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DVD-Besprechung - Das Ende - Assault on Precinct 13
Story:
Die Polizeiwache 13 steht kurz vor der Schließung. Nachdem bereits fast sämtliches Inventar rausgeholt wurde, ist nur noch eine kleine Besetzung unter der Leitung von Sgt. Jake Roenick (Ethan Hawke) in der Silvesternacht anwesend, bevor am nächsten Morgen endgültig geschlossen werden soll. Als nach einem Unfall eines Gefängnistransportes der frisch gefangengenommene Gangsterboss Marion Bishop (Laurence Fishburn) nebst Mitgefangenen notdürftig in einer Zelle untergebracht wird, ist es mit der lockeren Silvester- und Abschiedsparty der Notbesetzung vorbei, da eine Gruppe schwerbewaffneter Männer das Gebäude belagert und die Herausgabe des Gangsters fordert.
Meinung zum Film:
Remakes sind immer eine heikle Sache. Vor allem dann, wenn es sich bei der Vorlage um einen Kultfilm handelt, der obendrein noch von einem Kultregisseur stammt. Für den jungen französischen Regisseur Jean-François Richet ("All about love") war es sicherlich eine schwere Entscheidung, als man ihm anbot, den Kultstreifen von John Carpenter in ein neues Gewand zu stecken. Am Ende überwog dann aber die Aussicht auf die Möglichkeit, einen großen Film mit einer ganzen Reihe guter und bekannter Darsteller drehen zu können über die Angst, gleich zu Beginn der Karriere den Zorn der Anhängerschaft des Originals und die Häme der Presse auf sich zu ziehen. Das Drehbuch zum Film verfasste James DeMonaco, der mit seinem Skript zu "Verhandlungssache" schon stellenweise recht gut unter Beweis stellen konnte, dass er ein gewisses Talent für spannende Thrillerkost hat.
Aus der originalen Story hat DeMonaco für seine Geschichte nur den groben Rahmen übernommen. So gibt es eine Polizeiwache, die gerade geräumt wurde und nur noch eine Notbesetzung hat. In der letzten Nacht wird diese aber noch einmal zum Schauplatz, als eine Gruppe das Gebäude belagert. Das war es dann aber schon mit den Gemeinsamkeiten, der Rest wurde neu definiert. Wie z.B. der diensthabende Sergeant, der nicht der ausgeglichene, ruhige Typ ist, sondern ein abgesackter Cop, der gerne mal einen Schluck zu viel aus der Flasche nimmt und Pillen für die Nerven einwirft. Aus dem mysteriösen bösen Buben Bishop wurde ein obercooler Supergangster, der in der Stadt bekannt ist wie Al Capone in Chicago. Die Belagerung findet nun auch nicht mehr an einem lauen Sommerabend statt, sondern in einer verschneiten Silvesternacht. Die größte Änderung ist aber im Wechsel der Angreifer, die nun nicht mehr aus einer vollkommen durchgeknallten Jugendgang besteht, sondern aus einer ganz anderen Sorte Mensch. Dadurch verliert "Das Ende" aber eindeutig an Wirkung, da die Bedrohung und die Aussage vollkommen auf der Strecke bleiben. Die große Stärke des Originals wurde geopfert für einen albernen 08/15-Plot. Ein Armutszeugnis, das man sich besser erspart hätte.
Bei den Darstellern ist Laurence Fishburn ("Matrix") sicherlich der auffälligste Akteur. Mit der von ihm gewohnten Gelassenheit spielt er den coolen Gangsterboss und es liegt ganz sicher nicht an ihm, dass er den Kultcharakter seines Vorbilds aus dem Original nicht ganz erreichen kann. Ethan Hawk ("Before Sunset") als vom Leben enttäuschter Cop geht ein wenig unter, was zum großen Teil an der klischeehaft und wenig glaubhaft gezeichneten Rolle liegt, zum anderen aber auch am etwas lustlos wirkenden Spiel Hawks, der den gebrochenen Charakter diesmal einfach nicht rüberbringen kann. In weiteren Rollen spiele Maria Bello ("Das geheime Fenster"), Gabriel Byrne ("Stigmata"), Brian Dennehy ("Bestseller"), Peter Bryant ("White Noise"), John Leguizamo ("Spawn") und Hip-Hopper Ja Rule ("The Fast and the Furious"). Die abwechslungs- und temporeich präsentierte Action, sowie die oberflächlich erzeugte Spannung sorgen letzten Ende dafür, dass der Film über seine Zeit ordentlich zu unterhalten weiß. Viel über die Story drüber nachdenken oder gar einen Vergleich mit dem Kultstreifen von John Carpenter anstellen sollte man aber auf gar keinen Fall. Denn dann würde das Remake von "Das Ende" klar und eindeutig als Verlierer dastehen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Farben erscheinen stellenweise ein klein wenig überbetont, was zu einem unnatürlichen Gesamteindruck führt. In Bezug auf Schärfe und Detailfülle gibt es keinen Grund zum Klagen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts ist gleichermaßen klar verständlich und mit gutem Räumlichkeitsgefühl versehen. Vor allem in den Feuergefechten sind die Schusslaute immer wieder aus allen Richtungen zu hören.
Den Beginn der Extras machen vier jeweils rund 5-minütige Beiträge, die sich mit den im Film genutzten Waffen, dem Produktions-Design, den Stunts und dem Dreh beschäftigen. Es folgen 6 relativ kurze, nicht verwendete Szenen, ein knapp 7-minütiger Blick hinter die Kulissen, der voller gegenseitiger Lobeshymnen steckt, und ein paar Tafeln mit Auflistungen von Filmen, in denen ein paar der Darsteller ebenfalls mitgewirkt haben.
Fazit:
"Das Ende" ist ein hipper Actionthriller für die MTV-Generation, der einige Schwachpunkte im Drehbuch und vor allem bei den Charakteren aufzuweisen hat. Einen Vergleich mit dem Original sollte man in jedem Fall vermeiden. Die DVD glänzt vor allem durch ihren guten räumlichen Sound.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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104:15 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Der Waffenausstatter
- Der Produktions-Designer
- Der Stunt-Koordinator
- Das Team
- Deleted Scenes
- Hinter den Kulissen
- Die Besetzung
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Das Ende - Assault on Precinct 13
Assault on Precinct 13
Hippe Action mit inhaltlichen Schwächen und ganz weit weg vom Original
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / USA, 2005 Regie: Jean-François Richet Drehbuch: James DeMonaco (basierend auf der Vorlage von John Carpenter) Darsteller: Laurence Fishburne, Ethan Hawke, Gabriel Byrne, Maria Bello, Ja Rule, Peter Bryant, John Leguizamo
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 12.01.2006
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