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DVD-Besprechung - End Game

Story:
Für Secret-Service-Special-Agent Alex Thomas (Cuba Gooding Jr.) ist es der schwärzeste Tag seines Lebens, als der Präsident vor seinen Augen tödlich angeschossen wird. Vorläufig vom Dienst suspendiert verkriecht er sich in seinem zu Hause und wird erst durch die Sensations-Reporterin Kate Crawford (Angie Harmon) wieder aus seiner Lethargie gerissen, als diese ihm neue Erkenntnisse über das Attentat berichtet. Denn wie es aussieht, handelte es sich bei der Tat nicht um das Werk eines gestörten Einzelgängers, sondern um eine perfekt geplante Durchführung von einflussreicher Stelle.

Meinung zum Film:
Als Regisseur und Co-Drehbuchautor Andy Cheng, der bislang als Stunt-Double von Jackie Chan und als Kampfchoreographer sein Geld verdiente, "End Game" drehte, tat er dies noch in dem Glauben, dass der Film 2005 ein großes Kinorelease erfahren würde. Als MGM jedoch kurz darauf von Sony übernommen wurde, verzögerte sich der Kinostart immer wieder hinaus, bis der Film schlussendlich als Videopremiere an den Zuschauer gelangte. Auf Grund der eigentlich geplanten Kinoauswertung ist es dann auch kein Wunder, dass große Namen wie Cuba Gooding Jr. ("Jerry Maguire"), Burt Reynolds ("Auf dem Highway ist die Hölle los"), James Woods ("Der Cop") und Anne Archer ("Eine verhängnisvolle Affäre") auf der Besetzungsliste zu finden sind. Für eine Videopremiere wäre es sicherlich nicht so leicht gewesen, solch prominente Namen gemeinsam vor die Kamera zu bitten.

Meist ist es das Schicksal von B-Movie-Actionware, das Kino zu überspringen und gleich als Premiere in den Heimkinos zu starten. Zu erkennen sind diese Filme meist an einem löchrigen Plot, der mit maximal durchschnittlich inszenierten Actionsequenzen aufgelockert wird. Zumindest, was den Plot anbetrifft, kann man auch "End Game" kein sonderlich gutes Zeugnis ausstellen. Es fängt damit an, dass trotz der Ermordung des Präsidenten keine großen Ermittlungen zu laufen scheinen und erst eine Enthüllungsreporterin einige offensichtliche Dinge offenlegt. Dabei stellt sich vor allem die Frage, ob CIA. FBI, NSA und wen es sonst noch an Ermittlungsbehörden im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt, nicht in der Lage sind, ihren Job zu erledigen. Noch viel schwerwiegender fällt es dabei ins Auge, wie frei sich Kate Crawford an der letzten Wohnstätte des Attentäters bewegen und wie frei sie sich an den dort zahlreich vorhandenen Utensilien bedienen kann. Es gibt noch zahlreiche weitere konstruierter Geschehnisse, bis hin zur Auflösung eines Komplotts, der hanebüchener nicht hätte ausfallen können und selbst bei einem reinrassigen B-Movie nicht akzeptabel gewesen wäre.

Doch trotz zahlreicher inhaltlicher Mängel von unterschiedlichem Katastrophengrad ist "End Game" alles andere als schlecht. Zum einen ist es Cuba Gooding Jr. zu verdanken, dass über so manche Holprigkeit hinweggesehen werden kann. Zum anderen ist die Inszenierung des Filmes höchst tempo- und actionreich gelungen, wodurch es kaum genügend Zeit gibt, über das gerade gesehene inhaltlich groß nachzudenken. Die Entscheidung die Produktion letzten Endes gleich im Heimkino starten zu lassen, hat sicherlich nicht nur mit den Querelen durch die Übernahme des produzierenden Studios zu tun. Für die großen Lichtspielhäuser fehlt es ihm einfach an Qualität. Ganz anders sieht dies in den eigenen vier Wänden aus, wo die Ansprüche an die Qualität in der Regel deutlich niedriger ausfallen, wodurch auch dieser oberflächliche und inhaltliche arg konstruierte Action-Thriller seinen Unterhaltungswert hat. Im Gros der auf DVD erhältlichen Action-Thriller siedelt sich "End Game", nicht zuletzt durch seine gute Besetzung und der temporeichen Inszenierung problemlos im oberen Mitteldrittel an.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild unterliegt recht starken Qualitätsschwankungen. Bei Innenaufnahmen gibt es selten was zu mäkeln, was bei Außenbildern ganz anders aussieht. Unter blauem Himmel wirken die Farben ausgebleicht und kraftlos und ein extrem unterkühlter Eindruck macht sich breit. Hinzu gesellen sich in diesen Szenen teils deutliches Rauschen. Der deutsche Ton liegt in ordentlichem Dolby Digital 5.1 und dts vor, wobei sich die beiden Varianten kaum unterscheiden. Lediglich zu Beginn, in den Szenen vor dem Attentat, klingen beide insgesamt ein wenig hohl und verhallt.

Als Extra gibt es nur ein kurzes, knapp 9-minütiges Making Of, in dem einige erzählen können, was sie vom Film und ihrem Part in der Entstehung halten. Es folgen noch 3 Bio-/Filmografien und der Trailer zum Film.

Fazit:
"End Game" ist ein temporeicher und actiongefüllter Thriller mit einem gewohnt gut aufspielenden Cuba Gooding Jr in der Hauptrolle. Die Story kann da allerdings nicht einmal ansatzweise mithalten und stolpert von einem peinlichen Einfall in die nächste Katastrophe. Action- und Thrillerfreunde kommen aber sicherlich trotz inhaltlicher Schwächen auf ihre Kosten.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
92:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Trailer
  • Bio- und Filmografie zu 3 Darstellern
End Game - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
End Game
End Game

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Temporeiche Action- und Thrillerkost kontra einer arg konstruierten Geschichte


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada / USA, 2006
Regie:
Andy Cheng
Drehbuch:
Andy Cheng, J.C. Pollock
Darsteller:
Cuba Gooding Jr., James Woods, Angie Harmon, Anne Archer, Patrick Fabian, Burt Reynolds

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
12.10.2006