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DVD-Besprechung - Enduring Love
Story:
Eigentlich wollte Joe (Daniel Craig) den Ausflug aufs Land dazu nutzen, um seiner langjährigen Freundin Claire (Samantha Morton) einen Heiratsantrag zu machen. Dieses wurde jedoch jäh gestört, als er mit mehreren anderen Helfern versuchte, einen losgerissenen Heißluftballon auf der Erde zu halten, wobei eine Person durch einen Sturz zu Tode kommt. Wochen später leidet Joe noch immer unter dem traumatischen Erlebnis, als Jed (Rhys Ifans) bei ihm auftaucht, der ebenfalls zu den Helfern am Unglücksort gehörte und ihm von nun an nachstellt. Das Leben von Joe gerät immer mehr außer Kontrolle und macht jede Stunde zu einem wahren Alptraum für ihn.
Meinung zum Film:
Den großen Durchbruch schaffte Regisseur Roger Michell mit "Notting Hill", mit dem er ein großes Publikum zu verzaubern wusste. Sein später erschienener "Spurwechsel" konnte schon weitaus weniger gefallen und man hatte als Zuschauer das Gefühl, dass der Filmemacher Probleme damit hat, eine gleichzeitig angemessen temporeiche und spannende Geschichte zu erzählen und dabei glaubwürdig zu bleiben. Die Befürchtungen sind demnach groß, dass Roger Michell auch mit der Verfilmung eines Stoff von Ian McEwan ("Das zweite Gesicht") seine Schwierigkeiten haben dürfte, da dieser von beidem eine große Portion benötigt. Ohne groß um die Auffälligkeiten herumzureden, sei ohne Umschweife gesagt, dass auch "Enduring Love" mit den Problemen von "Spurwechsel" zu kämpfen hat. Die Geschichte will einfach nicht zünden und die einzige Spannung die sich bei ihr ergibt entsteht daraus, dass man nach kurzer Zeit nicht sicher sein kann, ob Jed tatsächlich real ist, oder nur eine traumatische Stressreaktion Joes auf den tragischen Unfall.
Das Problem an diesem Umstand ist dann allerdings, dass ein realer Jed viel zu plump erscheint und niemals vom Zuschauer ernst genommen werden kann. Seine Stalking-Angriffe sind derart daneben und offensichtlich, dass man sich nur wundern kann, warum keine polizeiliche Behörde eingeschaltet wird. Die genannte Motivation hinter seiner Tat wird dann ebenfalls so hintergrunds- und planlos dargereicht, dass man sie nicht ernst nehmen kann und schon gar nicht die Erkenntnisse, die sich Joe aus dem Internet holt. Völlig unverständlich ist es vor allen Dingen auch, warum keiner aus dem Umfeld von Joe helfend eingreift, als dieser immer weiter in den Wahnsinn abzudriften scheint, obwohl jeder von ihnen durchaus gebildet und mit beiden Beinen im Leben zu stehen scheint. Wobei "zu sein scheint" der richtige Ausdruck ist, da es im Grunde zu keinem der Charaktere gehaltvolle Hintergrundinformationen gibt. Selbst bei Joe bleibt einiges offen. Am Ende fragt man sich dann schon, ob das ganze nun wirklich so dermaßen kitschig abgelaufen ist, wie man es gesehen hat. Wenn dies die Intention des Regisseurs war, ist das Ergebnis noch hohler und sinnfreier als bei "Spurwechsel". Sollte er aber vielleicht doch ein Verwirrspiel der Gedanken von Joe dahinter verbergen wollen, bekommt man als Publikum viel zu kleine Häppchen zu möglichen Interpretationen geliefert, um zu einer befriedigenden Lösung kommen zu können.
Wo der Film aber durchaus seine Stärken hat ist in einigen seiner Bilder. Wie etwa zu Beginn, wenn Roger Michell das Auge mit herrlichen Landschaftsaufnahmen eines herbstlichen Stück ländlichem Britanniens verwöhnt. Der gute Eindruck reicht aber auch nicht den ganzen Film über hinweg. Oftmals kommt eine verwackelte Handkamera zum Einsatz, die aus verdeckter Spannereinstellung das Geschehen einfängt und mit zusätzlich schnell gesetzten Schnitten die Perspektive mehrmals unschön umschaltet. Was unterm Strich bleibt ist ein inhaltlich recht oberflächlicher Film, der vor allem an mangelnder Sorgfalt bei der Herausarbeitung seiner Charakter und dem immer wieder verschleppten Tempo leidet. Neben einiger sehr schöner Bilder bleibt nur noch der zukünftige Bond-Darsteller Daniel Craig in der Hauptrolle haften, der sich für seine Darstellung des noblen britischen Geheimdienst-Angestellten mit der Doppel-Null aber auf jeden Fall bessere Manieren antrainieren muss, da neben seinem immer weiter heruntergekommenen Äußeren vor allem die schlechten Tischmanieren mit üblen Geschmatze bei Tisch hängen bleiben.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck, lediglich die Farben erscheinen ein klein wenig zu kraftlos. Der deutsche Ton in wahlweise dts oder Dolby Digital 5.1 ist klar und deutlich zu vernehmen, hält sich in Sachen Räumlichkeit aber weitestgehend dezent zurück.
Als Extra gibt es einen begleitenden Audiokommentar von Regisseur Roger Michell und Produzent Kevin Loader, der allerdings ohne Untertitel daherkommt. Der Beitrag "Der Dreh des Ballons" beschäftigt sich mit dem komplizierten Dreh der Einstiegssequenz. Im nächsten Beitrag "Die Geschichte der Schauspieler" erzählen die Künstler, wie sie die Geschichte von "Enduring Love" sehen und wie mannigfach die Liebe sein kann. In "Der Film und der Roman" wird die Geschichte des Films mit der des Romans verglichen und es wird deutlich, wie groß die Veränderungen letzten Endes ausfielen. Neben TV-Spots und Tafeln mit Darstellerinfos gibt es noch den unterhaltsamen Kurzfilm "Burst", der sicherlich das Beste an der DVD darstellt. Abgesehen vom Kommentar sind sämtliche Beiträge in deutscher Sprache untertitelt.
Fazit:
"Enduring Love" ist in vielerlei Hinsicht unausgegoren. Dies beginnt bei der Ausarbeitung der Charaktere und ihrer Aktionen, geht über den lahmen Spannungsaufbau bis hin zu der dämlichen Auflösung einer ohnehin schon schwachen Story. Abgesehen von einer paar äußerst gelungener Landschaftsaufnahmen hat der Film nicht viel zu bieten, was ihn wirklich sehenswert macht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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96:08 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Roger Michell und Produzent Kevin Loader
- Kurzfilm "Burst"
- Der Dreh des Ballons
- Die Geschichte der Schauspieler
- Der Film und die Novelle
- TV-Spots
- Darstellerinfos
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Enduring Love
Enduring Love
Für ein Drama viel zu oberflächlich, als Thriller nicht spannend genug
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 2004 Regie: Roger Michell Drehbuch: Joe Penhall (nach einem Roman von Ian McEwan) Darsteller: Daniel Craig, Samantha Morton, Rhys Ifans, Bill Nighy, Ben Whishaw, Susan Lynch
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 15.06.2006
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