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DVD-Besprechung - Eine Nervensäge gegen alle
Story:
Für viele bedeutet das verflixte 7. Ehejahr das Aus, doch nicht für Hannelore (Liselotte Pulver) und Lukas Schmidt (Dieter Hallervorden), die zu ihrem 7. Hochzeitstag ihre Hochzeitsreise nachholen. Ziel der Reise ist Rom. Doch schon bevor das Paar in der Ewigen Stadt ankommt, hat ein Trickdieb (Angelo Sorrentini) Lukas' Brieftasche mit seiner kompletten Reisekasse entwendet. Der Bestohlene verbringt anschließend die meiste Zeit im Archiv der römischen Polizei bei Commissario Arturo Santoni (Memmo Carotenuto), um den Halunken ausfindig zu machen, während Gattin Hannelore aus Frust darüber immer mehr dem Charme von Rossano Bertorelli (Alberto Farnese) zu erliegen droht.
Meinung zum Film:
1969 kam im gleichen Jahr wie "Darf ich Sie zur Mutter machen?" mit "Die Hochzeitsreise" ein weiterer Film mit dem dato noch relativ unbekannten Dieter Hallervorden in die deutschen Kinos. Der Name Liselotte Pulver ("Kohlhiesels Töchter") war bei Erscheinen des Films noch weitaus zugkräftiger, in der Handlung ist der Part des Lukas Schmidt aber ohne jeden Zweifel der zentrale Punkt, um den sich alles dreht. Nach dem Erfolg von "Nonstop Nonsense" und äußerst erfolgreichen Filmen wie "Ach du lieber Harry" oder "Alles im Eimer" wurde dieses Frühwerk wiederveröffentlicht und in Anlehnung an andere Hallervorden-Werke mit dem Titel "Eine Nervensäge gegen alle" versehen. Zusätzlich wurden rund 2 Minuten an Inhalt herausgenommen, was im Nachhinein betrachtet wenig Sinn macht. Zum Einen sind diese Szenen harmlos und somit fällt die Bewertung der FSK als Grund hierfür weg, zum Anderen sorgen die fehlenden Momente kaum zu einer Aufwertung des Inhalts oder sorgen für eine nennenswerte Straffung.
Bei der auf der DVD vorliegenden Version handelt es sich um die kürzere Wiederveröffentlichung. Grund hierfür dürfte sein, dass die alte Version beim großen Wasserschaden im Filmlager der CCC-Studios zum größten Teil verloren ging. Die fehlenden Szenen liegen immerhin als Bonusmaterial bei. Die Qualität dieser ist allerdings so schlecht, dass ein nachträgliches Einfügen dieser Einstellungen zu recht nicht im Nachhinein durchgeführt wurde. Aber egal, ob mit oder ohne diese Momente, inhaltlich bietet "Die Hochzeitsreise" eher Schonkost. Die Abenteuer vom strebsamen Deutschen, Lukas Schmidt, der auch im Urlaub nicht entspannen kann, es natürlich nicht auf sich sitzen lässt, bestohlen zu werden und sich danach viel lieber in einem staubigen Archiv die verspäteten Flitterwochen verdirbt. als mit seiner Gattin in Rom ein wenig zu entspannen, ist alles andere als sonderlich innovativ oder gar ansprechend. Hinzu kommt, dass Dieter Hallervorden noch am Anfang seines Schaffensspektrums steht und teils etwas unglücklich agiert.
Doch der Film besitzt trotzdem seinen Charme, der ihn sehenswert macht. Er versprüht etwas vom Urlaubsgefühl, in dem er die Ewige Stadt als Kulisse nimmt und reichlich von ihr zeigt. Ein weiterer interessanter Aspekt des Films, neben seiner lockeren Urlaubsatmosphäre ist, dass er die Urlaubsmetropole von einer ganz anderen Seite zeigt. Einer Seite, in denen starker Flugverkehr und Billigflieger die Metropole noch nicht mit Touristen verstopften. Wenn das Paar am Trevi-Brunnen verweilt, wo durch die Straßen sogar Transporter fahren könnten, weil dort relativ wenig Menschen zu sehen sind, gibt es keinen Vergleich zu heutigen Verhältnissen, bei denen Rom-Besucher dicht an dicht und zu fast jeder Tageszeit um das bekannte Bauwerk stehen und selbst Fahrradfahrer es schwer haben, sich durch den Pulk zu manövrieren.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD kann nicht sonderlich überzeugen. Offensichtlich gab es kein vernünftiges Kinomaster, weswegen ziemlich sicher ein nicht ganz perfektes BETA-Master als Vorlage dienen musste. Die Qualität leidet unter diesem Zustand sichtlich. So ist stets mehr oder weniger starkes Farb-Rauschen im Bild zu erkennen und die Schärfe lässt ebenfalls zu wünschen übrig, leichte Doppelungen bei den Kanten inklusive. Der Ton ist da schon weitaus überzeugender und kommt für einen Filme der späten 60er Jahre gut aus den Lautsprechern.
Bei den Extras gibt es die gewohnte Fülle an Material. So ließ es sich Dieter Hallervorden auch diesmal nicht nehmen, mit ein paar Worten die DVD einzuleiten. Genauso wenig ließ er es sich nehmen, wieder einen äußerst informativen und unerhaltenden Audiokommentar einzusprechen. Unterstützt wird er diesmal von Regisseur Ralf Gregan und als Gast gesellte sich "Goldene Zeiten"-Autor Alexander M. Rümelin dazu. Ralf Gregan öffnete erneut sein privates Archiv und lieferte wieder ein paar Minuten Super-8-Material vom Drehort, was ein netter Blick hinter die Kulissen ist. Die im Film fehlenden Szenen werden als Extra nachgeliefert, qualitativ sollten die Ansprüche allerdings zurückgefahren werden. Es folgen noch zwei Bildergalerien mit Aushangfotos, Biografien zu Künstlern und ein Interview von Soft-Talker Reinhold Beckmann im Rahmen seiner Show aus dem Jahre 2005, bei dem es ein paar nette Anekdoten zu hören gibt. Das Cover liegt als Wendecover mit wahlweise der Version von der Erst- oder der Wiederaufführung bei und ein Booklet mit ein paar Bildern vom Set ist ebenfalls enthalten.
Fazit:
Was "Eine Nervensäge gegen alle / Die Hochzeitsreise" letzten Endes ausmacht und ihn zu guter Unterhaltung macht, sind sein lockeres Flair und der Charme einer Urlaubsreise, den er versprüht. Story, Gags und Darsteller sind zwar weitestgehend annehmbar und passabel, aber nicht sonderlich überzeugend, und gehen in der allgemeinen Urlaubsstimmung unter.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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79:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Entfernte Szenen
- Ralf Gregans Super-8-Material
- Hinter den Kulissen des Audiokommentars
- Biografien von Stab und Besetzung
- Aushangfotogalerie von der Erstaufführung von 1969
- Aushangfotogalerie von der Wiederaufführung von 1982
- Hallervorden Trailershow
- Interview mit Reinhold Beckmann von 2005
- Wendecover
- Booklet
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Eine Nervensäge gegen alle
Die Hochzeitsreise
Lockeres Hallervorden-Frühwerk in entspannter Urlaubsatmosphäre
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Italien, 1969 Regie: Ralf Gregan Drehbuch: Curth Flatow, Horst Pillau Darsteller: Dieter Hallervorden, Liselotte Pulver, Ewa Strömberg, Alberto Farnese, Memmo Carotenuto, Angelo Sorrentini, Armando Carini
Label :
Turbine Medien
Verkaufsstart : 04.09.2006
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