessen Leben seinen Sinn verloren hat und dessen einziges Ziel Rache ist und der Schutz der Schwächeren und Unterdrückten. Cameron Mitchell ("Blutige Seide") glänzt in der Rolle des einsamen Helden und schafft es, sowohl die tragische, als auch die heldenhafte Seite seines Charakters auf den Schirm zu transportieren.
Auch wenn die Bilder größtenteils recht schön eingefangen wurden, fehlt es ihnen doch an prägnanten Eindrücken, die nachhaltig im Bewusstsein bleiben. Waren es z.B. bei "Der Dämon und der Jungfrau", dem ersten Beitrag der "The Films of Mario Bava"-Reihe von e-m-s noch Szenen wie die gefährliche Hand im Dunkeln, oder das im Halbschatten erscheinende Gesicht Christopher Lees, gibt es nun lediglich die ein oder andere imposante Heldeneinstellung aus Ruriks altem Leben, das vielleicht ein wenig Erinnerungscharakter besitzt. Der Soundtrack von Marcello Giombini ("Man-Eater - Der Menschenfresser") ist sehr prägend und bietet eine breite Paletten an heldenhaften Fanfaren und Melodien. "Eine Handvoll blanker Messer" ist sicherlich ein gut inszenierter und spannend daherkommender Abenteuerfilm, der es allerdings nicht mit der Genialität anderer Bava-Werke aufnehmen kann und lediglich guten Abenteuer-Durchschnitt darstellt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht gemessen an seinem Alter einen guten Eindruck, wirkt allerdings ein klein wenig verwaschen und weist vereinzelt Nachzieheffekte auf. Dem deutschen Ton fehlt es ein klein wenig an Höhen und es gibt in den Spitzen leichte Verzerrungen.
Als Extra gibt es auf der DVD den deutsche Vorspann, den US-Trailer, Bio- und Filmografien, sowie die bereits von "Der Dämon und die Jungfrau" bekannte Slideshow mit Auszügen aus dem "Mario Bava - All the colors of the dark"-Buch. Bemerkenswert ist erneut das beiliegende Booklet mit reichlich Hintergrundinformationen, sowie der Schuber mit einem anderen Plakatmotiv des Films, als es auf dem Inlay der DVD zu finden ist.
Fazit:
Mit "Eine Handvoll blanker Messer" ist ein eher unbekannter Mario Bava der zweite Titel in der "The Films of Mario Bava"-Reihe. Für rund 10 Euro bietet e-m-s erneut ein Sammlerstück für Freunde des italienischen Meisters, an dem es für Fans des Italo-Kinos gar keinen Weg vorbei gibt, selbst wenn der Film über guten Durchschnitt nicht hinaus kommt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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84:38 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 | Italienisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Vorspann
- US-Trailer
- Bio- und Filmografien
- Tim Lucas: Mario Bava - All the colors of the dark
- Booklet
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Eine Handvoll blanker Messer
I coltelli del vendicatore
Rurik, der Wikinger
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1966 Regie: Mario Bava Drehbuch: Mario Bava, Alberto Liberati, Giorgio Simonelli Darsteller: Cameron Mitchell, Fausto Tozzi, Elissa Pichelli, Giacomo Rossi Stuart, Luciano Pollentin
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 29.09.2005
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